Von Serhan Sidan, Geschäftsführer mattostudios · Aktualisiert am 09.09.2026

Barrierefreie Erklärvideos: Untertitel, Gebärdensprache und BITV

Millionen Menschen in Deutschland sind auf barrierefreie Kommunikation angewiesen – und öffentliche Stellen sind per BITV 2.0 sogar dazu verpflichtet. Die gute Nachricht: Barrierefreie Videos sind kein Kostentreiber, sondern besserer Content für alle. Was dazugehört.

Die vier Bausteine barrierefreier Videos

Untertitel: Die Basis – für gehörlose und schwerhörige Menschen unverzichtbar, für alle anderen längst Alltag: Der Großteil der Social-Media-Videos läuft stumm. Gute Untertitel sind wortgetreu, lesbar getimt und unterscheiden Sprecher.

Gebärdensprachvideos: Für viele gehörlose Menschen ist Deutsche Gebärdensprache (DGS) die Muttersprache – Untertitel allein genügen nicht. Professionelle Gebärdensprachvideos blenden Dolmetscher ins Video ein oder produzieren eigenständige DGS-Fassungen. mattostudios gehört hier zu den erfahrensten Anbietern in Deutschland.

Audiodeskription: Für blinde und sehbehinderte Menschen beschreibt eine zusätzliche Tonspur, was im Bild geschieht. Bei Erklärvideos oft elegant lösbar: Ein gut geschriebenes Skript trägt die Botschaft bereits vollständig über den Ton – das ist gestalterische Barrierefreiheit von Anfang an.

Leichte Sprache: Fassungen in Leichter oder Einfacher Sprache öffnen Inhalte für Menschen mit Lernschwierigkeiten – und machen ganz nebenbei jede komplizierte Botschaft klarer.

Was die BITV 2.0 verlangt

Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung verpflichtet öffentliche Stellen des Bundes, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten – auf zentralen Einstiegsseiten ausdrücklich auch mit Erläuterungen in Deutscher Gebärdensprache und Leichter Sprache. Auch Länder und Kommunen unterliegen entsprechenden Landesregelungen, und mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erreichen die Anforderungen zunehmend die Privatwirtschaft. Für unsere Kunden aus Bund, Ländern und Kommunen ist das seit Jahren Produktionsstandard.

Warum sich Barrierefreiheit doppelt lohnt

Barrierefreie Videos erreichen nicht nur mehr Menschen – sie sind auch besser auffindbar: Untertitel und Transkripte machen Videoinhalte für Suchmaschinen und KI-Systeme lesbar, wie unser Beitrag zu Suchmaschinen und Chatbots zeigt. Und sie sind schlicht besserer Content: klarer strukturiert, ohne Ton verständlich, in jeder Umgebung nutzbar.

Von Anfang an mitplanen

Der wichtigste Praxistipp: Barrierefreiheit gehört ins Briefing, nicht in die Nachproduktion. Untertitel, DGS-Einblendung und Audiodeskription sind deutlich günstiger, wenn Layout, Schnitt und Tonspur sie von Beginn an berücksichtigen – etwa durch Platz für Dolmetscher-Einblendungen im Bildkonzept. Sprechen Sie uns an – wir kalkulieren die barrierefreie Fassung gleich mit.

Das hängt von Länge und Umsetzungsform ab – Einblendung ins bestehende Video oder eigenständige DGS-Fassung. Wird die Gebärdensprachfassung von Anfang an mitgeplant, sinken die Kosten deutlich. Wir kalkulieren sie auf Wunsch direkt ins Angebot.

Nicht immer: Für viele gehörlose Menschen ist Deutsche Gebärdensprache die Muttersprache; die BITV 2.0 verlangt von öffentlichen Stellen auf zentralen Seiten ausdrücklich DGS-Erläuterungen. Untertitel sind die Basis, DGS und Leichte Sprache ergänzen je nach Zielgruppe und Pflicht.

Die BITV 2.0 bindet öffentliche Stellen. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gelten seit 2025 aber auch für viele private Produkte und Dienstleistungen Barrierefreiheitspflichten – und Ausschreibungen verlangen barrierefreie Medien zunehmend auch von Auftragnehmern.

Moderat – und deutlich weniger, wenn sie von Anfang an mitgeplant wird. Untertitel sind heute Standard, DGS und Audiodeskription werden als Fassungen kalkuliert. Dem stehen größere Reichweite, Rechtssicherheit und SEO-Vorteile gegenüber.

Serhan Sidan, Geschäftsführer mattostudios

Über den Autor

Serhan Sidan · Geschäftsführer mattostudios

Serhan Sidan produziert seit über 25 Jahren Erklärvideos und Erklärfilme für Unternehmen, Ministerien und Organisationen – von der Corona-Warn-App bis zur Lufthansa. Dieser Ratgeber bündelt, was sich in hunderten Produktionen in Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen bewährt hat.

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