Von Serhan Sidan, Geschäftsführer mattostudios · Aktualisiert am 09.09.2026
Erklärvideo mit KI erstellen: Was heute geht und wo es scheitert
KI-Tools generieren inzwischen beeindruckende Videosequenzen per Texteingabe – und werben damit, ganze Erklärvideos zu ersetzen. Als Produktionsstudio arbeiten wir täglich mit diesen Werkzeugen. Zeit für eine ehrliche Einordnung: Was KI heute wirklich kann, und wofür es weiterhin Handwerk braucht.
Was KI heute gut kann
Ideation und Recherche: Erste Skizzen, Themenstrukturen und Textentwürfe entstehen mit KI-Unterstützung schneller. Das beschleunigt die Konzeptphase – ersetzt aber nicht das strategische Denken dahinter.
Vertonung in Varianten: Synthetische Stimmen sind für interne Zwecke und schnelle Entwürfe brauchbar geworden – und ermöglichen günstige Sprachvarianten für Tests.
Einzelne Assets: Hintergründe, Texturen und Zwischenbilder lassen sich generieren und von Illustratoren weiterverarbeiten. Als Werkzeug im Workflow: sinnvoll.
Wo KI scheitert
Markenkonsistenz: Ein Erklärfilm braucht durchgängige Charaktere, exakte Markenfarben und einen Stil, der in Video 2 und 10 identisch bleibt. Generative Tools liefern beeindruckende Einzelbilder – aber keine verlässliche visuelle Identität über Szenen und Videos hinweg.
Die Botschaft: KI formuliert flüssig, aber sie kennt weder Ihre Kunden noch Ihre Positionierung. Das Skript – die eigentliche Erfolgskomponente – lebt von Fragen, Zuspitzung und Weglassen. Genau daran scheitern generische Texte.
Verantwortung und Rechte: Wer haftet für ein KI-Bild, das einem geschützten Werk ähnelt? Wie sicher sind Trainingsdaten-Lizenzfragen? Für Unternehmenskommunikation sind ungeklärte Rechtefragen ein reales Risiko – volle Nutzungsrechte gibt es nur bei individuell geschaffenem Material.
Unser Weg: KI als Werkzeug, Handwerk als Fundament
Wir setzen KI dort ein, wo sie Tempo bringt – in Recherche, Entwurfsvarianten und Produktionsroutinen. Die entscheidenden Schritte bleiben Handarbeit: das Skript, das Ihre Botschaft schärft; Illustrationen und Charaktere, die Ihrer Marke gehören; die Sprecherwahl, die Vertrauen aufbaut. Das Ergebnis: schnellere Produktion ohne Qualitäts- und Rechteverlust.
Wann sich ein KI-Baukasten trotzdem lohnt
Für schnelle interne Clips ohne Markenanspruch – etwa eine kurze Prozessinfo im Intranet – sind KI-Tools eine legitime, günstige Option. Sobald das Video nach außen wirkt, Kunden überzeugen oder Ihre Marke tragen soll, gilt die alte Regel in neuer Schärfe: Austauschbare Videos erzeugen austauschbare Wahrnehmung. Womit Sie rechnen müssen, zeigt der Vergleich in unserem Beitrag Was kostet ein Erklärvideo?.
Sie möchten wissen, wie eine moderne, KI-beschleunigte Produktion konkret abläuft? Wir zeigen es Ihnen gerne – inklusive der Stellen, an denen wir bewusst auf Handwerk setzen.
Technisch ja, für markenrelevante Kommunikation aber nicht empfehlenswert: Es fehlen konsistente Charaktere, exakte Markenführung und geklärte Nutzungsrechte. KI-Clips eignen sich für schnelle interne Zwecke.
Ja, gezielt als Werkzeug: für Recherche, Entwurfsvarianten und Produktionsroutinen. Skript, Illustration, Charakterdesign und finale Vertonung bleiben Handwerk – dort entsteht die Qualität, für die Kunden uns beauftragen.
Die Rechtslage zu Trainingsdaten und Urheberrechten ist in Bewegung. Für Unternehmenskommunikation empfehlen wir individuell geschaffenes Material mit vollen, vertraglich zugesicherten Nutzungsrechten.
Für Entwürfe und interne Inhalte teilweise schon. Wo Vertrauen und Emotion zählen – im Marketing, in der Kundenkommunikation – hört das Publikum den Unterschied weiterhin. Die Stimme bleibt der halbe Film.
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Teamleiterin Videoproduktion