Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Videoproduktion und im Marketing-Alltag taucht immer häufiger der Begriff LUT auf, vor allem wenn es um professionelle Erklärvideos, Imagefilme oder Social Media Clips geht. Wer mit Agenturen, Videografen oder Motion-Designern zusammenarbeitet, wird früher oder später gefragt, ob ein bestimmter Look gewünscht ist und ob dafür eine passende LUT eingesetzt werden soll. Um gute Entscheidungen treffen zu können, ist es hilfreich zu verstehen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und wie er gezielt für Markenkommunikation genutzt werden kann.

Grundlagen und Definition

Die Abkürzung LUT steht für Look Up Table. Vereinfacht gesagt ist eine LUT eine Art digitale Farbtabelle, die festlegt, wie Farben und Helligkeiten eines Videos verändert werden. Sie fungiert wie ein Filter, der aus einem neutralen Bild einen bestimmten Look macht. Anders als einfache Filter in Social Media Apps ist eine professionelle LUT jedoch sehr präzise und kann exakt auf bestimmte Kameras, Lichtverhältnisse oder Markenanforderungen abgestimmt sein.

Eine LUT nimmt die ursprünglichen Bildinformationen entgegen und gibt veränderte Werte zurück. Das passiert automatisch, sobald die LUT auf das Material angewendet wird. Für Marketing-Verantwortliche ist vor allem wichtig: Mit einer LUT lässt sich der visuelle Stil von Videos vereinheitlichen und wiedererkennbar machen, ohne jedes Mal von Grund auf neu mit Farben und Kontrasten experimentieren zu müssen.

Warum LUTs im Marketing relevant sind

Marken leben von Wiedererkennbarkeit. Neben Logo, Typografie und Bildsprache spielt die Farbwirkung von Videos eine zentrale Rolle. Genau hier setzt die LUT an. Sie trägt dazu bei, dass Erklärvideos, Produktvideos, Recruitingfilme oder Social Ads visuell aus einem Guss wirken, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten oder an verschiedenen Orten produziert wurden.

Wenn ein Unternehmen etwa für alle Videoinhalte einen warmen, freundlichen und leicht entsättigten Look definiert, kann dieser Look als LUT gespeichert und auf jedes neue Video angewendet werden. So entsteht eine konsistente Bildwirkung, die die Marke stärkt und die Wiedererkennung in der Zielgruppe erhöht.

Wie eine LUT funktioniert

Technisch gesehen ist eine LUT eine Tabelle, in der für jede mögliche Eingabefarbe eine Ausgabefarbe hinterlegt ist. In der Praxis bedeutet das: Die LUT sagt dem Schnittprogramm, wie es die Farben des Originalmaterials umrechnen soll. Das ist vergleichbar mit einer sehr detaillierten Farbkorrektur, die einmal erstellt und dann beliebig oft wiederverwendet werden kann.

Ein einfaches Beispiel: Die Kamera zeichnet ein leicht flaches und kontrastarmes Bild auf. Die LUT erhöht gezielt den Kontrast, verstärkt bestimmte Farbbereiche und sorgt dafür, dass Hauttöne natürlich aussehen. Der Anwender muss dazu nur eine passende LUT auswählen und anwenden, der Rest passiert automatisch im Hintergrund.

Arten von LUTs

  • Technische LUT

    Diese Variante dient dazu, das Bildmaterial einer Kamera in einen standardisierten Farbraum zu überführen. Viele Kameras zeichnen in einem sogenannten Log-Profil auf, das sehr flach wirkt, aber viele Bildinformationen enthält. Eine technische LUT wandelt dieses Log-Bild in ein kontrastreiches und farblich korrektes Bild um, das für die weitere Bearbeitung geeignet ist.

  • Kreative LUT

    Hier geht es um den gewünschten Look. Eine kreative LUT verleiht dem Bild eine bestimmte Stimmung, zum Beispiel kühl und sachlich, warm und emotional oder cineastisch und dramatisch. In der Marketingkommunikation wird diese Art der LUT häufig genutzt, um eine Markenwelt visuell zu prägen.

  • Monitoring LUT

    Beim Dreh wird auf Monitoren oft bereits eine LUT angezeigt, damit Regie, Kunde oder Marketing-Team eine Vorstellung vom späteren Look bekommen. Das aufgezeichnete Material bleibt dabei neutral, die LUT dient nur zur Vorschau.

