Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Videoproduktion und im Marketing-Alltag begegnet man früher oder später dem Begriff Transcoding, oft im Zusammenhang mit Erklärvideos, Social Media Clips oder animierten Produktfilmen. Wer Videoprojekte beauftragt oder betreut, muss nicht selbst technisch tief einsteigen, sollte aber verstehen, was bei diesem Vorgang passiert und warum er für die Verbreitung von Videoinhalten so wichtig ist.

Grundprinzip: Was beim Transcoding passiert

Transcoding bezeichnet den Prozess, bei dem ein Video von einem Format in ein anderes umgewandelt wird. Gemeint sind sowohl die Hülle des Videos, also das Dateiformat wie MP4 oder MOV, als auch die Art und Weise, wie Bild und Ton im Inneren komprimiert und gespeichert werden. Diese Kompressionsverfahren werden als Codecs bezeichnet, zum Beispiel H.264 oder H.265.

Beim Transcoding wird ein bestehendes Video geöffnet, neu berechnet und wieder abgespeichert. Dabei können sich unter anderem folgende Eigenschaften ändern:

  • das Dateiformat, zum Beispiel von MOV zu MP4
  • der Video Codec, zum Beispiel von ProRes zu H.264
  • die Auflösung, etwa von 4K zu Full HD
  • die Bitrate, also wie viele Daten pro Sekunde verwendet werden
  • das Seitenverhältnis, zum Beispiel von 16:9 zu 9:16
  • das Audioformat und die Audioqualität

Das Ergebnis des Transcoding Prozesses ist ein Video, das technisch besser zu seinem vorgesehenen Einsatzzweck passt. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das: Das fertige Erklärvideo kann auf verschiedenen Plattformen, Geräten und in unterschiedlichen Kampagnen-Formaten optimal ausgespielt werden.

Warum Transcoding im Marketing wichtig ist

Im Marketing spielt Transcoding eine zentrale Rolle, weil Zielgruppen Videos auf sehr unterschiedlichen Geräten und Kanälen sehen. Ein Video, das in höchster Studioqualität produziert wurde, ist oft viel zu groß und zu unhandlich für den Einsatz auf Webseiten, Social Media oder in Newslettern. Durch gezieltes Transcoding wird aus einem Produktions-Master ein handliches, schnell ladendes und kompatibles Video, ohne dass die wahrgenommene Qualität für die Zielgruppe unnötig leidet.

Typische Ziele im Marketing-Alltag

Im Kontext von Erklärvideos, Produktfilmen und Animationen verfolgt Transcoding meist mehrere Ziele gleichzeitig:

  • Schnelle Ladezeiten für Webseiten, Landingpages und Online-Shops
  • Stabile Wiedergabe auf mobilen Geräten mit schwächerer Internetverbindung
  • Kompatibilität mit Plattformen wie YouTube, LinkedIn, Instagram oder TikTok
  • Optimierte Dateigrößen für Newsletter, Download-Bereiche oder interne Kommunikationskanäle
  • Angepasste Formate für unterschiedliche Seitenverhältnisse und Bildschirmgrößen

Ein zentrales Ziel ist immer, die Balance zwischen Dateigröße und Bildqualität zu finden. Zu groß bedeutet langsame Ladezeiten und abgesprungene Nutzer, zu stark komprimiert bedeutet sichtbare Artefakte, verschwommene Details und einen unprofessionellen Eindruck. Transcoding hilft dabei, diesen Mittelweg zu gestalten.

Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Erklärvideo auf der Unternehmenswebseite

Eine Agentur produziert ein animiertes Erklärvideo im hochauflösenden Studioformat. Diese Datei ist mehrere Gigabyte groß und eignet sich hervorragend für die Archivierung und spätere Bearbeitung, aber nicht für die direkte Einbindung auf einer Website.

Im nächsten Schritt wird Transcoding eingesetzt:

  • Die Auflösung wird etwa von 4K auf Full HD reduziert, da die meisten Website-Besucher auf kleineren Bildschirmen schauen.
  • Die Bitrate wird angepasst, damit die Datei wesentlich kleiner wird und sich schneller lädt.
  • Das Format wird in eine MP4 Datei mit H.264 Codec umgewandelt, da dieses Format von den meisten Browsern sehr gut unterstützt wird.

