Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

Sounddesign einfach erklärt

Sounddesign verleiht Ihrem Erklärvideo Emotion, Klarheit und Wiedererkennungswert durch gezielt gestaltete Geräusche, Musik und Stimmen.

Im Marketing und in der Videoproduktion wird häufig über Bilder, Farben und Texte gesprochen, doch der Klang bleibt oft im Hintergrund. Genau hier setzt Sounddesign an. Es beschreibt die bewusste Gestaltung aller akustischen Elemente eines Videos, einer Animation oder eines Markenauftritts. Für Marketing-Verantwortliche ist Sounddesign ein wirkungsvolles Werkzeug, um Botschaften klarer zu transportieren, Emotionen zu wecken und Marken erlebbar zu machen.

Begriff und Grundidee

Unter Sounddesign versteht man die Planung, Auswahl, Aufnahme, Bearbeitung und Mischung von Klängen für audiovisuelle Inhalte. Dazu gehören Musik, Sprache, Geräusche, Umgebungsatmosphären und Stille. Ziel ist ein stimmiges akustisches Gesamtbild, das Inhalt, Bildsprache und Marke optimal unterstützt.

Im Umfeld von Erklärvideo, Videoproduktion, Animation und Illustration bedeutet Sounddesign zum Beispiel, dass zu einer animierten Grafik passende Klickgeräusche, dezente Hintergrundmusik und eine gut verständliche Sprecherstimme kombiniert werden. So entsteht aus einer rein visuellen Darstellung ein lebendiges, leicht verständliches Video, das in Erinnerung bleibt.

Bestandteile des Sounddesigns

Musik

Musik ist oft das auffälligste Element im Sounddesign. Sie setzt den emotionalen Rahmen und beeinflusst, wie ein Video wahrgenommen wird. Eine ruhige, zurückhaltende Musik eignet sich für seriöse Erklärvideos im B2B-Bereich, während eine dynamische, moderne Musik eher zu Produktlaunches oder Social-Media-Clips passt.

  • Hintergrundmusik: läuft dezent unter der Sprecherstimme und schafft Stimmung, ohne vom Inhalt abzulenken.
  • Intro- und Outro-Musik: markiert den Anfang und das Ende eines Videos und kann als wiedererkennbares Element einer Marke eingesetzt werden.
  • Akzentmusik: kurze musikalische Einsätze, die wichtige Momente betonen, etwa das Erscheinen eines neuen Produkts oder die Präsentation eines Ergebnisses.

Sprache und Voice-over

In vielen Erklärvideos ist die Sprecherstimme das zentrale Element. Im Sounddesign geht es hier nicht nur um die Aufnahme selbst, sondern auch um die Auswahl der Stimme und ihre Bearbeitung.

  • Stimmwahl: Passt eine sachliche, ruhige Stimme besser zur Marke, oder eine jüngere, dynamische? Stimme und Marke sollten zusammenpassen.
  • Aufnahmetechnik: Ein gutes Mikrofon, ein ruhiger Raum und eine saubere Aufnahme vermeiden Störgeräusche und sorgen für klare Verständlichkeit.
  • Nachbearbeitung: Lautstärkeanpassung, Entfernung von Atemgeräuschen und leichte Klangkorrektur lassen die Stimme professionell wirken.

Eine sauber produzierte Sprecherstimme vermittelt Kompetenz und Vertrauen. Im Marketing-Alltag kann eine einzige, wiederkehrende Sprecherstimme in mehreren Videos dazu beitragen, dass eine Marke wiedererkannt und als konsistent wahrgenommen wird.

Geräusche und Soundeffekte

Geräusche und Soundeffekte sind im Sounddesign das Bindeglied zwischen Bild und Klang. Sie machen Bewegungen, Übergänge und Interaktionen hörbar.

  • UI- und Klicksounds: Wenn in einem Erklärvideo eine App oder Software gezeigt wird, unterstützen Klicks, Wischgeräusche oder dezente Bestätigungstöne das Verständnis der Bedienung.
  • Bewegungssounds: Ein leichtes „Whoosh“, wenn ein Text eingeblendet wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf neue Informationen.
  • Objektgeräusche: Ein Produkt, das geöffnet, gedreht oder benutzt wird, wirkt glaubwürdiger, wenn passende Geräusche zu hören sind.

Sorgfältig eingesetzte Soundeffekte helfen, komplexe Abläufe intuitiv nachvollziehbar zu machen. Gleichzeitig geben sie Videos einen modernen, hochwertigen Eindruck.

