Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Videoproduktion und im Online Marketing spielt die Frage eine zentrale Rolle, ob ein Video seine Zielgruppe wirklich erreicht und wie intensiv es genutzt wird. Eine der wichtigsten Kennzahlen dafür ist die View-Through-Rate. Sie hilft Marketing-Verantwortlichen zu verstehen, wie viel vom Video tatsächlich angesehen wird und wie gut die Inhalte die Aufmerksamkeit halten. Gerade bei Erklärvideos, animierten Produktfilmen oder Social Media Clips ist diese Kennzahl ein entscheidender Hinweis darauf, ob Botschaft, Dramaturgie und Länge des Videos zur Zielgruppe passen.

Grundprinzip und Definition

Die View-Through-Rate ist eine Kennzahl aus dem Online Marketing, die beschreibt, wie viele Personen ein Video bis zu einem bestimmten Punkt oder sogar bis zum Ende ansehen. Sie setzt die Anzahl der vollständigen oder weitgehend angesehenen Videoaufrufe in Relation zu allen Videoaufrufen. Je nach Plattform kann sich die genaue Berechnung leicht unterscheiden, das Grundprinzip bleibt jedoch gleich: Es geht darum, wie konsequent Zuschauerinnen und Zuschauer beim Video bleiben.

Vereinfacht gesagt beantwortet die View-Through-Rate die Frage: Wie viele Menschen sehen sich mein Video nicht nur an, sondern bleiben auch wirklich dabei? Im Kontext von Erklärvideos ist das besonders wichtig, denn die zentrale Botschaft oder der Call-to-Action liegt häufig im letzten Drittel des Videos. Wenn viele Nutzer frühzeitig abbrechen, kann das Video seine Aufgabe im Marketing Funnel nicht erfüllen.

Abgrenzung zu anderen Kennzahlen

Um die Bedeutung der View-Through-Rate richtig einzuordnen, ist es hilfreich, sie von anderen Videokennzahlen zu unterscheiden.

Views und Impressionen

Views geben an, wie oft ein Video angesehen wurde, Impressionen dagegen, wie oft es eingeblendet wurde. Beide Werte sagen jedoch wenig darüber aus, wie lange jemand das Video angeschaut hat. Eine Kampagne kann viele Views erzeugen, aber wenn die meisten Zuschauer nach wenigen Sekunden abbrechen, verpufft der eigentliche Effekt der Botschaft. Erst die View-Through-Rate zeigt, ob die Aufmerksamkeit über den gesamten Verlauf des Videos gehalten werden konnte.

Click-Through-Rate

Die Click-Through-Rate misst, wie viele Personen nach dem Anschauen des Videos auf einen Link klicken, etwa auf eine Landingpage oder einen Shop. Sie ist stark handlungsorientiert. Die View-Through-Rate setzt früher an. Sie zeigt, ob das Video überhaupt bis zu dem Punkt angesehen wird, an dem der Call-to-Action platziert ist. Eine hohe Click-Through-Rate ist schwer erreichbar, wenn die View-Through-Rate niedrig ist, weil dann viele Zuschauer die Handlungsaufforderung gar nicht sehen.

Wie Plattformen die View-Through-Rate erfassen

Die konkrete Messung der View-Through-Rate hängt von der Videoplattform ab. Viele Plattformen bieten mehrere Stufen an, etwa wie viele Nutzer 25 Prozent, 50 Prozent, 75 Prozent oder 100 Prozent eines Videos ansehen. Für Marketing-Verantwortliche im Bereich Erklärvideo und Videoproduktion ist besonders relevant, wie viele Zuschauer mindestens bis zu dem Punkt bleiben, an dem die Kernbotschaft präsentiert wird.

Bei einem typischen Erklärvideo können diese Punkte zum Beispiel so aussehen:

  • 25 Prozent: Problem wird vorgestellt
  • 50 Prozent: Lösung wird erklärt
  • 75 Prozent: Produktdetails und Nutzenargumente
  • 100 Prozent: Zusammenfassung und Call-to-Action

Die View-Through-Rate zeigt dann, an welchen Stellen besonders viele Zuschauer abspringen. Wenn etwa viele Nutzer zwischen 50 und 75 Prozent abbrechen, kann das ein Hinweis auf zu komplexe Inhalte, zu viel Detailtiefe oder ein zu langes Video sein.