Durch dieses Transcoding entsteht eine Version, die für die Website optimiert ist. Die Besucher erleben das Video flüssig und ohne lange Wartezeiten, während die Qualität für den Einsatzzweck mehr als ausreichend ist.

Beispiel 2: Social Media Kampagne in verschiedenen Formaten

Ein Unternehmen plant eine Social Media Kampagne mit kurzen Erklärsequenzen aus einem bestehenden Produktvideo. Das Ursprungsmaterial liegt im Querformat vor und wurde ursprünglich für eine Messepräsentation produziert.

Um das Video auf verschiedenen Plattformen optimal zu nutzen, wird Transcoding in mehreren Varianten eingesetzt:

  • Ein Quadratformat für den Feed auf Instagram und Facebook
  • Ein Hochformat für Stories und Reels
  • Ein horizontaler Clip für YouTube und LinkedIn

Jede dieser Varianten erfordert unterschiedliche Auflösungen, Bitraten und manchmal auch leicht angepasste Bildausschnitte. Durch gezieltes Transcoding entstehen mehrere Versionen aus einem Ursprungsfilm, die alle technisch optimal auf ihren Kanal abgestimmt sind. Das erhöht die Reichweite und verbessert die Nutzererfahrung, ohne dass das Video jedes Mal komplett neu produziert werden muss.

Beispiel 3: Interne Schulungsplattform

Ein Unternehmen baut eine interne Lernplattform auf, auf der Erklärvideos und Schulungsfilme bereitgestellt werden. Die Mitarbeiter greifen aus verschiedenen Ländern und mit sehr unterschiedlichen Internetverbindungen auf die Inhalte zu.

Hier wird Transcoding genutzt, um mehrere Qualitätsstufen desselben Videos zu erstellen. Die Plattform kann dann je nach Verbindungsgeschwindigkeit automatisch die passende Version ausspielen. Mitarbeitende mit schneller Verbindung sehen eine sehr hochwertige Version, während bei schwächerer Verbindung eine stärker komprimierte, aber weiterhin gut verständliche Version geladen wird.

Transcoding in der Produktionskette von Erklärvideos

Im Lebenszyklus eines Erklärvideos taucht Transcoding an mehreren Stellen auf. Es ist kein einmaliger Vorgang, sondern begleitet das Projekt von der ersten Bearbeitung bis zur Ausspielung der finalen Versionen.

Vom Rohmaterial zum Schnitt

Schon beim Import von Kameraaufnahmen oder animierten Sequenzen kann Transcoding eine Rolle spielen. Manchmal werden hochkomprimierte Aufnahmen zunächst in ein schnittfreundliches Format umgewandelt, das sich besser bearbeiten lässt. Diese Art von Transcoding dient vor allem der internen Produktionsqualität und ist für Marketing-Verantwortliche meist im Hintergrund.

Vom Schnitt-Master zu Verteilversionen

Relevant für Marketing ist vor allem der Schritt vom finalen Schnitt zur Verteilung. Aus einem hochwertigen Master werden durch Transcoding mehrere Endversionen erzeugt:

  • eine Version für die Website
  • eine Version für YouTube
  • eine oder mehrere Versionen für Social Media
  • gegebenenfalls eine Version für Messen oder Präsentationen auf großen Displays

Jede dieser Versionen kann andere technische Anforderungen haben. Plattformen wie YouTube oder LinkedIn empfehlen bestimmte Formate und Einstellungen. Professionelle Dienstleister berücksichtigen diese Vorgaben beim Transcoding, damit die Videos optimal dargestellt werden und von den Plattformen nicht zusätzlich stark komprimiert werden müssen.

Technische Grundlagen verständlich erklärt

Codecs und Container

Um Transcoding besser einordnen zu können, hilft ein einfaches Bild. Man kann sich ein Video als Paket vorstellen. Die Schachtel ist der Container, zum Beispiel MP4, MOV oder MKV. Im Inneren befinden sich die eigentlichen Inhalte, also das Bild und der Ton, die mit bestimmten Codecs verpackt sind.

