Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
Barrierefreies Video einfach erklärt
Barrierefreies Video macht Ihre Erklärfilme für alle verständlich und nutzbar und erweitert so Ihre Reichweite und Wirkung.
Ein Barrierefreies Video ist ein Video, das so gestaltet und aufbereitet ist, dass möglichst viele Menschen es ohne Hindernisse nutzen, verstehen und erleben können. Dazu gehören Personen mit Sehbehinderung, Hörbehinderung, motorischen Einschränkungen, kognitiven Besonderheiten sowie Menschen, die ein Video in einer anderen Sprache oder in geräuschvoller Umgebung konsumieren. Für Marketing und Kommunikation bedeutet ein Barrierefreies Video, dass Botschaften nicht nur technisch ausgespielt, sondern tatsächlich von der Zielgruppe aufgenommen werden können.
Grundprinzipien eines barrierefreien Videos
Ein Barrierefreies Video folgt einigen grundlegenden Prinzipien, die sich in der Videoproduktion und im Marketing-Alltag gut verankern lassen. Diese Prinzipien helfen dabei, Inhalte verständlich, zugänglich und nutzbar zu machen, unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder technischen Rahmenbedingungen.
Wahrnehmbarkeit
Inhalte eines Barrierefreien Videos müssen für alle Nutzerinnen und Nutzer wahrnehmbar sein. Das bedeutet, dass wichtige Informationen nicht nur über einen Sinneskanal vermittelt werden. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Produktvorteil wird nicht nur als Text eingeblendet, sondern zusätzlich gesprochen und gegebenenfalls in Symbolform dargestellt.
- Gesprochene Inhalte werden durch Untertitel ergänzt.
- Visuelle Elemente werden bei Bedarf durch Audiodeskription beschrieben.
- Kontraste und Schriftgrößen werden so gewählt, dass sie gut lesbar sind.
Bedienbarkeit
Ein Barrierefreies Video muss bedienbar sein. Das betrifft vor allem die Player-Steuerung und die Art, wie das Video in Websites, Lernplattformen oder Kampagnen-Landingpages eingebunden wird.
- Player lässt sich per Tastatur und Screenreader bedienen.
- Play, Pause, Lautstärke und Untertitel sind klar erkennbar und zugänglich.
- Keine automatisch startenden Videos, die sich nicht stoppen lassen.
Verständlichkeit
Ein Barrierefreies Video zeichnet sich durch klare, gut strukturierte Inhalte aus. Es geht nicht nur um technische Barrierefreiheit, sondern auch um inhaltliche Verständlichkeit.
- Einfache, klare Sprache ohne unnötige Fachbegriffe.
- Logische Dramaturgie mit rotem Faden.
- Visualisierung von Schlüsselinformationen durch Icons, Piktogramme oder kurze Texteinblendungen.
Robustheit
Ein Barrierefreies Video sollte auf verschiedenen Geräten, in unterschiedlichen Browsern und mit diversen Assistenztechnologien funktionieren. Dies betrifft vor allem die technische Umsetzung und Einbettung.
- Standardisierte Videoformate und Untertitelformate.
- Kompatibilität mit Screenreadern und Tastatursteuerung.
- Vermeidung von Funktionen, die nur mit Maus oder Touch nutzbar sind.
Typische Elemente eines barrierefreien Videos
Um aus einem Standardvideo ein Barrierefreies Video zu machen, kommen verschiedene Bausteine zum Einsatz. Diese lassen sich bereits in der Konzeptionsphase einplanen oder nachträglich ergänzen.
Untertitel
Untertitel sind ein zentraler Bestandteil von Barrierefreiem Video. Sie helfen nicht nur Menschen mit Hörbehinderung, sondern auch Nutzerinnen und Nutzern, die ein Video ohne Ton ansehen, etwa im Büro oder unterwegs.
Es gibt zwei Hauptformen von Untertiteln:
- Normale Untertitel geben das gesprochene Wort wieder.
- Untertitel für Hörgeschädigte ergänzen zusätzlich Geräusche, Musik oder Sprecherwechsel, zum Beispiel [leise Musik] oder [Tür schlägt zu].
In der Videoproduktion werden Untertitel idealerweise skriptbasiert erstellt. Zeitcodes werden exakt gesetzt, damit Text und Bild synchron laufen. Im Marketing-Alltag lohnt sich ein Blick auf Social Media Plattformen, auf denen Videos standardmäßig stumm starten. Hier steigert ein Barrierefreies Video mit Untertiteln die Verweildauer und die Chance, dass Botschaften überhaupt wahrgenommen werden.