Typische Einsatzbereiche in Erklärvideo und Videoproduktion

In der Praxis begegnet Ihnen die LUT in verschiedenen Phasen der Videoproduktion. Besonders relevant ist sie in folgenden Szenarien:

1. Vereinheitlichung von Material aus unterschiedlichen Quellen

Viele Marketingvideos setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen, etwa Kameraaufnahmen, Stock-Footage, Screencasts und Animationen. Ohne Anpassung wirken diese Teile oft uneinheitlich. Mit einer passenden LUT können Farben und Kontraste angeglichen werden, sodass alles wie aus einem Guss erscheint.

2. Wiederkehrende Videoformate

Hat ein Unternehmen ein regelmäßiges Videoformat, zum Beispiel eine Erklärvideo-Reihe oder wiederkehrende Produktupdates, kann eine LUT als fester Bestandteil des Workflows etabliert werden. Jede neue Folge erhält automatisch denselben Look. So entsteht ein konsistentes Erscheinungsbild, das die Marke stärkt und den Produktionsprozess beschleunigt.

3. Erklärvideos mit Realfilm und Animation

Viele Erklärvideos kombinieren Realfilm mit animierten Elementen wie Icons, Texttafeln oder Illustrationen. Eine LUT kann helfen, diese Elemente farblich anzugleichen. Beispielsweise können die Farben der Animationen so gewählt werden, dass sie mit der LUT harmonieren, die auf das Realbild angewendet wird. Dadurch wirkt das Gesamtvideo stimmiger und professioneller.

Vorteile einer gezielten LUT-Nutzung im Marketing

Für Marketing-Verantwortliche ergeben sich aus dem Einsatz von LUTs mehrere konkrete Vorteile, die sich direkt auf Markenwahrnehmung und Produktionsabläufe auswirken.

Starke Markenidentität

Eine maßgeschneiderte LUT kann Teil des Corporate Designs werden. So wie es definierte Hausfarben für Print und Web gibt, kann es auch einen definierten Videolook geben. Dieser Look wird dokumentiert und als LUT bereitgestellt, sodass Agenturen und Dienstleister ihn konsistent nutzen können. Das Ergebnis sind Videos, die sofort als Teil der Marke erkennbar sind.

Effizientere Produktion

Farbanpassungen gehören zu den aufwendigen Schritten in der Postproduktion. Mit einer gut vorbereiteten LUT lassen sich wiederkehrende Anpassungen stark vereinfachen. Statt jedes Mal von vorn zu beginnen, wird die LUT angewendet und nur noch feinjustiert. Das spart Zeit und damit Budget, ohne dass auf Qualität verzichtet werden muss.

Verlässliche Qualität über viele Projekte

Gerade wenn mehrere Dienstleister oder Teams an verschiedenen Standorten für eine Marke produzieren, ist es schwierig, einen einheitlichen Look sicherzustellen. Eine definierte LUT schafft hier Klarheit. Sie dient als verbindlicher Standard, an dem sich alle orientieren können. Auf diese Weise bleibt die Bildwirkung auch über Jahre hinweg stabil.

Beispiele aus dem Marketing-Alltag

Um greifbar zu machen, wie eine LUT im Alltag genutzt werden kann, helfen konkrete Szenarien aus der Praxis.

Beispiel 1: Produktlaunch-Kampagne

Ein Unternehmen plant einen Produktlaunch und lässt mehrere Videos produzieren: ein Haupt-Erklärvideo, kurze Social Media Clips und ein Making-of. Unterschiedliche Teams sind beteiligt, teilweise in anderen Ländern. Die Marketingabteilung definiert gemeinsam mit der betreuenden Agentur einen gewünschten Bildlook, etwa leicht warme Farben, betonte Produktfarben und freundliche Hauttöne. Dieser Look wird als LUT erstellt und allen beteiligten Teams zur Verfügung gestellt. So sehen alle Videos trotz unterschiedlicher Drehorte und Teams zusammengehörig aus.