Atmosphären und Umgebungsgeräusche

Atmosphären sind Hintergrundklänge, die einen Ort oder eine Situation vermitteln. Im Sounddesign werden sie genutzt, um Szenen glaubwürdig zu machen, ohne dass sie visuell bis ins Detail gezeigt werden müssen.

  • Büroatmosphäre: leises Tippen, gedämpfte Gespräche, ein Kopierer im Hintergrund für Szenen aus dem Arbeitsalltag.
  • Outdoor-Atmosphäre: Vogelzwitschern, Wind, ferne Geräusche für Videos, die Natur, Nachhaltigkeit oder Mobilität thematisieren.
  • Messe- oder Eventatmosphäre: Stimmengewirr, Musik im Hintergrund, vereinzelte Durchsagen für Recap-Videos von Veranstaltungen.

Solche Atmosphären müssen nicht laut sein. Oft genügen sehr dezente Klänge, um das Gehirn der Zuschauer zu informieren, wo eine Szene spielt und in welchem Kontext sie stattfindet.

Stille als Gestaltungsmittel

Stille ist ein oft unterschätztes Element im Sounddesign. Kurze Pausen oder Momente ohne Musik lenken die Aufmerksamkeit auf das Gesagte oder auf eine wichtige visuelle Information.

Beispiel aus dem Marketing-Alltag: In einem Erklärvideo zu einem sensiblen Thema wie Datensicherheit oder Gesundheit kann ein kurzer Moment ohne Musik die Ernsthaftigkeit unterstreichen. Wenn danach Musik wieder einsetzt, wirkt der Wiedereinstieg stärker und bewusster.

Prozess des Sounddesigns in der Videoproduktion

Konzeptphase

Schon in der Konzeptphase eines Erklärvideos oder einer Animationsproduktion sollte Sounddesign mitgedacht werden. Es hilft, folgende Fragen zu klären:

  • Welche Emotion soll das Video auslösen, zum Beispiel Vertrauen, Neugier oder Begeisterung?
  • In welchem Kontext wird das Video angesehen, etwa im Büro mit Lautsprechern, unterwegs mit Kopfhörern oder auf einer Messe?
  • Welche Rolle spielen Musik, Stimme und Geräusche in diesem speziellen Projekt?

Wenn diese Fragen früh beantwortet werden, kann das Drehbuch bereits Hinweise auf wichtige Klangmomente enthalten. So lassen sich später Zeit und Kosten sparen, weil weniger nachträglich angepasst werden muss.

Produktion und Aufnahme

Im nächsten Schritt werden die benötigten Klänge gesammelt oder produziert. Dazu gehören:

  • Aufnahme der Sprecherstimme in einem geeigneten Raum.
  • Auswahl oder Komposition der Musik passend zur Marke und zur Länge des Videos.
  • Auswahl von Soundeffekten aus Bibliotheken oder Aufnahme eigener Geräusche, wenn etwas besonders markant klingen soll.

Für Marketing-Verantwortliche ist es hilfreich zu wissen, dass viele Produktionsstudios mit umfangreichen Bibliotheken arbeiten. Das bedeutet, dass nicht jedes Geräusch neu aufgenommen werden muss. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, für wichtige Markenprojekte individuelle Sounds zu erstellen, um sich von der Masse abzuheben.

Bearbeitung und Mischung

In der anschließenden Bearbeitung werden alle Elemente des Sounddesign aufeinander abgestimmt. Typische Schritte sind:

  • Lautstärkeanpassung der einzelnen Spuren, damit Stimme, Musik und Geräusche ausgewogen sind.
  • Frequenzbearbeitung, um störende Frequenzen zu reduzieren und die Verständlichkeit der Sprache zu erhöhen.
  • Räumliche Platzierung, zum Beispiel durch leichte Stereoverteilung, um ein natürliches Klangbild zu erzeugen.
  • Feinabstimmung auf das Bild, damit Geräusche exakt zu Bewegungen und Übergängen passen.

Das Ziel ist ein harmonischer Gesamtklang, der professionell wirkt und den Inhalt unterstützt. Ein gutes Sounddesign fällt oft gar nicht bewusst auf, sondern wird vor allem dann bemerkt, wenn es fehlt oder schlecht umgesetzt ist.

Rolle von Sounddesign im Marketing

Emotionale Markenwirkung

Marken werden nicht nur über Logos und Farben wahrgenommen, sondern auch über Klang. Sounddesign kann dazu beitragen, eine Markenpersönlichkeit hörbar zu machen. Eine moderne Tech-Marke kann mit klaren, digitalen Sounds und präziser Musik arbeiten, während eine nachhaltige Marke eher warme, organische Klangfarben nutzt.

