Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Welt von Erklärvideos und Videoproduktion taucht früher oder später ein Begriff auf, der zunächst nach Nebensache klingt, in der Praxis jedoch eine interessante Rolle spielt: der Outtake. Wer für Marketing, Kommunikation oder Vertrieb verantwortlich ist, begegnet diesem Begriff häufig, wenn ein Videoprojekt in die finale Phase geht und Material gesichtet, ausgewählt und geschnitten wird.

Begriffsbestimmung und Ursprung

Ein Outtake ist eine Szene oder Sequenz, die bei der Produktion eines Videos aufgenommen wurde, aber nicht in der endgültigen Fassung des Films, Erklärvideos oder Werbeclips verwendet wird. Es handelt sich also um Material, das aus der Auswahl herausgenommen wurde. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa kleinere Fehler, Versprecher, Unschärfen, Timingprobleme oder schlicht die Entscheidung, dass eine andere Variante besser passt.

Der Begriff Outtake stammt ursprünglich aus der Filmproduktion. Dort wurden beim Schneiden von Kinofilmen bestimmte Einstellungen aussortiert und auf separaten Rollen archiviert. Mit der Digitalisierung und der Verbreitung von Videoproduktion im Marketing wurde der Begriff übernommen und ist heute auch im Umfeld von Erklärvideos, Animation und Social Media Content verbreitet.

Typische Merkmale von Outtakes in der Videoproduktion

Ein Outtake ist nicht einfach nur „schlechtes“ Material. Häufig sind es Szenen, die technisch, inhaltlich oder dramaturgisch nicht perfekt ins Endprodukt passen, aber dennoch einen hohen Unterhaltungswert haben. Gerade im Marketing können sie wertvoll sein, weil sie die menschliche Seite von Marken, Teams und Sprecherinnen sichtbar machen.

Häufige Gründe für Outtakes

  • Versprecher und Textfehler

    In Erklärvideos wird häufig mit Sprecherinnen, Moderatoren oder Expertinnen gearbeitet. Wenn jemand den Text vergisst, einen Satz falsch beginnt oder bei einem Fachbegriff ins Stolpern gerät, entsteht ein klassischer Outtake. Diese Szenen sind oft humorvoll und zeigen, dass hinter einem professionellen Video echte Menschen stehen.

  • Unpassende Mimik oder Gestik

    Manchmal passt die Körpersprache nicht zur Botschaft oder wirkt übertrieben. Auch ein unpassender Blick in die falsche Kamera oder ein spontanes Lachen kann dazu führen, dass eine Aufnahme später als Outtake eingestuft wird.

  • Technische Probleme

    Tonstörungen, ein fallendes Mikrofon, ein Kameraschwenk, der nicht funktioniert, oder ein plötzlicher Schatten im Bild führen oft dazu, dass eine Szene nicht verwendet wird. Solches Material landet im Schnitt häufig als Outtake im Archiv.

  • Inhaltliche Dopplungen

    In Erklärvideos werden Sätze und Szenen oft mehrfach aufgenommen, um verschiedene Varianten zu testen. Am Ende wird nur eine Version verwendet, die übrigen Varianten gelten dann als Outtakes, obwohl sie qualitativ durchaus gut sein können.

  • Spontane Reaktionen

    Unerwartete Geräusche, ein Teammitglied, das ins Bild läuft, oder ein spontaner Kommentar erzeugen Momente, die für das eigentliche Erklärvideo ungeeignet sind. Gleichzeitig eignen sie sich hervorragend als Outtake, wenn Authentizität und Humor gefragt sind.

Outtakes im Kontext von Erklärvideos

Im Bereich Erklärvideo und Animation sind Outtakes ein spannendes Nebenprodukt. Während bei Realfilmproduktionen klassische Pannen sichtbar sind, entstehen bei animierten Videos andere Formen von nicht verwendeten Szenen, etwa alternative Bewegungsabläufe, verworfene Illustrationen oder falsch getimte Übergänge.

Outtakes bei Realfilm Erklärvideos

Bei Realfilmformaten, zum Beispiel einem Erklärvideo mit Moderatorin im Studio, entstehen Outtakes bereits beim Dreh. Die Kamera läuft oft länger, als letztlich benötigt wird. Dadurch entstehen viele Varianten einer Szene, die später im Schnitt gesichtet werden. Alles, was nicht in den finalen Ablauf passt, wird aussortiert.