Beim Transcoding kann sich die Schachtel ändern, der Inhalt oder beides zusammen. Ein gängiges Ziel im Marketing ist ein MP4 Video mit H.264 Codec, weil dieses Format von vielen Geräten und Plattformen zuverlässig unterstützt wird und eine gute Balance zwischen Qualität und Dateigröße bietet.

Auflösung und Bitrate

Zwei zentrale Stellschrauben beim Transcoding sind Auflösung und Bitrate. Die Auflösung beschreibt die Größe des Bildes, also zum Beispiel 1920 mal 1080 Pixel für Full HD. Die Bitrate beschreibt, wie viele Daten pro Sekunde übertragen werden. Eine höhere Bitrate bedeutet in der Regel eine bessere Bildqualität, aber auch größere Dateien.

In der Praxis bedeutet das: Für ein Erklärvideo auf einer Landingpage kann eine moderate Bitrate ausreichen, damit das Video schnell lädt und trotzdem gut aussieht. Für eine große Leinwand auf einer Messe wird dagegen eine höhere Bitrate gewählt, um auch auf sehr großen Displays eine scharfe Darstellung zu erreichen.

Typische Herausforderungen und wie man sie vermeidet

Qualitätsverluste durch mehrfaches Transcoding

Bei jedem Transcoding Vorgang können Qualitätsverluste entstehen, insbesondere wenn ein bereits stark komprimiertes Video erneut komprimiert wird. Das äußert sich in unscharfen Kanten, sichtbaren Blöcken im Bild oder flimmernden Details. Daher ist es in der Videoproduktion üblich, möglichst lange mit hochwertigen Masterdateien zu arbeiten und erst am Ende gezielt komprimierte Versionen zu erzeugen.

Praxis-Tipp: Wenn Sie mit einer Agentur arbeiten, lassen Sie sich nach Möglichkeit immer auch eine hochwertige Masterversion Ihres Erklärvideos geben. So können später neue Versionen für weitere Plattformen erstellt werden, ohne dass jedes Mal ein unnötiger Qualitätsverlust entsteht.

Zu große oder zu kleine Dateien

Ein weiteres häufiges Problem im Marketing-Alltag sind ungeeignete Dateigrößen. Eine Datei kann durch unpassendes Transcoding zu groß sein, was die Ladezeiten verlängert und die Nutzererfahrung verschlechtert. Umgekehrt kann eine zu starke Komprimierung das Video unprofessionell wirken lassen.

Die Kunst besteht darin, für jeden Einsatzzweck die passende Einstellung zu finden. Für Social Media darf die Komprimierung meist etwas stärker sein, da die Videos oft auf kleinen Smartphone Displays angesehen werden. Für eine Produktpräsentation auf einem großen Bildschirm sollte die Qualität höher angesetzt werden.

Transcoding und unterschiedliche Plattformen

Jede Plattform hat ihre eigenen technischen Vorgaben. Transcoding sorgt dafür, dass ein Video diese Vorgaben erfüllt und optimal wiedergegeben wird.

Webseiten und Landingpages

Auf Webseiten geht es vor allem um die Balance aus Qualität und Ladegeschwindigkeit. Viele Nutzer entscheiden innerhalb weniger Sekunden, ob sie auf einer Seite bleiben. Wenn das Erklärvideo nicht schnell startet, verliert man potenzielle Kunden. Hier hilft Transcoding, indem eine Version erzeugt wird, die auf schnelle Wiedergabe optimiert ist. Häufig werden mehrere Qualitätsstufen bereitgestellt, aus denen ein Videoplayer automatisch die passende Variante auswählt.

YouTube und Videoportale

YouTube und ähnliche Plattformen führen selbst Transcoding durch, sobald ein Video hochgeladen wird. Das bedeutet, dass aus einer hochgeladenen Datei intern mehrere Varianten erzeugt werden, damit das Video auf unterschiedlichen Geräten und bei verschiedenen Bandbreiten funktioniert. Wer für Marketingzwecke Videos hochlädt, sollte eine ausreichend hochwertige Datei bereitstellen, damit das interne Transcoding der Plattform eine gute Ausgangsbasis hat.

