Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Videoproduktion und speziell bei Erklärvideos taucht häufig ein technischer Begriff auf, der auf den ersten Blick kompliziert wirkt, im Alltag von Marketing-Verantwortlichen jedoch eine zentrale Rolle spielt: der Codec. Wer versteht, was ein Codec ist und wie er funktioniert, kann bessere Entscheidungen bei der Produktion, beim Export und bei der Verbreitung von Videos treffen und typische Probleme wie riesige Dateien, schlechte Bildqualität oder ruckelnde Wiedergabe vermeiden.

Grundprinzip: Was ein Codec eigentlich macht

Das Wort Codec setzt sich aus den englischen Begriffen Coder und Decoder zusammen. Ein Codec ist vereinfacht gesagt ein Verfahren, das Video oder Audio komprimiert und wieder dekomprimiert. Er sorgt also dafür, dass aus einer sehr großen Rohdatei eine deutlich kleinere Datei wird, die sich leichter speichern, verschicken und streamen lässt.

In der Praxis bedeutet das:

  • Beim Coding komprimiert der Codec Ihre Videodaten, etwa beim Export aus Ihrem Schnittprogramm.
  • Beim Decoding entpackt der Codec diese Daten wieder, wenn das Video auf einem Gerät abgespielt wird.

Ohne Codec wären Videodateien so groß, dass sie kaum per E Mail verschickt, auf Webseiten eingebunden oder über Social Media gestreamt werden könnten. Ein kurzer Erklärfilm von zwei Minuten Länge würde in voller Rohdatenqualität schnell mehrere Gigabyte beanspruchen, was für den Marketing Alltag unpraktisch wäre.

Codec, Container und Format: Wichtige Begriffe auseinanderhalten

Im Gespräch über Videos werden häufig verschiedene Begriffe durcheinandergebracht. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Codec, Container und Dateiformat.

Container

Der Container ist die Hülle der Videodatei. Bekannte Container sind zum Beispiel MP4, MOV oder MKV. Der Container legt fest, wie Video, Audio, Untertitel und weitere Informationen gemeinsam in einer Datei verpackt werden.

Codec

Der Codec ist das Verfahren im Inneren dieser Hülle, das bestimmt, wie das eigentliche Videobild komprimiert wird. Ein MP4 Video kann beispielsweise mit dem Codec H.264 oder mit dem Codec H.265 komprimiert sein. Der Container sagt also nichts darüber aus, wie stark oder auf welche Weise die Informationen komprimiert wurden. Das übernimmt der Codec.

Dateiformat

Im Marketing Alltag wird oft vom Format gesprochen, wenn eigentlich der Container gemeint ist, etwa bei der Aussage, man benötige das Video als MP4. Streng genommen besteht ein Format jedoch aus der Kombination von Container und Codec. Für die praktische Arbeit genügt es meist zu wissen, dass MP4 mit dem Codec H.264 heute der Standard für Web und Social Media ist.

Warum Codecs für Marketing und Erklärvideos wichtig sind

Für Marketing Verantwortliche ist der Codec nicht nur ein technisches Detail. Die Wahl des passenden Verfahrens beeinflusst direkt, wie gut ein Video in Kampagnen funktioniert.

  • Reichweite: Ein effizienter Codec sorgt für kleinere Dateien, die schneller laden. Das reduziert Absprünge, bevor das Video überhaupt startet.
  • Bildqualität: Ein passender Codec hält Logos, Texte und Illustrationen scharf. Gerade bei Erklärvideos mit vielen grafischen Elementen ist das entscheidend.
  • Plattformkompatibilität: Unterschiedliche Plattformen bevorzugen unterschiedliche Verfahren. Wer weiß, welche Codec Kombination gut funktioniert, vermeidet Wiedergabeprobleme.
  • Produktionsablauf: Ein klug gewählter Codec beschleunigt den Export, vereinfacht die Weitergabe an Dienstleister und reduziert Speicherbedarf.

Für Marketing Teams reicht es oft, eine Handvoll Standardkombinationen aus Container und Codec zu kennen und konsequent zu nutzen. Das schafft Klarheit in Briefings und verhindert Missverständnisse mit Agenturen und Videoproduzenten.