Typische Beispiele sind:

  • Eine Expertin, die bei einem Fachbegriff lacht, weil er schwer auszusprechen ist.
  • Ein Moderator, der einen Satz dreimal beginnt und immer wieder neu ansetzt.
  • Ein Whiteboard, auf dem sich jemand verschreibt und das Wort neu schreiben muss.

All dieses Material wird im Schnittprozess zunächst als Outtake markiert. Ob es später gelöscht, archiviert oder sogar aktiv genutzt wird, hängt von der Kommunikationsstrategie ab.

Outtakes bei animierten Erklärvideos

Auch bei animierten Erklärvideos gibt es Outtakes, obwohl hier niemand vor der Kamera steht. Sie entstehen etwa, wenn:

  • eine animierte Figur eine Bewegung ausführt, die zu schnell oder zu langsam wirkt,
  • ein Übergang zwischen zwei Szenen unruhig ist,
  • Farben oder Illustrationsstile getestet und anschließend verworfen werden,
  • eine Szene zwar gelungen, aber inhaltlich zu lang ist und gekürzt werden muss.

Solche Sequenzen werden oft nicht als klassische Pannen wahrgenommen, sind aber im weiteren Sinne ebenfalls Outtakes, weil sie Teil des Produktionsprozesses waren und am Ende nicht im finalen Video auftauchen.

Nutzen von Outtakes im Marketing

Für Marketingverantwortliche stellt sich die Frage, ob ein Outtake nur ein Abfallprodukt ist oder ob sich daraus Mehrwert generieren lässt. In der Praxis zeigt sich, dass Outtakes in vielen Fällen gezielt eingesetzt werden können, um Marken sympathischer, nahbarer und glaubwürdiger wirken zu lassen.

Imageaufbau und Markenpersönlichkeit

Ein Unternehmen, das seine menschliche Seite zeigt, wirkt oft zugänglicher. Eine kurze Outtake Sammlung am Ende eines Erklärvideos oder als separater Clip in den sozialen Medien kann genau das unterstützen.

Ein Outtake kann helfen, Distanz abzubauen, weil das Publikum sieht, dass hinter der Marke reale Menschen mit Humor und Emotionen stehen.

Gerade in Branchen, die als eher nüchtern oder technisch wahrgenommen werden, können humorvolle Outtakes dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und die Markenpersönlichkeit zu schärfen.

Verlängerung der Content Nutzung

Videoproduktion ist aufwendig. Wenn ein Team bereits viel Zeit und Budget in ein Erklärvideo investiert, lohnt es sich, möglichst viel aus dem produzierten Material herauszuholen. Ein Outtake bietet hier eine einfache Möglichkeit, zusätzliche Inhalte zu schaffen, ohne einen neuen Dreh organisieren zu müssen.

  • Kurzclips mit Outtakes für Social Media
  • Ein humorvoller Zusammenschnitt für interne Events
  • Ein ergänzendes Video für Recruiting Kampagnen

So wird aus einem einzigen Erklärvideo ein ganzer Pool an Content, der in unterschiedlichen Kanälen eingesetzt werden kann.

Employer Branding und Recruiting

Unternehmen, die sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren möchten, nutzen Outtakes häufig, um Teamgeist und Arbeitskultur sichtbar zu machen. Wenn Mitarbeitende in einem Erklärvideo auftreten und die Outtakes zeigen, wie gelacht, improvisiert und gemeinsam gearbeitet wird, entsteht ein authentischer Einblick in den Arbeitsalltag.

Solche Clips können in Karriereseiten, auf Jobmessen oder in Social Media Kampagnen eingesetzt werden und vermitteln Bewerberinnen ein realistisches Bild der Menschen hinter der Marke.

Praxisbeispiele aus dem Marketing Alltag

Outtakes als Abspann in Erklärvideos

Viele Unternehmen entscheiden sich, am Ende eines Erklärvideos eine kurze Sequenz mit Outtakes anzuhängen. Das eigentliche Video vermittelt die zentrale Botschaft, etwa die Funktionsweise eines Produkts oder die Erklärung eines komplexen Prozesses. Direkt danach folgt ein humorvoller Block, in dem Versprecher, Lacher und kleine Missgeschicke zu sehen sind.

