Animation & Motion Design · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der modernen Animation und im Motion Design taucht im Produktionsprozess immer häufiger der Begriff Volume Stage auf. Gemeint ist damit eine Phase und zugleich ein räumlicher oder technischer Rahmen, in dem Figuren, Objekte oder ganze Szenen hinsichtlich ihrer räumlichen Präsenz, Tiefe und Konsistenz ausgearbeitet werden. Für Marketing-Verantwortliche, die Erklärvideos, Produktfilme oder Social-Media-Animationen beauftragen, ist es hilfreich zu verstehen, was in dieser Phase passiert, warum sie Zeit und Budget kostet und wie sie die Qualität der finalen Videos beeinflusst.

Grundidee der Volume Stage

Die Volume Stage ist der Moment im Animationsprozess, in dem aus flachen Skizzen und groben Entwürfen glaubwürdige, räumliche Figuren und Szenen werden. Während in der Konzeptphase oft nur einfache Zeichnungen oder stilisierte Scribbles entstehen, geht es in dieser Phase darum, das Volumen und die räumliche Wirkung zu definieren. Das betrifft Proportionen, Körperformen, Objektgrößen, Abstände im Raum und die Frage, wie sich Elemente bewegen, ohne ihre Form zu verlieren.

Einfach ausgedrückt klärt die Volume Stage die Frage: Wie sieht eine Figur oder ein Objekt aus, wenn es sich dreht, läuft, springt oder von einer anderen Kameraperspektive gezeigt wird In dieser Phase wird verhindert, dass sich Figuren im Verlauf des Videos ungewollt verändern oder Produkte in jeder Szene anders aussehen. Das Ergebnis ist ein konsistenter, hochwertiger Eindruck, der für Markenkommunikation besonders wichtig ist.

Einordnung im Produktionsablauf

In typischen Animationsprojekten lässt sich die Volume Stage zwischen der groben Ideenfindung und der detaillierten Ausarbeitung einordnen. Sie steht meist nach dem Script und dem Storyboard, oft parallel oder kurz nach dem Styleframe Design. Vereinfacht sieht der Ablauf so aus:

  • Briefing und Zieldefinition
  • Script und Storyboard
  • Visuelle Konzeption und Styleframes
  • Volume Stage mit Fokus auf räumliche Ausarbeitung
  • Detaillierte Illustration und Design
  • Animation und Feinschliff
  • Sounddesign und Ausspielung

Die Volume Stage ist damit ein Bindeglied zwischen Idee und finalem Look. Sie sorgt dafür, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis davon haben, wie Figuren, Produkte und Räume im Video tatsächlich wirken sollen.

Was in der Volume Stage konkret passiert

In der Praxis setzt sich die Volume Stage aus mehreren typischen Arbeitsschritten zusammen, die je nach Projektumfang unterschiedlich tief ausfallen.

1. Aufbau von Volumen und Proportionen

Designer und Animatorinnen übertragen flache Skizzen in Formen mit Volumen. Sie verwenden einfache Grundkörper wie Kugeln, Quader oder Zylinder, um Körper, Köpfe, Hände, Produkte oder Maschinen zu konstruieren. Dabei werden Proportionen festgelegt, etwa wie groß der Kopf im Verhältnis zum Körper ist oder wie dick ein Produkt im Profil wirkt. Ziel ist eine klare, einheitliche Formensprache.

Für ein Erklärvideo über eine App könnten beispielsweise die Figuren bewusst mit etwas größeren Köpfen gestaltet werden, damit Mimik und Emotionen besser lesbar sind. In der Volume Stage wird getestet, wie diese Köpfe aus verschiedenen Blickwinkeln aussehen und wie Arme und Beine sich bewegen, ohne unnatürlich zu wirken.

2. Turnarounds und Ansichten

Ein zentrales Werkzeug in der Volume Stage sind sogenannte Turnarounds. Das sind Zeichnungen oder 3D-Ansichten, in denen eine Figur oder ein Objekt von vorne, von der Seite, von hinten und oft auch in Zwischenwinkeln gezeigt wird. So entsteht ein klares Bild davon, wie das Motiv im Raum aufgebaut ist.

Für Marketing-Verantwortliche ist das besonders wichtig, wenn ein Produkt im Video von mehreren Seiten gezeigt werden soll, etwa ein neues Gerät, eine Verpackung oder ein Messestand. In der Volume Stage wird sichergestellt, dass das Produkt in jeder Perspektive wiedererkennbar ist und seinen realen Proportionen treu bleibt.