Audiodeskription
Audiodeskription bedeutet, dass visuelle Informationen in Worte gefasst und als zusätzliche Tonspur angeboten werden. Ein Barrierefreies Video mit Audiodeskription beschreibt relevante Bildinhalte, die nicht aus dem gesprochenen Text hervorgehen.
Beispiele:
- In einem Erklärvideo zur Software-Einführung wird beschrieben, welche Schaltfläche der Mauszeiger anklickt.
- In einem Produktvideo wird erklärt, wie das Produkt aussieht, welche Farbe es hat und welche Details wichtig sind.
- In einem Imagefilm wird die Szenerie beschrieben, etwa die Arbeitsumgebung oder das Firmengebäude.
Die Kunst besteht darin, Audiodeskription so einzusetzen, dass sie sich harmonisch in Pausen des Originaltons einfügt. In der Videoproduktion kann dies bereits beim Storyboard berücksichtigt werden, indem bewusst kurze Sprechpausen eingeplant werden, in denen die Beschreibung Platz findet.
Leichte Sprache und klare Struktur
Ein Barrierefreies Video nutzt eine klare, gut verständliche Sprache. Je nach Zielgruppe kann auch Leichte Sprache sinnvoll sein, etwa bei öffentlichen Einrichtungen oder Gesundheitskampagnen.
- Kurz gehaltene Sätze mit klarem Subjekt und Verb.
- Vermeidung unnötiger Fachbegriffe oder Erklärung dieser Begriffe.
- Eine klare Gliederung mit Einleitung, Hauptteil und Zusammenfassung.
Im Marketing-Kontext kann dies bedeuten, komplexe Produktfeatures in einfache Nutzenargumente zu übersetzen. Ein Barrierefreies Video erklärt nicht nur, was ein Produkt kann, sondern vor allem, was es den Nutzerinnen und Nutzern erleichtert.
Kontraste, Farben und Typografie
Visuelle Gestaltung hat großen Einfluss darauf, ob ein Barrierefreies Video tatsächlich gut nutzbar ist. Personen mit Sehschwäche oder Farbenfehlsichtigkeit profitieren von durchdachter Gestaltung.
- Hohe Kontraste zwischen Text und Hintergrund.
- Ausreichend große Schriftgrößen, insbesondere bei Call to Action Elementen.
- Vermeidung von rein farbcodierten Informationen, etwa nur rote und grüne Markierungen.
In der Praxis bedeutet das zum Beispiel, dass ein wichtiges Angebot nicht ausschließlich durch eine bestimmte Farbe hervorgehoben wird, sondern zusätzlich durch Rahmen, Icons oder Schriftgewicht. Ein Barrierefreies Video nutzt Farben bewusst, aber nicht als alleinige Informationsquelle.
Barrierefreies Video im Marketing-Alltag
Für Marketing-Verantwortliche ist ein Barrierefreies Video kein reines Compliance-Thema, sondern ein strategischer Hebel. Es erweitert Reichweite, verbessert Nutzererlebnis und stärkt die Markenwahrnehmung.
Mehr Reichweite und bessere Nutzbarkeit
Viele Menschen schauen Videos ohne Ton, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Großraumbüro. Ein Barrierefreies Video mit Untertiteln und klaren Visuals stellt sicher, dass die Kernbotschaft dennoch ankommt. Auch internationale Zielgruppen können profitieren, wenn Untertitel in mehreren Sprachen angeboten werden.
In Social Media Kampagnen kann ein Barrierefreies Video folgende Vorteile bringen:
- Höhere Abspielraten, weil Nutzerinnen und Nutzer nicht auf Ton angewiesen sind.
- Längere Betrachtungsdauer, da Inhalte schneller erfasst werden.
- Mehr Interaktionen, weil die Botschaft klar und verständlich transportiert wird.
Markenbild und Verantwortung
Ein Barrierefreies Video sendet eine klare Botschaft: Die Marke nimmt ihre Zielgruppe ernst und möchte niemanden ausschließen. Dies zahlt auf Werte wie Offenheit, Verantwortung und Kundennähe ein.
Ein Barrierefreies Video ist immer auch ein Statement für Inklusion und Kundenzentrierung.
Gerade in Branchen mit starkem Wettbewerb kann ein solches Statement den Unterschied machen. Kundinnen und Kunden erinnern sich eher an Marken, die ihnen das Leben erleichtern und Informationen zugänglich machen.
