Marketing & Kommunikation · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

Im Marketing und in der Kommunikationsplanung rund um Erklärvideos, Videoproduduktion, Animation und Illustration spielt die Messung von Reichweite eine zentrale Rolle. Wer Videokampagnen plant oder Budgets verantwortet, begegnet dabei schnell dem Begriff Bruttoreichweite. Um Videos sinnvoll zu planen, zu vergleichen und zu optimieren, ist ein klares Verständnis dieses Begriffs unverzichtbar.

Begriffserklärung und Grundidee

Unter Bruttoreichweite versteht man die Summe aller Kontakte, die eine Werbemaßnahme in einem bestimmten Zeitraum erzielt. Es geht also nicht um einzelne Personen, sondern um die Anzahl der Kontakte mit einer Werbebotschaft. Wenn eine Person ein Video mehrfach sieht, werden alle Sichtkontakte mitgezählt.

Die Bruttoreichweite beantwortet somit die Frage: Wie oft wurde meine Botschaft insgesamt gesehen oder ausgespielt? Sie ist eine Kontaktzahl und keine Personenanzahl. In der Praxis wird sie häufig in Zusammenhang mit Videokampagnen, Bannern, Social Media Ads oder TV-Spots verwendet.

Kurz gesagt: Die Bruttoreichweite zählt, wie viele Werbekontakte insgesamt entstehen, unabhängig davon, ob diese von wenigen Personen sehr oft oder von vielen Personen jeweils nur einmal stammen.

Abgrenzung zur Nettoreichweite

Um die Bruttoreichweite richtig einzuordnen, ist der Vergleich mit der Nettoreichweite hilfreich. Während die Bruttoreichweite alle Kontakte zählt, zählt die Nettoreichweite nur die einzigartigen Personen, die erreicht wurden.

  • Bruttoreichweite: Anzahl aller Kontakte mit der Werbemaßnahme.
  • Nettoreichweite: Anzahl der unterschiedlichen Personen, die mindestens einmal erreicht wurden.

Wenn eine Person Ihr Erklärvideo fünfmal sieht, trägt sie zur Bruttoreichweite fünf Kontakte bei, zur Nettoreichweite aber nur eine Person. In der Mediaplanung werden daher beide Kennzahlen zusammen betrachtet, um die Wirkung einer Kampagne besser einordnen zu können.

Einfaches Zahlenbeispiel aus der Videoproduktion

Angenommen, Sie veröffentlichen ein neues Erklärvideo zu einem Softwareprodukt und schalten dafür Videoanzeigen auf drei Plattformen: YouTube, LinkedIn und Instagram. In einer Woche ergeben sich folgende Kontaktzahlen:

  • YouTube: 20.000 Videoaufrufe
  • LinkedIn: 10.000 Videoaufrufe
  • Instagram: 15.000 Videoaufrufe

Die Bruttoreichweite dieser Kampagne beträgt 45.000 Kontakte. Es spielt dabei keine Rolle, ob dieselbe Person das Video auf mehreren Plattformen gesehen hat oder ob einzelne Nutzer das Video mehrfach angeschaut haben. Jeder Sichtkontakt fließt in die Bruttoreichweite ein.

Die Nettoreichweite könnte dagegen deutlich niedriger liegen, etwa weil viele Nutzer das Video sowohl auf YouTube als auch auf Instagram sehen oder es mehrfach abspielen. Für die Planung der Sichtbarkeit und die Berechnung von Kennzahlen wie Kosten pro Kontakt ist jedoch die Bruttoreichweite entscheidend.

Warum die Bruttoreichweite im Marketing wichtig ist

Für Marketing-Verantwortliche ist die Bruttoreichweite eine zentrale Kennzahl, weil sie zeigt, wie stark eine Botschaft im Markt präsent ist. Sie hilft unter anderem bei folgenden Fragestellungen:

  • Budgeteinschätzung: Wie viele Kontakte lassen sich mit einem bestimmten Budget realistisch erzeugen?
  • Medienvergleich: Welche Kanäle liefern in Summe die meisten Kontakte für mein Erklärvideo?
  • Kontaktintensität: Wie oft sehen Personen meine Botschaft durchschnittlich?
  • Planung von Wiederholungskontakten: Reicht die Häufigkeit der Kontakte aus, damit sich die Botschaft einprägt?

Gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten, etwa im B2B-Bereich, sind mehrere Kontakte nötig, bis eine Botschaft verstanden und im Gedächtnis verankert ist. Die Bruttoreichweite liefert hier einen Überblick, ob die geplante oder erreichte Kontaktzahl dafür ausreichen könnte.

Bruttoreichweite und Kontaktfrequenz

Eine wichtige Kennzahl, die auf der Bruttoreichweite aufbaut, ist die durchschnittliche Kontaktfrequenz. Sie beschreibt, wie oft eine Person im Durchschnitt mit einer Kampagne in Berührung kommt.

Die vereinfachte Formel lautet:

Kontaktfrequenz = Bruttoreichweite / Nettoreichweite

Wenn Ihre Kampagne eine Bruttoreichweite von 100.000 Kontakten und eine Nettoreichweite von 25.000 Personen erzielt, dann beträgt die durchschnittliche Kontaktfrequenz vier. Das bedeutet, dass jede erreichte Person im Durchschnitt viermal mit Ihrem Video in Kontakt gekommen ist.

Für erklärende Inhalte wie Produktvideos oder komplexe Erklärfilme ist eine höhere Kontaktfrequenz oft sinnvoll, da sich die Botschaft dann besser einprägt. Die Bruttoreichweite ist somit ein wichtiger Baustein, um zu verstehen, ob eine Kampagne genügend Wiederholungskontakte ermöglicht.

Typische Einsatzfelder im Umfeld von Erklärvideos

1. Kampagnenplanung für einen Produktlaunch

Stellen Sie sich vor, Sie planen die Markteinführung eines neuen SaaS-Produkts und lassen ein Erklärvideo produzieren. Dieses Video soll über mehrere Kanäle verbreitet werden: Website, Newsletter, Social Media Ads und eventuell ein kurzer Cutdown als Pre-Roll-Video auf YouTube.

In der Planungsphase schätzen Sie für jeden Kanal die mögliche Bruttoreichweite:

  • Newsletter: erwartete 8.000 Öffnungen mit Videoansicht
  • LinkedIn Ads: geplante 30.000 Videoaufrufe
  • YouTube Pre-Roll: erwartete 40.000 Ausspielungen
  • Instagram Ads: geschätzte 20.000 Videoaufrufe

Die geplante Bruttoreichweite beträgt 98.000 Kontakte. Diese Zahl hilft Ihnen, das Kampagnenvolumen einzuschätzen und zu entscheiden, ob Sie zum Beispiel zusätzlich Budget in einen weiteren Kanal investieren möchten, um die Gesamtzahl der Kontakte weiter zu erhöhen.

2. Vergleich von Kreativvarianten

Angenommen, Sie testen zwei Versionen eines animierten Erklärvideos: Variante A ist eher sachlich, Variante B emotionaler und bildstärker. Beide Varianten werden als Videoanzeigen auf derselben Plattform ausgespielt.

Für jede Variante messen Sie die Bruttoreichweite und weitere Kennzahlen wie Klickrate oder Verweildauer. Wenn Variante A eine Bruttoreichweite von 50.000 Kontakten und Variante B von 70.000 Kontakten erzielt, bei ähnlichem Budget, dann liefert Variante B mehr Sichtkontakte. Zusammen mit den anderen Kennzahlen können Sie so entscheiden, welche Version Sie langfristig stärker einsetzen.

3. Reporting gegenüber Geschäftsführung oder Kunden

In vielen Unternehmen und Agenturen gehört ein regelmäßiges Reporting zum Alltag. Die Bruttoreichweite ist dabei eine gut verständliche Kennzahl, die zeigt, wie intensiv eine Videokampagne im Markt präsent war. Sie lässt sich einfach in Präsentationen, Dashboards oder Kampagnenberichten darstellen und mit anderen Metriken wie Klicks, Conversions oder Leads verknüpfen.

Messung der Bruttoreichweite in der Praxis

Wie die Bruttoreichweite gemessen wird, hängt vom Kanal ab. Im digitalen Umfeld stehen in der Regel detaillierte Daten zur Verfügung, während klassische Medien oft mit Hochrechnungen arbeiten.