3. Räumliche Beziehungen und Abstände

Neben einzelnen Figuren und Objekten betrachtet die Volume Stage auch deren Beziehung im Raum. Wie weit stehen Personen voneinander entfernt Welche Größe hat ein Produkt im Verhältnis zu einer Hand Wie hoch ist ein virtueller Tisch im Verhältnis zu einem Stuhl Solche Fragen werden hier visuell geklärt.

In einem animierten Produktvideo könnte beispielsweise festgelegt werden, wie groß das Smartphone im Bild erscheint, wenn es in der Hand gehalten wird, und wie sich diese Größe verändert, wenn die Kamera näher heran zoomt. Die Volume Stage hilft, diese Verhältnisse konsistent zu halten, damit das Video professionell und glaubwürdig wirkt.

4. Testanimationen und Bewegungsstudien

Oft werden in der Volume Stage kurze Testanimationen erstellt. Dabei testen Animatorinnen, wie sich Figuren oder Objekte bewegen, ohne dass sie ihre Form verlieren oder unnatürlich verzerrt wirken. Diese Tests zeigen frühzeitig, ob die gewählten Proportionen und Volumen in der Bewegung funktionieren.

Ein Beispiel aus dem Marketing-Alltag ist ein animierter Markencharakter, der etwa auf einer Website oder in Social Ads eingesetzt wird. In der Volume Stage kann geprüft werden, ob der Charakter auch in schnellen Social-Media-Clips seine Wiedererkennbarkeit behält, wenn er springt, läuft oder gestikuliert.

Warum die Volume Stage für Marken wichtig ist

Gerade im Marketing ist Konsistenz ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Volume Stage trägt dazu bei, dass Markenbotschaften visuell stabil und professionell vermittelt werden.

Markenwiedererkennung sichern

Wenn eine Marke wiederkehrende Figuren, Maskottchen oder stilisierte Darstellungen von Produkten nutzt, ist es entscheidend, dass diese immer gleich aussehen. Die Volume Stage legt dafür die Grundlage. Sie definiert genau, wie breit ein Charakter ist, wie seine Silhouette wirkt und wie groß das Logo im Verhältnis zur Figur erscheint.

Eine Figur, die in jeder Kampagne etwas anders aussieht, schwächt den Wiedererkennungswert. Eine Figur, die in der Volume Stage sauber definiert wurde, stärkt die Marke langfristig.

Professioneller Eindruck in allen Kanälen

Videos werden heute in vielen Formaten ausgespielt, etwa als horizontales Erklärvideo auf der Website, als quadratischer Social-Media-Post oder als vertikaler Clip in Stories. Die Volume Stage hilft, Szenen so zu planen, dass Figuren und Produkte in allen Formaten stimmig wirken. Proportionen, Abstände und Größenverhältnisse werden so angelegt, dass nichts abgeschnitten oder verzerrt wirkt.

Dadurch entsteht ein professioneller Gesamteindruck, der wiederum positiv auf die Marke zurückfällt. Besonders bei hochwertigen Produkten oder erklärungsbedürftigen Dienstleistungen kann die saubere räumliche Ausarbeitung Vertrauen und Kompetenz vermitteln.

Effizienz in der Produktion

Auch wenn die Volume Stage zunächst wie ein zusätzlicher Schritt wirkt, spart sie in vielen Projekten Zeit und Kosten. Fehler, die hier entdeckt werden, sind deutlich günstiger zu korrigieren als in einer späteren Animationsphase. Wenn etwa auffällt, dass eine Figur in der Seitenansicht unvorteilhaft aussieht oder ein Produkt in bestimmten Perspektiven unnatürlich wirkt, lässt sich das in dieser Phase noch leicht anpassen.

Ohne diese Klärung würden solche Probleme erst während der eigentlichen Animation auffallen. Dann müssten mehrere Szenen überarbeitet werden, was deutlich mehr Aufwand bedeutet. Die Volume Stage ist daher eine Art Versicherung gegen teure Nachbesserungen.

Beispiele aus der Praxis

Erklärvideo für eine Software

Angenommen, ein Unternehmen möchte eine neue Software mit einem animierten Erklärvideo vorstellen. Im Storyboard sind bereits Szenen angelegt, in denen Nutzerinnen und Nutzer mit Laptops und Smartphones arbeiten. In der Volume Stage werden nun die Figuren so ausgearbeitet, dass sie in verschiedenen Blickwinkeln glaubwürdig erscheinen. Die Laptops bekommen eine definierte Dicke, die Tastatur eine klare räumliche Tiefe und die Hände der Figuren eine einheitliche Größe.