Praxisbeispiele aus Erklärvideo und Marketing-Alltag

Beispiel Produkt-Erklärvideo

Ein Unternehmen veröffentlicht ein animiertes Erklärvideo, das die Vorteile einer neuen Software zeigt. Das Video dauert zwei Minuten. Die ersten 30 Sekunden beschreiben das Problem der Zielgruppe, danach wird die Lösung Schritt für Schritt erklärt. Der Call-to-Action erfolgt in den letzten 15 Sekunden mit dem Hinweis auf eine Testversion.

Im Analyse-Tool ist zu erkennen, dass viele Zuschauer nach etwa 60 Sekunden aussteigen. Die View-Through-Rate bis 50 Prozent ist hoch, bis 100 Prozent jedoch deutlich niedriger. Für das Marketing-Team ist das ein klares Signal: Die Kernbotschaft und der Call-to-Action sollten früher platziert werden. Zusätzlich kann geprüft werden, ob die Erklärung im Mittelteil zu technisch oder zu detailliert ist. Durch eine Überarbeitung des Storyboards und eine Verdichtung der Inhalte kann die View-Through-Rate bei späteren Versionen messbar verbessert werden.

Beispiel Social Media Kampagne

Eine Marke schaltet auf einer Social Media Plattform kurze animierte Clips, um auf ein längeres Erklärvideo auf der eigenen Website aufmerksam zu machen. Die Clips dauern jeweils 15 Sekunden und sollen Interesse wecken. Die Auswertung zeigt, dass fast alle Nutzer die 15 Sekunden komplett ansehen. Die View-Through-Rate ist hier sehr hoch. Trotzdem klicken nur wenige auf den Link zur Website.

In diesem Fall signalisiert die View-Through-Rate, dass der Clip an sich gut funktioniert und die Aufmerksamkeit hält. Das Problem liegt eher in der Verbindung zum nächsten Schritt. Das Marketing-Team kann nun den Call-to-Action im Clip klarer formulieren, das Thumbnail des verlinkten Erklärvideos verbessern oder die Zielseite optimieren. Die Kennzahl hilft also, die Ursache für ausbleibende Klicks besser einzugrenzen.

Beispiel interne Schulungsvideos

Auch bei internen Schulungsvideos oder Onboarding-Videos ist die View-Through-Rate wertvoll. Ein Unternehmen produziert mehrere animierte Module zu einem neuen Tool. Jedes Modul dauert rund fünf Minuten. In der Auswertung zeigt sich, dass die meisten Mitarbeitenden die ersten beiden Minuten aufmerksam verfolgen, anschließend aber häufig abbrechen.

Die Verantwortlichen können daraus ableiten, dass die Module möglicherweise zu lang sind oder zu viele Informationen auf einmal vermitteln. Eine sinnvolle Reaktion wäre, die Inhalte in kürzere Einheiten aufzuteilen und die wichtigsten Punkte früher im Video zu platzieren. So lässt sich die View-Through-Rate verbessern und die Schulungsinhalte werden nachhaltiger verankert.

Faktoren, die die View-Through-Rate beeinflussen

Einstieg in das Video

Die ersten Sekunden eines Videos sind entscheidend. Ein klarer, interessanter Einstieg erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Zuschauer dabeibleiben. Für Erklärvideos bedeutet das, dass das Problem oder der Nutzen sehr schnell und verständlich angesprochen werden sollte. Wenn der Einstieg unklar oder zu langsam ist, sinkt die View-Through-Rate oft schon in den ersten Momenten.

Länge und Struktur

Die passende Videolänge hängt vom Format und vom Kanal ab. Ein komplexes B2B Erklärvideo darf länger sein als ein kurzer Social Media Clip. Wichtig ist, dass die Struktur gut geplant ist. Ein roter Faden, klare Kapitel und eine sinnvolle Dramaturgie halten die Aufmerksamkeit. Wenn ein Video unnötige Längen aufweist, zu viele Wiederholungen enthält oder ohne klare Gliederung auskommt, wirkt sich das direkt negativ auf die View-Through-Rate aus.

Storytelling und Visualisierung

Gutes Storytelling und eine ansprechende visuelle Gestaltung sind zentrale Hebel. Animierte Charaktere, verständliche Infografiken und illustrative Beispiele machen komplexe Inhalte greifbar. Wenn Zuschauer sich in der Geschichte wiederfinden oder die Visualisierung als hilfreich empfinden, bleiben sie eher bis zum Ende. Die View-Through-Rate wird so zu einem indirekten Indikator für die Qualität von Storyboard, Animation und Illustration.