Wie ein Codec in der Praxis arbeitet

Ein Codec analysiert jedes Bild des Videos und versucht, überflüssige oder kaum sichtbare Informationen zu entfernen. Ziel ist es, die Datei deutlich zu verkleinern, ohne dass die Zuschauer einen störenden Qualitätsverlust wahrnehmen.

Typische Vorgehensweisen sind:

  • Reduktion kaum sichtbarer Details: Feine Bildinformationen, die das Auge nur schwer wahrnimmt, werden vereinfacht.
  • Wiederverwendung von Bildbereichen: Wenn sich im Video wenig bewegt, werden Bereiche von einem Bild zum nächsten wiederverwendet.
  • Anpassung an Inhalte: Ruhige Szenen mit wenig Bewegung lassen sich stärker komprimieren als schnelle Kamerafahrten oder komplexe Animationen.

Ein moderner Codec kann aus einem unkomprimierten Video von mehreren Gigabyte Größe eine Datei von wenigen hundert Megabyte oder sogar darunter machen. Für Social Media Kampagnen bedeutet das: Ihre Zielgruppe kann das Video auch unterwegs mit mobiler Datenverbindung flüssig ansehen.

Wichtige Codecs in der Videoproduktion

In der Welt der Erklärvideos und Marketing Videos begegnen Ihnen vor allem einige wenige, aber wichtige Verfahren. Sie zu kennen, hilft bei der Kommunikation mit Agenturen und Dienstleistern.

H.264

H.264 ist aktuell der verbreitetste Codec für Online Videos. Er wird von praktisch allen Geräten, Browsern und Plattformen unterstützt.

  • Sehr gute Balance zwischen Qualität und Dateigröße
  • Standard für YouTube, LinkedIn, Facebook, Instagram und viele weitere Plattformen
  • Ideal für die finale Auslieferung von Erklärvideos an Kundinnen und Kunden

Wenn Sie von Ihrer Agentur eine MP4 Datei mit H.264 Codec anfordern, sind Sie in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.

H.265 oder HEVC

H.265, auch HEVC genannt, ist der Nachfolger von H.264. Dieser Codec bietet bei gleicher Qualität meist deutlich kleinere Dateien.

  • Besonders effizient bei hohen Auflösungen wie 4K
  • Noch nicht von allen älteren Geräten und Browsern unterstützt
  • Vor allem interessant, wenn große Videomengen in hoher Auflösung archiviert oder gestreamt werden

Für klassische Erklärvideos, die im Web, in Präsentationen oder auf Social Media eingesetzt werden, bleibt H.264 häufig die pragmatischere Wahl, da die Kompatibilität noch besser ist.

Codecs für die Produktion

Neben den Verteilungsverfahren gibt es spezielle Codec Varianten für die Bearbeitung in der Postproduktion. Diese sind weniger stark komprimiert und schonen die Rechenleistung beim Schnitt.

  • Apple ProRes: Beliebter Codec im professionellen Umfeld, besonders auf Mac Systemen.
  • DNxHD / DNxHR: Hochwertige Verfahren von Avid, häufig in größeren Postproduktionsumgebungen.

Für Marketing Verantwortliche ist vor allem wichtig zu wissen, dass Agenturen intern andere Codec Typen verwenden können als bei der finalen Auslieferung. Das ist normal und dient einer effizienteren Bearbeitung.

Typische Anwendungsszenarien im Marketing Alltag

Im Alltag von Marketing Teams taucht die Frage nach dem passenden Codec oft in konkreten Situationen auf. Einige typische Beispiele verdeutlichen, worauf es ankommt.

Erklärvideo für die Website

Ein Unternehmen lässt ein animiertes Erklärvideo produzieren, das auf der Startseite eingebunden werden soll. Ziel ist eine hohe Bildqualität bei gleichzeitig schneller Ladezeit.

  • Empfehlung: MP4 Container mit H.264 Codec
  • Auflösung: häufig Full HD, also 1920 x 1080 Pixel
  • Bitrate: so gewählt, dass das Video auf Desktop und Mobilgeräten flüssig läuft

Für die Webentwicklung ist es hilfreich, wenn klar kommuniziert wird, dass das Video als MP4 mit H.264 Codec geliefert wird. So lässt es sich leicht in die Seite integrieren.