Dadurch kann die Kamera später problemlos von einer Totale, in der die gesamte Szene zu sehen ist, auf eine Detailansicht der Tastatur oder des Bildschirms wechseln, ohne dass etwas unnatürlich wirkt. Für die Marketingabteilung bedeutet das ein Video, das sowohl in der Gesamtwirkung als auch in den Details stimmig und hochwertig erscheint.

Produktvideo für ein physisches Produkt

In einem Produktvideo für ein neues Haushaltsgerät soll dieses Gerät in 360 Grad gezeigt werden. In der Volume Stage wird das Produkt zunächst als vereinfachtes Volumenmodell angelegt. Die Designer legen fest, wie rund bestimmte Kanten sind, wie stark einzelne Teile hervorstehen und wie die Gesamtform aus verschiedenen Perspektiven wirkt.

Auf dieser Grundlage lassen sich später fließende Kamerafahrten rund um das Produkt realisieren, ohne dass zwischendurch Details verzerrt erscheinen. Für die Zielgruppe entsteht der Eindruck, das Produkt wirklich im Raum zu erleben, was gerade im Online-Marketing ein wertvoller Effekt ist.

Animierter Markencharakter für Social Media

Ein Unternehmen entwickelt eine sympathische Figur, die in kurzen Social-Media-Clips Tipps gibt oder auf Aktionen hinweist. In der Volume Stage wird diese Figur in verschiedenen Posen und Ansichten durchgearbeitet. Es wird festgelegt, wie sich Arme und Beine biegen, wie groß die Hände im Verhältnis zum Körper sind und wie der Kopf geneigt werden kann, ohne dass die Proportionen kippen.

Diese sorgfältige Vorbereitung ermöglicht es, später schnell neue Clips zu produzieren, in denen die Figur immer gleich wirkt. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das planbare Qualität und eine sichere visuelle Basis für wiederkehrende Kampagnen.

Zusammenspiel mit anderen Gestaltungsfaktoren

Die Volume Stage ist eng verknüpft mit anderen gestalterischen Entscheidungen im Animationsprozess. Sie beeinflusst und wird beeinflusst von Farbwelt, Licht, Kameraführung und Komposition.

Farbe und Licht

Auch wenn in der Volume Stage oft noch mit reduzierten Farben gearbeitet wird, spielt Licht bereits eine Rolle. Licht und Schatten machen Volumen sichtbar und unterstützen die räumliche Wirkung. Designer testen, wie sich einfache Schattierungen auf den Körpern auswirken und wie sich Lichtquellen auf Lesbarkeit und Stimmung auswirken.

Für ein helles, freundliches Markenbild wird etwa geprüft, wie weiche Schatten auf Figuren und Produkte fallen, damit alles leicht und zugänglich wirkt. Diese Tests sind ein wichtiger Zwischenschritt, bevor in der finalen Ausarbeitung komplexere Lichtstimmungen umgesetzt werden.

Kameraführung und Bildaufbau

Die geplante Kameraführung beeinflusst, wie detailliert die Volume Stage ausfallen muss. Wenn viele Perspektivwechsel oder dynamische Kamerafahrten geplant sind, braucht es eine besonders solide räumliche Grundlage. Die Designer legen fest, wie nahe die Kamera an Figuren herangehen kann, ohne dass Proportionen unvorteilhaft erscheinen, und wie weit sie sich entfernen darf, damit wichtige Details noch erkennbar bleiben.

Für Marketing-Videos, die häufig in mehreren Formaten gespielt werden, ist das Zusammenspiel von Volume Stage und Bildaufbau entscheidend. Es muss gewährleistet sein, dass die wichtigsten Botschaften auch dann sichtbar bleiben, wenn das Bild für mobile Endgeräte zugeschnitten wird.

Zusammenarbeit zwischen Marketing und Produktion

Für Marketing-Verantwortliche bietet die Volume Stage eine gute Gelegenheit, frühzeitig Einfluss auf die visuelle Wirkung zu nehmen, ohne in Details der Animation einsteigen zu müssen. In dieser Phase lassen sich grundlegende Fragen klären, etwa ob Figuren eher realistisch oder stilisiert wirken sollen, wie präsent ein Produkt im Bild sein soll oder wie nah sich die Darstellung an der realen Welt orientieren soll.

In Abstimmungsrunden können Volumenstudien, Turnarounds und Testposen gemeinsam betrachtet werden. Anhand dieser Unterlagen lassen sich Entscheidungen treffen, die später die gesamte Produktion prägen. Wer in dieser Phase klare Rückmeldungen gibt, reduziert das Risiko von Missverständnissen und kostspieligen Korrekturen in späteren Schritten.