Zielgruppe und Relevanz

Selbst ein technisch perfekt produziertes Video wird keine gute View-Through-Rate erreichen, wenn es an der Zielgruppe vorbeigeht. Sprache, Tonalität, Beispiele und die gezeigten Szenarien müssen zu den Bedürfnissen und Erwartungen der Zuschauer passen. Ein Video für Marketing-Verantwortliche benötigt andere Schwerpunkte als ein Video für Entwickler oder Endkunden. Eine saubere Zielgruppenanalyse vor der Videoproduktion zahlt direkt auf die View-Through-Rate ein.

Plattform und Ausspielung

Je nachdem, ob ein Video auf einer Website, auf YouTube, in sozialen Netzwerken oder als In-Stream Anzeige läuft, verändern sich Nutzungssituation und Aufmerksamkeitsspanne. In einem Social Feed wird häufig nebenbei und mit Ton aus geschaut, während auf einer Landingpage die Aufmerksamkeit meist höher ist. Untertitel, ein aussagekräftiges Vorschaubild und eine klare Beschreibung können die View-Through-Rate positiv beeinflussen, weil sie Erwartungen präzisieren und die Einstiegshürde senken.

Praktische Nutzung im Marketing

Optimierung von Erklärvideos

Für die Optimierung bestehender Erklärvideos ist die View-Through-Rate ein zentrales Werkzeug. Marketing-Verantwortliche können gezielt analysieren, an welchen Stellen Zuschauer aussteigen, und daraus konkrete Maßnahmen ableiten:

  • Kürzung oder Umstrukturierung zu langer Abschnitte
  • Vereinfachung komplexer Erklärpassagen
  • Frühere Platzierung der wichtigsten Botschaften
  • Einbau zusätzlicher visueller Elemente zur Verdeutlichung
  • Anpassung von Sprechertext und Tonalität

Durch wiederholtes Testen und Anpassen entsteht ein Kreislauf der Verbesserung, bei dem die View-Through-Rate als objektive Messgröße dient.

A/B Tests mit verschiedenen Versionen

Ein weiterer praktischer Ansatz ist der Vergleich verschiedener Videoversionen. So kann zum Beispiel eine Version mit direkterem Einstieg gegen eine Version mit ausführlicherem Storytelling getestet werden. Ebenfalls denkbar ist der Vergleich einer längeren und einer kürzeren Variante desselben Erklärvideos. Die View-Through-Rate zeigt dann, welche Variante die Zielgruppe besser bindet. Auf dieser Basis lassen sich fundierte Entscheidungen treffen, statt sich auf subjektive Einschätzungen zu verlassen.

Bewertung von Kampagnenqualität

In Kampagnenberichten wird häufig vor allem auf Klicks und Conversions geschaut. Wer zusätzlich die View-Through-Rate berücksichtigt, erhält ein vollständigeres Bild. Ein Video, das zwar weniger Klicks generiert, dafür aber von einem Großteil der Zuschauer bis zum Ende angesehen wird, kann langfristig wirkungsvoller sein, weil es die Marke und die Botschaft stärker verankert. In diesem Sinne ist die View-Through-Rate auch ein Qualitätsindikator für die inhaltliche und kreative Arbeit im Bereich Videoproduktion.

Interpretation und typische Missverständnisse

Keine absolute Kennzahl

Die View-Through-Rate ist keine isolierte Erfolgskennzahl. Sie muss immer im Zusammenspiel mit Zielen und Kontext betrachtet werden. Ein kurzes Teaser Video kann naturgemäß eine höhere View-Through-Rate haben als ein ausführliches Tutorial. Das bedeutet nicht automatisch, dass der Teaser erfolgreicher ist. Entscheidend ist, ob das Video seinen Zweck erfüllt, etwa Aufmerksamkeit zu erzeugen, Wissen zu vermitteln oder Kaufentscheidungen vorzubereiten.

Unterschiedliche Benchmarks

Je nach Branche, Zielgruppe und Plattform unterscheiden sich die typischen Werte. Ein Video für ein breites Konsumentenpublikum, das in einem Social Feed ausgespielt wird, erreicht andere Werte als ein spezialisiertes B2B Erklärvideo, das auf einer Fachkonferenz Website eingebunden ist. Daher ist es sinnvoll, die View-Through-Rate vor allem mit eigenen früheren Kampagnen zu vergleichen. So lässt sich erkennen, ob die Qualität der Videoinhalte im Zeitverlauf steigt.