Social Media Kampagne

Für eine Social Media Kampagne werden mehrere kurze Clips in verschiedenen Seitenverhältnissen benötigt, etwa quadratisch und vertikal. Die Videos sollen auf Instagram, LinkedIn und TikTok laufen.

  • Empfehlung: MP4 mit H.264 Codec für alle Varianten
  • Plattformspezifische Auflösungen, aber einheitlicher Codec
  • Ausreichend hohe Bitrate, damit Logos und Textanimationen klar lesbar bleiben

Mit einem einheitlichen Codec über alle Plattformen hinweg wird die Produktion effizienter, und die Dateien lassen sich ohne zusätzliche Konvertierung hochladen.

Präsentationen und Messen

Für eine Messepräsentation oder eine Keynote wird ein Erklärvideo benötigt, das auf unterschiedlichen Laptops oder Mediaplayern laufen soll.

  • Empfehlung: MP4 mit H.264 Codec, da dieser auf den meisten Systemen zuverlässig abgespielt wird
  • Optional eine zweite Version in etwas geringerer Auflösung, falls ältere Hardware im Einsatz ist

Hier zahlt sich ein Standard Codec aus, weil er die Wahrscheinlichkeit technischer Probleme vor Ort reduziert.

Wichtige Einstellgrößen beim Arbeiten mit Codecs

Bei der Arbeit mit Videos tauchen im Zusammenhang mit dem Codec einige Begriffe auf, die sich direkt auf Qualität und Dateigröße auswirken.

Bitrate

Die Bitrate beschreibt, wie viele Daten pro Sekunde für das Video verwendet werden. Eine höhere Bitrate bedeutet in der Regel bessere Qualität, aber auch größere Dateien. Eine zu niedrige Bitrate führt zu sichtbaren Kompressionsartefakten wie Blöcken oder Unschärfen.

Für Marketing Verantwortliche ist wichtig: Wenn das Video viele feine Details, schnelle Bewegungen oder komplexe Animationen enthält, sollte die Bitrate nicht zu knapp bemessen werden, auch wenn der Codec grundsätzlich effizient arbeitet.

Auflösung

Die Auflösung gibt an, wie viele Pixel das Bild hat. Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln ist heute Standard für viele Erklärvideos. Höhere Auflösungen wie 4K bieten mehr Schärfe, erzeugen aber auch größere Dateien.

Der Codec muss mit dieser Auflösung umgehen und sie effizient komprimieren. Ein moderner Codec wie H.264 oder H.265 ist für gängige Auflösungen gut geeignet.

Framerate

Die Framerate beschreibt, wie viele Einzelbilder pro Sekunde gezeigt werden. Üblich sind 25 oder 30 Bilder pro Sekunde. Eine höhere Framerate erzeugt flüssigere Bewegungen, aber auch mehr Daten, die der Codec verarbeiten muss.

Bei klassischen Erklärvideos mit Animationen und Infografiken reichen meist 25 Bilder pro Sekunde aus, um einen professionellen Eindruck zu vermitteln.

Typische Probleme rund um Codecs und wie man sie vermeidet

Im Marketing Alltag entstehen häufig Herausforderungen, die mit der Wahl oder Konfiguration des Codec zusammenhängen. Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern.

Video lässt sich nicht abspielen

Ein häufiges Problem ist, dass ein Video auf einem bestimmten Gerät oder in einem bestimmten Programm nicht abgespielt werden kann. Oft liegt das daran, dass der verwendete Codec nicht unterstützt wird.

  • Lösung: Auf einen verbreiteten Standard wie H.264 setzen.
  • Beim Briefing an Agenturen klar angeben, welche Plattformen und Geräte im Einsatz sind.

Datei ist zu groß

Besonders bei E Mail Versand oder Uploads in Content Management Systeme kann die Dateigröße zum Problem werden. Hier spielt der Codec eine zentrale Rolle.

  • Lösung: Effizienten Codec wie H.264 nutzen und Bitrate anpassen.
  • Gegebenenfalls eine Version mit geringerer Auflösung für interne Abstimmungsrunden erstellen.