Die Volume Stage ist der ideale Zeitpunkt, um zu sagen: So soll unsere Marke im Raum wirken, so präsent sollen unsere Produkte erscheinen und so sympathisch sollen unsere Figuren sein.

Typische Missverständnisse und wie man sie vermeidet

Da der Begriff Volume Stage nicht jedem geläufig ist, kommt es in Projekten manchmal zu Missverständnissen. Einige davon lassen sich leicht ausräumen.

Es ist keine reine Technik-Spielerei

Manche halten die Volume Stage für eine rein technische oder künstlerische Spielwiese der Animatorinnen. Tatsächlich ist sie ein strategisch wichtiger Schritt, der direkt mit Markenwirkung, Verständlichkeit und Professionalität zu tun hat. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert visuelle Brüche und Inkonsistenzen.

Sie ist nicht nur bei 3D relevant

Auch in reinen 2D-Produktionen ist die Volume Stage relevant. Selbst flache Illustrationen profitieren von einem klaren Verständnis für Volumen. Figuren, die zwar stilisiert, aber räumlich nachvollziehbar sind, wirken hochwertiger und lassen sich besser animieren. Es geht nicht darum, alles dreidimensional zu machen, sondern um glaubwürdige Formen und Bewegungen.

Sie ersetzt keine Konzeptarbeit

Die Volume Stage setzt ein fertiges oder weit fortgeschrittenes Konzept voraus. Sie beantwortet nicht die Frage, was erzählt wird, sondern wie die gewählten Inhalte räumlich umgesetzt werden. Script, Storyboard und Markenstrategie müssen also vorab geklärt sein, damit diese Phase ihren vollen Nutzen entfalten kann.

Fazit

Die Volume Stage ist ein zentraler Baustein in der Produktion von Animations- und Motion-Design-Projekten. Sie verwandelt grobe Skizzen in räumlich stimmige Figuren, Produkte und Szenen und schafft damit die Grundlage für konsistente, professionelle und markengerechte Bewegtbildkommunikation. Für Marketing-Verantwortliche ist es hilfreich zu wissen, dass in dieser Phase Proportionen, Volumen, räumliche Beziehungen und erste Bewegungsstudien definiert werden. Die Volume Stage sorgt dafür, dass Videoinhalte in verschiedenen Formaten und Kanälen visuell stabil auftreten, Produkte glaubwürdig präsentiert werden und Markenfiguren langfristig wiedererkennbar bleiben. Wer diesen Schritt ernst nimmt und aktiv begleitet, investiert in die Qualität und Effizienz der gesamten Produktion und schafft die Basis für Erklärvideos, Produktfilme und Social-Media-Animationen, die sowohl inhaltlich als auch visuell überzeugen.

Häufige Fragen zu „Volume Stage"

Eine Volume Stage ist ein Studio, in dem große LED-Wände eine virtuelle 3D-Umgebung anzeigen. Darin können reale Personen oder Produkte gefilmt werden, als wären sie direkt vor Ort in dieser digitalen Welt. So entstehen sehr realistische Szenen, ohne dass man tatsächlich an viele verschiedene Drehorte reisen muss.

Beim Greenscreen wird der Hintergrund erst nach dem Dreh digital eingefügt, die Schauspieler sehen also nur eine grüne Fläche. In einer Volume Stage sehen alle Beteiligten die echte 3D-Umgebung bereits live auf den LED-Wänden. Das erleichtert Schauspiel, Kameraarbeit und Lichtsetzung und sorgt oft für natürlicher wirkende Ergebnisse.

Mit einer Volume Stage lassen sich komplexe oder schwer zugängliche Orte wie Fabriken, Zukunftsstädte oder abstrakte Datenwelten glaubwürdig darstellen. Marken können Produkte und Botschaften in eindrucksvollen, kontrollierbaren Umgebungen inszenieren, ohne hohe Reise- und Locationkosten. Zudem sind Änderungen an der virtuellen Umgebung meist schnell und flexibel möglich.

Früher war diese Technik vor allem großen Spielfilmen vorbehalten, inzwischen gibt es aber auch kleinere Studios und Dienstleister für Mittelstand und Agenturen. Gerade bei Serienformaten, Produktvideos oder wiederkehrenden Erklärvideos kann sich eine Volume Stage lohnen. Sie spart langfristig Zeit und Kosten und ermöglicht ein konsistentes, hochwertiges Erscheinungsbild.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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