Einsatzbereiche im Unternehmen
Ein Barrierefreies Video kann in verschiedenen Bereichen des Unternehmens eingesetzt werden:
- Produktvideos mit Untertiteln und klaren Visualisierungen erleichtern die Kaufentscheidung.
- Onboarding- und Schulungsvideos als Barrierefreies Video sorgen dafür, dass alle Mitarbeitenden Inhalte verstehen, unabhängig von individuellen Fähigkeiten.
- Imagefilme und Recruitingvideos vermitteln Werte und Kultur auch an Menschen mit Behinderungen und zeigen, dass Vielfalt ernst genommen wird.
Umsetzung in der Videoproduktion
Damit ein Barrierefreies Video entsteht, sollten Anforderungen frühzeitig in den Produktionsprozess integriert werden. So lassen sich zusätzliche Kosten und aufwendige Nachbearbeitung vermeiden.
Konzept und Storyboard
Bereits bei der Konzeption sollte festgelegt werden, welche Zielgruppen angesprochen werden und welche Barrieren möglicherweise bestehen. Ein Storyboard für ein Barrierefreies Video berücksichtigt zum Beispiel:
- Platz für Texteinblendungen und Untertitel.
- Ausreichende Pausen für Audiodeskription.
- Eine klare Bildsprache mit eindeutigen Symbolen.
In der Praxis kann dies bedeuten, dass Szenen etwas ruhiger geschnitten werden, damit Nutzerinnen und Nutzer Zeit haben, Informationen zu erfassen. Ein Barrierefreies Video verzichtet bewusst auf übermäßig schnelle Schnitte, wenn dadurch Verständlichkeit leidet.
Produktion und Animation
In der Produktion und Animation wird darauf geachtet, dass wichtige Inhalte visuell hervorgehoben sind, ohne zu überladen zu wirken.
- Animationspfade werden so gewählt, dass der Blick geführt wird.
- Texte erscheinen lange genug im Bild, um gelesen zu werden.
- Illustrationen sind klar, nicht zu filigran und gut erkennbar.
Ein Barrierefreies Video im Erklärvideo-Stil nutzt häufig reduzierte, klare Illustrationen und Piktogramme, um Inhalte auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dies unterstützt nicht nur Menschen mit Einschränkungen, sondern erleichtert allen Zuschauenden das Verständnis.
Postproduktion und Qualitätssicherung
In der Postproduktion werden Untertitel, Audiodeskription und alternative Tonspuren eingefügt. Wichtig ist eine sorgfältige Qualitätssicherung.
- Überprüfung der Untertitel auf Rechtschreibung, Timing und Lesbarkeit.
- Test der Audiodeskription mit Personen, die den Film nicht kennen.
- Technische Prüfung des Players auf verschiedenen Geräten und mit Tastaturbedienung.
Ein Barrierefreies Video sollte idealerweise mit einer kleinen Testgruppe geprüft werden. Rückmeldungen aus der Praxis helfen, Stolpersteine zu erkennen, etwa zu schnell eingeblendete Texte oder unklare Formulierungen.
Rechtliche und normative Aspekte
In einigen Bereichen ist ein Barrierefreies Video nicht nur wünschenswert, sondern verpflichtend, zum Beispiel für öffentliche Einrichtungen oder bestimmte Branchen. Auch wenn Marketing-Verantwortliche nicht direkt an konkrete Gesetze gebunden sind, lohnt sich die Orientierung an gängigen Standards.
Relevante Aspekte sind unter anderem:
- Verpflichtende Untertitel oder Gebärdensprache in öffentlichen Informationskampagnen.
- Richtlinien für Kontraste und Schriftgrößen.
- Empfehlungen für Bedienbarkeit und Kompatibilität mit Assistenztechnologien.
Für Unternehmen kann es sinnvoll sein, sich an diesen Standards zu orientieren, um langfristig auf der sicheren Seite zu sein und mögliche zukünftige Anforderungen bereits heute zu erfüllen. Ein Barrierefreies Video ist damit auch eine Investition in Zukunftssicherheit und Professionalität.
Praktische Tipps für den Einstieg
Wer zum ersten Mal ein Barrierefreies Video umsetzen möchte, kann Schritt für Schritt vorgehen. Es muss nicht sofort die umfassendste Lösung sein. Wichtig ist, bewusst anzufangen und Barrierefreiheit als festen Bestandteil der Videostrategie zu verankern.
Schritt 1: Untertitel als Standard einführen
Der einfachste und zugleich wirkungsstarke Einstieg ist, Untertitel für alle neuen Videos vorzusehen.