Bildqualität ist unzureichend

Wenn ein Erklärvideo nach dem Export unscharf wirkt oder Kanten ausfransen, kann der Codec zu stark komprimiert oder falsch konfiguriert sein.

  • Lösung: Höhere Bitrate wählen und prüfen, ob der passende Codec verwendet wurde.
  • Besonders bei Texttafeln und Logos auf ausreichende Qualität achten.

Workflow zwischen Marketing und Videoproduktion

Um Missverständnisse zu vermeiden, lohnt es sich, bereits im Briefing an die Videoproduktion einige technische Punkte festzuhalten. Dazu gehören nicht nur Auflösung und Seitenverhältnis, sondern auch Container und Codec.

Empfehlungen für das Briefing

  • Gewünschte Auflösung, zum Beispiel Full HD oder 4K.
  • Geplante Einsatzorte, etwa Website, Social Media, Messen oder E Mail.
  • Bevorzugter Container und Codec, zum Beispiel MP4 mit H.264.
  • Informationen zu eventuellen technischen Einschränkungen, etwa ältere Hardware im Unternehmen.

Mit diesen Angaben kann die Produktion den passenden Codec wählen und sicherstellen, dass das Ergebnis optimal zur geplanten Nutzung passt.

Die Entwicklung im Bereich der Videokompression schreitet schnell voran. Neue Verfahren zielen darauf ab, bei gleicher oder besserer Qualität noch kleinere Dateien zu erzeugen. Das ist vor allem für Streaming Plattformen und große Videoarchive interessant.

Neben H.265 gewinnen weitere moderne Verfahren an Bedeutung, die speziell für das Internet optimiert sind. Für viele Marketing Anwendungen bleibt jedoch entscheidend, dass ein Codec breit unterstützt und einfach einsetzbar ist. Solange diese Voraussetzungen noch nicht für alle neuen Verfahren gegeben sind, wird H.264 im Alltag vieler Unternehmen weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Für Marketing Verantwortliche bedeutet das: Es ist hilfreich, die grundlegende Funktion eines Codec zu verstehen und einige zentrale Begriffe zu kennen, ohne sich in technische Details zu verlieren. Wer weiß, dass ein Codec für die Kompression und Dekompression von Video verantwortlich ist, dass H.264 im MP4 Container ein sicherer Standard für Web und Social Media ist und dass Bitrate und Auflösung maßgeblich über Qualität und Dateigröße entscheiden, kann fundierte Entscheidungen treffen, klare Anforderungen formulieren und gemeinsam mit Agenturen und Videoproduzenten Erklärvideos sowie andere Marketing Videos produzieren, die technisch zuverlässig funktionieren, professionell aussehen und die Zielgruppe ohne unnötige Hürden erreichen.

Häufige Fragen zu „Codec"

Ein Codec ist eine Software oder ein Verfahren, das Video- und Audiodaten komprimiert und wieder entpackt. Der Begriff setzt sich aus Codierer und Decoder zusammen. Ohne Codec wären Videodateien viel zu groß, um sie bequem zu speichern, zu verschicken oder online abzuspielen.

Der gewählte Codec entscheidet darüber, wie groß Ihre Videodatei wird und wie gut die Bild- und Tonqualität ist. Für Marketing und Erklärvideos ist wichtig, dass das Video schnell lädt, auch auf mobilen Geräten, und trotzdem professionell aussieht. Ein passender Codec sorgt für ein gutes Verhältnis von Qualität zu Dateigröße.

Im Online-Marketing werden vor allem Codecs wie H.264 und zunehmend H.265 oder VP9 verwendet. H.264 ist weit verbreitet und wird von fast allen Plattformen und Geräten unterstützt. Moderne Codecs wie H.265 können bei gleicher Qualität kleinere Dateien erzeugen, werden aber noch nicht überall unterstützt.

Den verwendeten Codec sehen Sie meist in den Exporteinstellungen Ihres Schnittprogramms oder in den Dateieigenschaften des Videos. Viele Player und Tools zeigen unter den technischen Details den Video- und Audio-Codec an. Ihre Videoagentur oder Produktionsfirma kann Ihnen ebenfalls genau sagen, welcher Codec genutzt wurde.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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