Social Media Feeds und Stories

Auf Social Media sind kurze, aufmerksamkeitsstarke Clips gefragt. Hier spielt Transcoding vor allem bei der Anpassung an Hochformat, Quadratformat oder Querformat eine Rolle. Zusätzlich müssen Dateigröße und Länge auf die Vorgaben der Plattform abgestimmt werden. Ein professioneller Workflow sorgt dafür, dass aus einem zentralen Erklärvideo gezielt mehrere Social Media Varianten generiert werden, die alle korrekt formatiert und komprimiert sind.

Zusammenarbeit mit Dienstleistern

Marketing-Verantwortliche müssen die technischen Parameter des Transcoding nicht im Detail kennen, profitieren aber davon, die grundlegenden Fragen zu stellen und die eigenen Anforderungen klar zu formulieren.

Wichtige Fragen an Agenturen und Produzenten

  • In welchen Formaten liefern Sie das Video aus
  • Erhalte ich eine Masterversion für spätere Anpassungen
  • Erstellen Sie unterschiedliche Versionen für Website, YouTube und Social Media
  • Wie stellen Sie sicher, dass die Videos schnell laden und trotzdem gut aussehen
  • Welche Auflösungen und Seitenverhältnisse empfehlen Sie für unsere wichtigsten Kanäle

Wenn diese Fragen geklärt sind, kann die Agentur das Transcoding so planen, dass sowohl aktuelle als auch zukünftige Einsatzzwecke abgedeckt sind. Das spart langfristig Kosten und reduziert den Aufwand bei neuen Kampagnen.

Fazit: Transcoding als Schlüssel für erfolgreiche Videokommunikation

Transcoding ist ein technischer Begriff mit großer praktischer Bedeutung für alle, die Erklärvideos, Produktfilme oder animierte Inhalte im Marketing einsetzen. Er beschreibt den Prozess, mit dem ein Video in ein anderes Format, eine andere Qualität oder ein anderes Seitenverhältnis umgewandelt wird, damit es auf verschiedenen Plattformen und Geräten optimal genutzt werden kann. Ohne durchdachtes Transcoding bleiben Videos entweder in zu großen Dateien verborgen oder verlieren unnötig an Qualität. Wer versteht, dass aus einem hochwertigen Master gezielt unterschiedliche Versionen für Website, Social Media, interne Plattformen und Präsentationen erzeugt werden, kann Videoprojekte besser planen und mit Dienstleistern klarer kommunizieren. So wird Transcoding zu einem zentralen Baustein einer professionellen Videostrategie, die Erklärvideos, Animationen und Marketingclips effizient und wirkungsvoll an die gewünschte Zielgruppe bringt.

Häufige Fragen zu „Transcoding"

Transcoding ist die Umwandlung eines Videos von einem Format oder einer Qualität in ein anderes. Dabei werden Bild und Ton neu codiert, damit die Datei besser zu bestimmten Geräten, Plattformen oder Bandbreiten passt. So lassen sich Erklärvideos flexibel auf verschiedensten Kanälen nutzen.

Ohne Transcoding würde ein Video oft nur auf wenigen Geräten oder in bestimmten Browsern zuverlässig laufen. Durch das Anpassen von Format, Auflösung und Dateigröße stellen Sie sicher, dass Ihr Erklärvideo auf Smartphones, Tablets, Laptops und Social Media sauber abgespielt wird. Das erhöht Reichweite, Nutzererlebnis und letztlich die Wirkung Ihrer Botschaft.

Transcoding ermöglicht es, mehrere Qualitätsstufen eines Videos zu erzeugen, etwa für langsame und schnelle Internetverbindungen. So lädt das Video schneller, ruckelt weniger und bleibt trotzdem scharf genug für den jeweiligen Bildschirm. Plattformen können dann automatisch die passende Version ausliefern, ohne dass Nutzer etwas einstellen müssen.

In vielen Fällen übernimmt die genutzte Videoplattform das Transcoding automatisch im Hintergrund. Sie laden nur eine hochwertige Masterdatei hoch und die Plattform erzeugt daraus verschiedene Formate und Auflösungen. Wichtig ist, dass Sie mit Ihrer Agentur oder Ihrem Videodienstleister klären, dass ein professionelles Transcoding Teil des Workflows ist.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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