Ein wiederkehrendes akustisches Element, zum Beispiel ein kurzer Jingle oder ein charakteristischer Ton bei Logo-Einblendung, kann sich im Gedächtnis der Zuschauer verankern. So wird die Marke auch dann erkannt, wenn das Video nur kurz oder ohne genaues Hinsehen wahrgenommen wird, etwa in Social-Media-Feeds oder auf Messen.

Unterstützung der Verständlichkeit

Besonders bei Erklärvideos ist Verständlichkeit entscheidend. Sounddesign unterstützt dies auf mehreren Ebenen:

  • Eine klare Sprecherstimme mit ruhiger, nicht zu aufdringlicher Musik im Hintergrund erleichtert das Folgen komplexer Inhalte.
  • Gezielte Soundeffekte lenken die Aufmerksamkeit auf wichtige Schritte oder Übergänge.
  • Akustische Trennungen zwischen Kapiteln oder Themenblöcken helfen, Inhalte zu strukturieren.

Im Marketing-Alltag bedeutet das: Ein gut gestaltetes Erklärvideo kann komplizierte Produkte, Services oder Prozesse so vermitteln, dass potenzielle Kunden sie schneller verstehen und sich eher mit der Marke auseinandersetzen.

Wiedererkennbarkeit und Konsistenz

Wenn mehrere Videos einer Marke ein ähnliches Sounddesign nutzen, entsteht ein konsistenter Auftritt. Typische Elemente können sein:

  • Wiederkehrende Intro- und Outro-Musik.
  • Gleiche oder ähnliche Sprecherstimmen.
  • Einheitliche Art von Soundeffekten bei Animationen und Übergängen.

Diese akustische Konsistenz wirkt professionell und stärkt die Wiedererkennbarkeit. Über verschiedene Kanäle hinweg, etwa Website, Social Media, Präsentationen oder Messen, entsteht so ein einheitliches Klangbild der Marke.

Praxisnahe Beispiele

Erklärvideo für eine Software-Lösung

Ein Unternehmen möchte eine neue B2B-Software erklären. Das Video zeigt animierte Bildschirme, Icons und Prozessabläufe. Das Sounddesign könnte hier so aussehen:

  • Eine dezente, moderne Hintergrundmusik, die Professionalität vermittelt.
  • Eine ruhige, klare Sprecherstimme, die die einzelnen Schritte erläutert.
  • Leichte Klick- und Wischgeräusche, wenn der Nutzer durch die Software navigiert.
  • Ein kurzer Ton, wenn ein wichtiger Vorteil oder ein zentrales Feature hervorgehoben wird.

Durch diese Kombination wird das Video nicht nur informativ, sondern auch angenehm anzusehen und anzuhören. Die Zielgruppe versteht schneller, wie die Software funktioniert und warum sie relevant ist.

Produktvideo für ein Konsumgut

Ein Unternehmen bringt ein neues Haushaltsgerät auf den Markt. Das Produktvideo zeigt das Gerät im Einsatz. Im Sounddesign könnten folgende Elemente vorkommen:

  • Eine freundliche, leicht lebhafte Musik, die den Alltagston des Produkts widerspiegelt.
  • Originalgeräusche des Geräts, zum Beispiel beim Einschalten, beim Öffnen oder bei der Nutzung.
  • Kurze Soundeffekte, wenn Vorteile oder Besonderheiten grafisch eingeblendet werden.

Diese Gestaltung macht das Produkt erlebbar, auch wenn Zuschauer es noch nicht selbst in der Hand hatten. Sie hören, wie es klingt, und können sich besser vorstellen, wie es in ihren Alltag passt.

Animationsvideo für eine Markenstory

Eine Marke möchte ihre Geschichte in einer animierten Story erzählen. Illustration und Animation stehen im Mittelpunkt. Das Sounddesign unterstützt diese Geschichte, indem es:

  • eine Musik nutzt, die sich im Verlauf an die Dramaturgie anpasst, etwa ruhiger Beginn, dann Steigerung, am Ende ein positiver Abschluss.
  • Geräusche für zentrale Szenen einsetzt, zum Beispiel Schritte, Blätterrauschen oder Maschinenklänge, je nach Story.
  • mit kurzen Pausen arbeitet, wenn eine wichtige Botschaft im Bild erscheint, damit sie wirken kann.

Dadurch wird die Geschichte emotionaler und bleibt besser im Gedächtnis der Zuschauer.

Typische Herausforderungen und Lösungsansätze

Überladenes Klangbild

Eine häufige Herausforderung ist ein zu volles Sounddesign. Zu laute Musik, zu viele Effekte oder eine überbetonte Atmosphäre können vom Inhalt ablenken. Hier hilft ein klarer Fokus: Sprache und Kernaussage haben Vorrang, Musik und Effekte unterstützen nur.