Dieser Einsatz von Outtakes hat mehrere Effekte:

  • Das Publikum bleibt länger dran und bricht das Video seltener vorzeitig ab.
  • Die Marke wirkt nahbarer und sympathischer.
  • Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Video geteilt wird, weil es nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam ist.

Outtakes als Social Media Snack Content

Im Social Media Umfeld sind kurze, unterhaltsame Clips besonders beliebt. Ein Outtake eignet sich hervorragend als Snack Content, der zwischen längeren Formaten platziert werden kann. Zum Beispiel kann ein Unternehmen:

  • einen 15 Sekunden Clip mit einem lustigen Versprecher veröffentlichen,
  • eine Mini Serie mit wöchentlichen Outtakes aus unterschiedlichen Videoprojekten starten,
  • Outtakes nutzen, um auf das eigentliche Erklärvideo hinzuweisen.

Auf diese Weise entsteht ein natürlicher Mix aus Information und Unterhaltung, der die Reichweite der Marke steigern kann, ohne dass zusätzliche Drehtage notwendig sind.

Outtakes in Präsentationen und auf Events

Auch im B2B Umfeld können Outtakes eine Rolle spielen. Bei Messen, Kundenevents oder internen Tagungen lassen sich humorvolle Zusammenschnitte einsetzen, um Präsentationen aufzulockern. Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt vorstellt und gleichzeitig zeigt, wie das Team beim Dreh des Erklärvideos Spaß hatte, entsteht eine angenehme Atmosphäre, die Gespräche erleichtern kann.

Chancen und Risiken im Umgang mit Outtakes

So hilfreich ein Outtake im Marketing sein kann, so wichtig ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang. Nicht jede Szene eignet sich zur Veröffentlichung, und nicht jede Panne ist für alle Zielgruppen passend.

Chancen

  • Authentizität

    Outtakes vermitteln, dass nicht alles perfekt ist und dass Fehler zum Arbeitsalltag gehören. Das kann Sympathie erzeugen und die Glaubwürdigkeit der Marke stärken.

  • Humor und Entertainment

    Humorvolle Momente bleiben im Gedächtnis. Ein gelungener Outtake kann dafür sorgen, dass ein Erklärvideo nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam wirkt.

  • Stärkung der Kundenbeziehung

    Wer seine menschliche Seite zeigt, wirkt nahbar. Kundinnen können sich leichter mit einer Marke identifizieren, wenn sie sehen, dass hinter professionellen Inhalten echte Persönlichkeiten stehen.

Risiken

  • Unpassende Inhalte

    Nicht jeder Outtake ist für jede Zielgruppe geeignet. Szenen, die intern lustig wirken, können extern missverständlich oder unprofessionell erscheinen. Eine sorgfältige Auswahl ist daher entscheidend.

  • Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

    Wenn Mitarbeitende in Outtakes zu sehen sind, sollten sie wissen, dass dieses Material veröffentlicht werden könnte. Eine klare Einwilligung und transparente Kommunikation sind wichtig, um rechtliche und persönliche Konflikte zu vermeiden.

  • Markenpassung

    Eine sehr seriöse Marke muss abwägen, wie viel Humor und Lockerheit zum eigenen Auftritt passt. Ein Outtake sollte die Positionierung unterstützen und nicht untergraben.

Umgang mit Outtakes im Produktionsprozess

Für Marketingverantwortliche ist es hilfreich zu wissen, wie mit Outtakes im Projektablauf umgegangen werden kann. Bereits bei der Planung eines Erklärvideos lässt sich festlegen, ob und wie Outtakes genutzt werden sollen.

Planung und Briefing

Schon im Briefing mit der Videoproduktion oder der Agentur kann geklärt werden, ob Outtakes gewünscht sind. Mögliche Fragen sind:

  • Sollen Outtakes bewusst gesammelt und markiert werden
  • Ist ein Outtake Abspann Teil des Konzepts
  • Sollen Outtakes für Social Media aufbereitet werden
  • Welche Tonalität ist gewünscht eher locker oder eher zurückhaltend

Wenn diese Fragen früh beantwortet werden, kann das Produktionsteam gezielt darauf achten, potenziell geeignete Szenen zu kennzeichnen.

Auswahl im Schnitt

Im Schnittprozess wird entschieden, welche Szenen in das finale Erklärvideo gelangen und welche als Outtake eingestuft werden. Dabei kann es sinnvoll sein, eine separate Sequenz nur für Outtakes anzulegen. So geht kein Material verloren, das später noch genutzt werden könnte.