Beispiel 2: Recruiting-Videos

Ein Unternehmen möchte sich als moderner und nahbarer Arbeitgeber präsentieren. Die Recruiting-Videos sollen hell, freundlich und authentisch wirken. Die Agentur entwickelt eine LUT, die das Bild etwas aufhellt, die Sättigung leicht reduziert und Hauttöne sanft betont. Diese LUT wird bei allen Recruiting-Videos eingesetzt, egal ob es sich um ein ausführliches Erklärvideo zum Bewerbungsprozess oder um kurze Statements von Mitarbeitenden handelt. Die Zielgruppe nimmt die Inhalte als Teil einer klaren und sympathischen Arbeitgebermarke wahr.

Beispiel 3: Erklärvideo-Reihe für Social Media

Für eine Social Media Kampagne wird eine Serie von kurzen Erklärvideos produziert, die komplexe Themen einfach erklären. Um sich im Feed von anderen Inhalten abzuheben, wird eine LUT entwickelt, die die Markenfarben subtil verstärkt und dem Bild einen leicht illustrativen Look verleiht. Jedes Video der Reihe erhält diesen Look, sodass die Serie im Feed sofort wiedererkannt wird, auch wenn Nutzer nur kurz darüber scrollen.

Zusammenspiel mit Animation und Illustration

In vielen modernen Erklärvideos spielen Animation und Illustration eine zentrale Rolle. Auch hier kann eine LUT sinnvoll eingesetzt werden, allerdings mit etwas Feingefühl.

Wenn animierte Szenen und illustrierte Elemente als Videodateien exportiert werden, kann die LUT direkt darauf angewendet werden. Wichtig ist dabei, dass die Designer wissen, wie die LUT wirkt. So können sie Farben bereits bei der Gestaltung so wählen, dass sie nach Anwendung der LUT im gewünschten Bereich liegen. Alternativ kann die LUT nur auf Realfilm-Material angewendet werden, während animierte Elemente neutral bleiben. Welche Variante besser ist, hängt vom gewünschten Stil und von der Rolle der Illustrationen im Gesamtkonzept ab.

Praxis-Tipp: Wenn Sie mit einer Agentur arbeiten, lohnt es sich zu klären, ob für Ihre Marke eine eigene LUT erstellt wird und wie diese mit bestehenden Designrichtlinien zusammenhängt. So stellen Sie sicher, dass Video, Animation und Illustration im gleichen visuellen Universum spielen.

Zusammenarbeit mit Agenturen und Dienstleistern

Für Marketing-Verantwortliche ist es hilfreich zu wissen, welche Fragen im Zusammenhang mit LUTs gestellt werden können, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Relevante Fragen im Briefing

  • Gibt es bereits eine definierte LUT für unsere Marke
    Wenn ja, sollte sie allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Wenn nein, kann sie gemeinsam entwickelt werden.

  • Welchen Eindruck soll das Video visuell vermitteln
    Begriffe wie sachlich, emotional, vertrauenswürdig, innovativ oder verspielt helfen der Agentur, eine passende LUT auszuwählen oder zu erstellen.

  • Wie fügt sich der Videolook in bestehende Markenrichtlinien ein
    Farben, Kontraste und Helligkeit sollten zu Website, Printmaterialien und anderen Medien passen, ohne diese zu kopieren.

Übergabe und Dokumentation

Wenn eine LUT speziell für eine Marke entwickelt wurde, sollte sie gut dokumentiert werden. Dazu gehören der Name der LUT, der Einsatzzweck, Hinweise zur richtigen Anwendung und idealerweise Bildbeispiele vor und nach der Anwendung. So können auch zukünftige Dienstleister oder interne Teams die LUT korrekt einsetzen und Missverständnisse werden vermieden.

Grenzen und Missverständnisse

So hilfreich eine LUT auch ist, sie ist kein Allheilmittel. Ein paar Einschränkungen sollten bekannt sein, um realistische Erwartungen zu haben.

Keine Korrektur für schlechtes Ausgangsmaterial

Eine LUT kann ein Bild verbessern, aber sie kann keine grundlegenden Probleme lösen. Wenn ein Video zu dunkel aufgenommen wurde, starkes Bildrauschen aufweist oder falschen Weißabgleich hat, kann die LUT nur begrenzt helfen. Gute Aufnahmequalität bleibt die Basis für einen überzeugenden Look.

Nicht jede LUT passt zu jedem Projekt

Es gibt unzählige LUTs, viele davon frei verfügbar. Die Versuchung ist groß, einfach eine besonders dramatische oder auffällige Variante zu wählen. Für seriöse Erklärvideos oder B2B-Kommunikation kann das jedoch unpassend sein. Eine LUT sollte immer zur Marke, zur Zielgruppe und zum Kommunikationsziel passen.