- Untertitel auf Basis des Sprechertextes erstellen.
- Timing sorgfältig anpassen, damit Text gut lesbar ist.
- Untertitel im Corporate Design gestalten, ohne Lesbarkeit zu beeinträchtigen.
So wird jedes neue Video automatisch ein Stück mehr zum Barrierefreien Video und ist gleichzeitig für Social Media besser nutzbar.
Schritt 2: Inhalte vereinfachen und strukturieren
Im nächsten Schritt lohnt sich ein Blick auf Sprache und Dramaturgie.
- Komplexe Sätze vereinfachen.
- Klare Kernbotschaften definieren und wiederholen.
- Visuelle Hervorhebungen für zentrale Aussagen einplanen.
Dieses Vorgehen macht ein Barrierefreies Video nicht nur inklusiver, sondern auch wirkungsvoller. Zielgruppen erfassen Botschaften schneller und erinnern sich besser daran.
Schritt 3: Technische Zugänglichkeit prüfen
Zum Abschluss sollte geprüft werden, wie Videos eingebunden und bedient werden können.
- Player mit Tastatur testen.
- Verfügbarkeit von Untertitel-Schaltern sicherstellen.
- Autoplay vermeiden oder klar steuerbar machen.
Wer diesen Weg konsequent geht, entwickelt mittelfristig eine Videolandschaft, in der jedes neue Projekt automatisch als Barrierefreies Video gedacht und umgesetzt wird.
Nutzen für Unternehmen und Zielgruppen
Ein Barrierefreies Video bringt konkrete Vorteile für beide Seiten: Unternehmen und Zielgruppen. Unternehmen profitieren von größerer Reichweite, besserem Markenimage und klarerer Kommunikation. Zielgruppen erhalten Inhalte, die sie tatsächlich nutzen können.
- Mehr Inklusion: Menschen mit Einschränkungen werden aktiv einbezogen.
- Bessere Verständlichkeit: Klare Sprache und Struktur helfen allen Zuschauenden.
- Stärkere Marke: Die Marke positioniert sich als verantwortungsbewusst und kundenzentriert.
- Höhere Effizienz: Erklärvideos und Produktvideos erfüllen ihren Zweck besser, weil Inhalte wirklich ankommen.
Ein Barrierefreies Video ist damit weit mehr als ein technisches Detail. Es ist ein Werkzeug, um Kommunikation auf ein neues Niveau zu heben, Streuverluste zu reduzieren und Marketingbudgets effizienter einzusetzen. Wer frühzeitig beginnt, Barrierefreiheit in der Videoproduktion mitzudenken, schafft eine nachhaltige Basis für alle zukünftigen Videoformate und stärkt zugleich die Beziehung zur Zielgruppe, die sich gesehen, respektiert und ernst genommen fühlt.
Häufige Fragen zu „Barrierefreies Video"
Ein barrierefreies Video ist so gestaltet, dass es von möglichst vielen Menschen problemlos genutzt werden kann, auch mit Einschränkungen. Dazu gehören zum Beispiel Untertitel, Audiodeskription, gut lesbare Grafiken und eine klare Tonspur. Ziel ist, dass Inhalte unabhängig von Hörvermögen, Sehvermögen oder Sprache verständlich sind.
Barrierefreiheit sorgt dafür, dass Ihre Inhalte nicht nur einer kleinen Zielgruppe, sondern wirklich allen zugänglich sind. Das verbessert Nutzererlebnis, Reichweite und Markenimage. Außerdem können Sie rechtliche Anforderungen besser erfüllen und zeigen gesellschaftliche Verantwortung.
Typische Elemente sind Untertitel, die gesprochene Inhalte und wichtige Geräusche wiedergeben, sowie Audiodeskription, die das Bildgeschehen beschreibt. Hinzu kommen eine gut verständliche Sprecherstimme, deutliche Kontraste, ausreichend große Schriften und ein ruhiges Bilddesign. Oft werden auch Gebärdensprachvideos oder einfache Sprache eingesetzt.
Der Aufwand hängt davon ab, ob Sie Barrierefreiheit von Anfang an mitplanen oder erst nachträglich ergänzen. Wenn sie früh im Konzept berücksichtigt wird, lassen sich viele Elemente effizient integrieren und Kosten bleiben überschaubar. Nachträgliche Anpassungen sind meist teurer, lohnen sich aber, weil sie die Nutzbarkeit und Reichweite deutlich erhöhen.
Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo
Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.
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