Marketingverantwortliche sollten sich bei der Abnahme nicht nur das Hauptvideo, sondern auch die Vorschläge für Outtakes zeigen lassen. So bleibt die Kontrolle darüber, wie das Unternehmen dargestellt wird.

Archivierung und Wiederverwendung

Gut organisiert, können Outtakes zu einem langfristigen Fundus für kreative Ideen werden. Wenn Szenen sauber beschriftet und archiviert werden, lassen sie sich später leicht für Kampagnen, interne Veranstaltungen oder Social Media Reihen wiederfinden.

Eine sinnvolle Struktur kann zum Beispiel nach Projekt, Thema, beteiligten Personen oder Art des Outtakes erfolgen, etwa „Versprecher“, „Technikpanne“ oder „Team Lacher“.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Im Umfeld von Videoproduktion tauchen Begriffe auf, die teilweise ähnlich klingen, aber anderes bedeuten.

Blooper

Ein Blooper ist eine Form des Outtakes, bei dem der humorvolle Aspekt im Vordergrund steht. Meist handelt es sich um besonders lustige Pannen oder Missgeschicke, die gezielt als Unterhaltung gezeigt werden. Jeder Blooper ist ein Outtake, aber nicht jeder Outtake ist automatisch ein Blooper, denn viele nicht verwendete Szenen sind schlicht alternative Takes ohne komischen Effekt.

Deleted Scene

Eine „Deleted Scene“ ist eine komplette Szene, die ursprünglich für das fertige Video geplant war, am Ende aber aus dramaturgischen oder zeitlichen Gründen entfernt wurde. In Filmen wird sie häufig als Bonusmaterial veröffentlicht. Ein Outtake ist oft kürzer und weniger vollständig und kann schon während des Drehs als ungeeignet erkannt werden.

Relevanz für Marketingverantwortliche

Für Menschen, die Erklärvideos, Produktfilme oder animierte Clips im Marketing einsetzen, ist das Verständnis des Begriffs Outtake aus mehreren Gründen wichtig. Es hilft dabei, den Wert des produzierten Materials besser einzuschätzen, das Briefing an Agenturen klarer zu formulieren und kreative Potenziale zu nutzen, die sonst ungenutzt bleiben würden.

Wer Outtakes strategisch einplant, kann aus einer einzigen Videoproduktion vielfältige Inhalte generieren, die von seriös erklärend bis humorvoll unterhaltend reichen. So wird aus dem vermeintlichen „Ausschuss“ ein Werkzeug, das Markenkommunikation menschlicher macht, die Reichweite von Erklärvideos erhöht und zusätzliche Anknüpfungspunkte für Zielgruppen schafft. Ein bewusster Umgang mit Outtakes bedeutet daher nicht nur, Pannen zu sammeln, sondern die gesamte Videoproduktion als Chance zu begreifen, Geschichten über das Produkt hinaus zu erzählen und die Menschen hinter der Marke sichtbar zu machen.

Häufige Fragen zu „Outtake"

Ein Outtake ist eine Szene, die bei der Aufnahme eines Videos nicht wie geplant funktioniert, zum Beispiel durch Versprecher oder Pannen. Diese Szenen werden meist nicht im eigentlichen Erklärvideo verwendet, können aber als Bonusmaterial oder für Social Media eingesetzt werden.

Outtakes zeigen die menschliche Seite eines Unternehmens und wirken oft sympathisch und authentisch. Richtig eingesetzt können sie die Markenbindung stärken, Aufmerksamkeit erzeugen und für zusätzliche Reichweite in sozialen Netzwerken sorgen.

Das kann sinnvoll sein, wenn die Outtakes Ihre Marke positiv und humorvoll zeigen und keine vertraulichen Informationen enthalten. Prüfen Sie, ob alle Beteiligten einverstanden sind und ob die Szenen zu Ihrer Markenbotschaft und Tonalität passen.

Sie können Outtakes als kurze Clips für Social Media, als Abschluss eines Erklärvideos oder in Making-of-Videos einsetzen. Planen Sie sie bewusst als Teil Ihrer Content-Strategie ein, um Nähe aufzubauen, die Produktion nahbar zu machen und zusätzliche Kontaktpunkte zur Zielgruppe zu schaffen.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

Jetzt Kontakt aufnehmen Referenzen ansehen