Eine einfache Lösung besteht darin, Lautstärken zu reduzieren, bestimmte Geräusche zu entfernen und bewusst mit Stille zu arbeiten. So entsteht mehr Raum für die Botschaft.

Unklare Prioritäten

Manchmal ist nicht klar, ob Musik, Stimme oder Effekte dominieren sollen. Im Marketing-Kontext sollte meist die Verständlichkeit der Inhalte im Vordergrund stehen. Das bedeutet:

  • Die Sprecherstimme bleibt immer gut hörbar.
  • Die Musik passt sich der Lautstärke der Stimme an.
  • Effekte werden gezielt und nicht permanent eingesetzt.

Ein professionelles Sounddesign sorgt dafür, dass sich diese Elemente nicht gegenseitig überlagern, sondern ergänzen.

Unterschiedliche Ausspielkanäle

Ein Video kann auf der Website, auf YouTube, in Social Media, auf Messen oder in Präsentationen laufen. Jede Umgebung hat eigene akustische Bedingungen. Auf einer Messe ist es laut, auf dem Smartphone wird oft mit Kopfhörern gehört, im Büro vielleicht über kleine Lautsprecher.

Beim Sounddesign sollte daher berücksichtigt werden, auf welchen Kanälen das Video hauptsächlich genutzt wird. Eine klare Stimme und eine nicht zu basslastige Musik sind oft ein guter Kompromiss, damit der Klang auf unterschiedlichen Geräten verständlich bleibt.

Zusammenarbeit mit Dienstleistern

Marketing-Verantwortliche arbeiten häufig mit Agenturen, Produktionsfirmen oder freiberuflichen Sounddesignern zusammen. Für eine effiziente Zusammenarbeit helfen klare Vorgaben:

  • Beschreibung der Zielgruppe und des Einsatzzwecks des Videos.
  • Angabe der gewünschten Stimmung, zum Beispiel seriös, inspirierend, verspielt.
  • Beispiele für Klangwelten, die gefallen oder nicht gefallen.
  • Hinweise zu Markenrichtlinien, falls es bereits Vorgaben für Musik, Jingles oder Stimmen gibt.

Je genauer diese Informationen sind, desto zielgerichteter kann das Sounddesign entwickelt werden. Gleichzeitig lohnt sich Offenheit für Vorschläge, da erfahrene Sounddesigner oft kreative Lösungen anbieten, an die man im ersten Moment nicht gedacht hat.

Fazit

Sounddesign ist weit mehr als nur Hintergrundmusik. Es ist die bewusste Gestaltung aller Klänge, die ein Video, eine Animation oder einen Markenauftritt begleiten. Für Marketing-Verantwortliche bietet es die Möglichkeit, Botschaften klarer zu vermitteln, Emotionen gezielt anzusprechen und eine Marke hörbar zu machen. Durch das Zusammenspiel von Musik, Sprache, Geräuschen, Atmosphären und Stille entsteht ein akustisches Gesamtbild, das Inhalte unterstützt und verstärkt. Wer Sounddesign früh in die Planung von Erklärvideos und Videoproduktionen einbezieht, schafft nicht nur professionelle, sondern auch wirkungsvolle Kommunikationsmittel, die in Erinnerung bleiben und den Markenkern erlebbar machen.

Häufige Fragen zu „Sounddesign"

Sounddesign bezeichnet die gezielte Gestaltung aller akustischen Elemente in einem Erklärvideo. Dazu gehören Musik, Geräusche, Soundeffekte und die Abstimmung mit der Stimme, damit Ihre Botschaft klarer, emotionaler und einprägsamer wird.

Gutes Sounddesign sorgt dafür, dass Inhalte besser verstanden und länger erinnert werden. Es lenkt die Aufmerksamkeit, unterstützt die Story und verleiht Ihrer Marke einen professionellen und wiedererkennbaren Auftritt.

Zum Sounddesign zählen Musik, Geräusche, Soundeffekte und die Bearbeitung der Sprachaufnahme. Diese Elemente werden in Lautstärke, Timing und Stimmung so aufeinander abgestimmt, dass sie das Bild optimal unterstützen und nicht ablenken.

Sounddesign hat einen sehr großen Einfluss, weil es Emotionen weckt und die Verständlichkeit verbessert. Ein Video mit gutem Bild, aber schlechtem Ton wirkt unprofessionell, während durchdachter Klang selbst einfache Animationen hochwertig und überzeugend erscheinen lässt.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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