Qualität vor reiner Verlängerung

Eine sehr hohe View-Through-Rate ist kein Selbstzweck. Ein Video, das künstlich in die Länge gezogen wird, nur um eine bestimmte Dauer zu erreichen, verliert oft an Prägnanz. Besser ist ein kompakter, klar strukturierter Film, der in angemessener Zeit alle wichtigen Informationen vermittelt. Wenn ein kürzeres Video dieselbe Botschaft vermittelt und dabei eine höhere View-Through-Rate erzielt, ist das im Marketingalltag meist die sinnvollere Lösung.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Für Marketing-Verantwortliche, die Erklärvideos oder andere Bewegtbildformate einsetzen, lassen sich einige praxisnahe Empfehlungen ableiten:

  • Vor Produktion Ziele definieren: Schon bei der Konzeption sollte klar sein, welche Rolle die View-Through-Rate spielt. Sollen Zuschauer vor allem bis zu einem bestimmten Punkt geführt werden oder ist das vollständige Ansehen entscheidend?
  • Storyboard auf Zuschauerführung ausrichten: Problem, Lösung und Nutzen sollten so angeordnet sein, dass die wichtigsten Informationen früh genug kommen, ohne die Geschichte zu überladen.
  • Regelmäßig Ausstiegsstellen analysieren: Nach Veröffentlichung lohnt ein genauer Blick auf die Stellen im Video, an denen viele Nutzer abbrechen. Diese Punkte sind Ansatzstellen für Optimierungen.
  • Versionen testen: Wenn Unsicherheit über Länge, Tonalität oder Detailtiefe besteht, können mehrere Varianten produziert und anhand der View-Through-Rate verglichen werden.
  • Umfeld berücksichtigen: Die Einbettung des Videos, das Vorschaubild, die Beschreibung und die Zielseite beeinflussen, wie konzentriert Zuschauer sind und ob sie das Video bis zum Ende ansehen.

Fazit

Die View-Through-Rate ist eine zentrale Kennzahl für alle, die Erklärvideos, animierte Produktfilme oder andere Videoformate im Marketing einsetzen. Sie zeigt, ob ein Video nicht nur angeklickt, sondern auch tatsächlich angesehen wird und wie gut es die Aufmerksamkeit der Zielgruppe hält. Gerade im Umfeld von Videoproduktion, Animation und Illustration ist sie ein wertvoller Gradmesser für die Qualität von Storytelling, Konzeption und Umsetzung. Wer die View-Through-Rate regelmäßig auswertet und als Grundlage für Optimierungen nutzt, kann seine Videoinhalte Schritt für Schritt verbessern, Streuverluste reduzieren und sicherstellen, dass wichtige Botschaften und Calls-to-Action die Zuschauer auch wirklich erreichen. Damit wird die View-Through-Rate zu einem praktischen Steuerungsinstrument im Marketingalltag, das hilft, Budgets effizient einzusetzen und die Wirkung von Erklärvideos und anderen Bewegtbildformaten nachhaltig zu steigern.

Häufige Fragen zu „View-Through-Rate"

Die View-Through-Rate gibt an, wie viele Zuschauer ein Video bis zu einem bestimmten Punkt oder bis zum Ende ansehen. Sie zeigt, ob Ihr Erklärvideo spannend und relevant genug ist, um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu halten. Eine hohe View-Through-Rate ist ein starkes Zeichen für gute Inhalte und eine passende Länge.

Die View-Through-Rate wird berechnet, indem man die Zahl der vollständigen oder bis zu einer definierten Marke angesehenen Videoaufrufe durch alle Videoaufrufe teilt. Das Ergebnis wird mit 100 multipliziert, um einen Prozentwert zu erhalten. Viele Plattformen zeigen diese Kennzahl automatisch in ihren Statistiken an.

Die View-Through-Rate zeigt, ob Ihre Botschaft im Erklärvideo wirklich ankommt. Nur wenn Zuschauer lange genug dranbleiben, sehen sie Ihre wichtigsten Inhalte und Handlungsaufforderungen. Eine gute Rate verbessert oft auch die Bewertung durch Plattform-Algorithmen und kann so Reichweite und Werbeeffizienz erhöhen.

Beginnen Sie mit einem klaren und spannenden Einstieg, der sofort den Nutzen für die Zuschauer zeigt. Halten Sie das Video möglichst fokussiert und vermeiden Sie unnötige Längen. Eine klare Struktur, gutes Storytelling und ansprechende Animationen helfen, die Aufmerksamkeit bis zum Schluss zu sichern.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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