Feinabstimmung bleibt wichtig

Eine LUT ist ein starker Ausgangspunkt, ersetzt aber nicht die individuelle Feinabstimmung. Professionelle Cutter und Coloristen nutzen eine LUT meist als Basis und passen dann einzelne Szenen an, etwa bei wechselnden Lichtverhältnissen oder unterschiedlichen Motiven. Für Marketing-Verantwortliche ist wichtig zu wissen, dass der Einsatz einer LUT den Prozess vereinfacht, aber nicht vollständig automatisiert.

Praktische Hinweise für die Auswahl

Wer als Marketing-Verantwortlicher an der Auswahl einer LUT beteiligt ist, muss keine technischen Details beherrschen, sollte aber einige Grundüberlegungen im Blick behalten.

  • Markenpersönlichkeit im Fokus
    Fragen Sie sich, welche Emotionen Ihre Marke auslösen soll. Eine LUT kann diese Emotionen visuell unterstützen, etwa durch warme oder kühle Gesamtstimmung, starke oder zurückhaltende Farben.

  • Vergleich mit bestehenden Medien
    Bitten Sie um Vorher Nachher Beispiele mit Ihrer LUT und vergleichen Sie diese mit Website, Broschüren oder Social Media Auftritten. So erkennen Sie schnell, ob der Look stimmig ist.

  • Langfristige Nutzbarkeit
    Eine LUT sollte nicht nur für ein einzelnes Projekt funktionieren, sondern idealerweise über mehrere Kampagnen hinweg einsetzbar sein. Zu extreme oder modische Looks können schnell veralten.

Fazit

Eine LUT ist im Kern eine digitale Farbtabelle, die festlegt, wie ein Video aussehen soll. Für Marketing, Erklärvideo-Produktion und Markenkommunikation ist sie ein wirkungsvolles Werkzeug, um einen konsistenten, wiedererkennbaren und professionellen Look zu schaffen. Indem die LUT als Bestandteil des Corporate Designs verstanden wird, lassen sich Videoinhalte effizienter produzieren und visuell besser aufeinander abstimmen. Ob bei Produktvideos, Recruiting-Filmen, Social Media Erklärvideos oder komplexen Kampagnen mit mehreren Dienstleistern: Eine gut definierte LUT unterstützt die Markenidentität, verkürzt Abstimmungsprozesse und sorgt dafür, dass die Bildsprache nicht dem Zufall überlassen wird. Wer als Marketing-Verantwortlicher versteht, was eine LUT leistet und wie sie eingesetzt wird, kann im Dialog mit Agenturen und Produzenten gezielt Einfluss auf die visuelle Wirkung von Videoinhalten nehmen und die eigene Marke im bewegten Bild klarer und einprägsamer positionieren.

Häufige Fragen zu „LUT"

Eine LUT ist eine digitale Tabelle, die festlegt, wie Farben und Helligkeiten in einem Video verändert werden. Man kann sie sich wie einen fertigen Farbfilter vorstellen, der auf das Material gelegt wird. So lässt sich der Look eines Videos mit einem Klick anpassen und vereinheitlichen.

LUTs sorgen dafür, dass alle Szenen eines Erklärvideos gleich aussehen, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten oder mit verschiedenen Kameras aufgenommen wurden. Sie helfen, Farben, Kontraste und die Stimmung des Videos zu steuern. So entsteht ein konsistentes und wiedererkennbares Markenbild.

Sie müssen keine LUT selbst erstellen, sollten aber wissen, dass Profis damit arbeiten, um Ihren Markenlook zuverlässig umzusetzen. Im Briefing können Sie gezielt nach einem einheitlichen Farblook fragen und auf bestehende Markenfarben verweisen. Die Umsetzung erfolgt dann technisch über LUTs im Schnitt und in der Farbkorrektur.

Ja, LUTs können auch auf bereits gedrehtes Material angewendet werden, um Farben und Kontraste nachträglich zu optimieren. Gerade bei gemischten Quellen wie Kameraaufnahmen und Screenrecordings hilft eine LUT, alles optisch anzugleichen. So wirken ältere oder uneinheitliche Videos moderner und professioneller.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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