Digitale Kanäle

Bei Onlinevideo und Social Media erfolgt die Messung meist direkt in den Plattform-Statistiken oder in Analysetools. Typische Quellen sind:

  • Video-Plattformen wie YouTube oder Vimeo
  • Social Media Plattformen wie LinkedIn, Instagram oder Facebook
  • Ad Manager von Netzwerken für Videoanzeigen
  • Webanalyse-Tools für eingebettete Videos auf der eigenen Website

Die Bruttoreichweite ergibt sich hier aus der Summe der relevanten Kontakte, zum Beispiel Videoaufrufe, Impressionen oder Ausspielungen. Wichtig ist, vorab zu definieren, ab wann ein Kontakt als gültig gilt, etwa ab einer bestimmten Abspieldauer des Videos.

Klassische Medien

Bei TV-Spots, Kinowerbung oder Out-of-Home-Medien basiert die Berechnung der Bruttoreichweite meist auf Reichweitenstudien und Schätzungen. Hier werden Zielgruppen, Sendezeiten und Nutzungsdaten kombiniert, um die zu erwartenden Kontakte zu berechnen. Für Marketing-Verantwortliche im Videobereich ist vor allem relevant, dass auch hier alle Kontakte addiert werden, unabhängig davon, wie oft einzelne Personen die Werbung sehen.

Typische Missverständnisse und Stolperfallen

Bruttoreichweite ist nicht gleich Erfolg

Eine hohe Bruttoreichweite bedeutet zunächst nur, dass viele Kontakte erzeugt wurden. Ob diese Kontakte auch zu mehr Websitebesuchen, Anfragen oder Verkäufen führen, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, etwa von der Qualität des Erklärvideos, der Zielgruppenansprache oder der Landingpage.

Im Reporting sollten Sie die Bruttoreichweite deshalb immer gemeinsam mit anderen Kennzahlen betrachten, zum Beispiel:

  • Klickrate auf das Video oder die begleitenden Links
  • Verweildauer im Video
  • Abbruchraten
  • Conversions, etwa Kontaktanfragen oder Downloads

Doppelte Zählung bei mehreren Kanälen

Wenn Sie eine Kampagne über mehrere Kanäle ausspielen, kann es leicht passieren, dass dieselbe Person mehrfach erreicht wird. Für die Bruttoreichweite ist das korrekt, weil alle Kontakte gezählt werden. Wer wissen möchte, wie viele unterschiedliche Personen insgesamt erreicht wurden, benötigt jedoch zusätzlich eine Schätzung oder Messung der Nettoreichweite.

In der Praxis bedeutet das: Die Summe der Bruttoreichweiten über alle Kanäle hinweg ist meist höher als die tatsächliche Gesamtzahl der erreichten Personen. Für die Planung von Sichtbarkeit und Kontaktfrequenz ist diese Summenbildung dennoch sinnvoll.

Unklare Definition von „Kontakt“

Je nach Plattform und Kampagnenziel kann ein Kontakt unterschiedlich definiert sein. Beispiele:

  • Eine Impression der Videoanzeige
  • Ein Videoaufruf mit mindestens einigen Sekunden Wiedergabe
  • Ein vollständig angesehenes Video

Damit die Bruttoreichweite sinnvoll vergleichbar bleibt, sollten Marketing-Verantwortliche klar festlegen, welche Art von Kontakt gezählt wird. Für Erklärvideos ist es oft sinnvoll, nur Kontakte zu zählen, bei denen das Video eine gewisse Mindestdauer abgespielt wurde, weil dann die Chance höher ist, dass die Botschaft überhaupt wahrgenommen wurde.

Bruttoreichweite im Zusammenspiel mit anderen Kennzahlen

Um Videokampagnen fundiert zu bewerten, reicht es nicht, nur die Bruttoreichweite anzusehen. Sie bildet vielmehr die Grundlage für weitere Kennzahlen, die bei Budgetentscheidungen helfen.

CPM und Kosten pro Kontakt

Ein verbreiteter Wert im Medieneinkauf ist der CPM, also die Kosten pro tausend Kontakte. Er wird aus den Gesamtkosten der Kampagne und der Bruttoreichweite berechnet. Je niedriger der CPM, desto günstiger werden Kontakte eingekauft. Für Marketing-Verantwortliche ist das hilfreich, um verschiedene Kanäle oder Kampagnenvarianten zu vergleichen.

Effizienzbetrachtung im Funnel

Wenn Sie wissen, wie hoch die Bruttoreichweite war und wie viele Leads oder Verkäufe daraus entstanden sind, können Sie die Effizienz Ihres Erklärvideos entlang des Marketing-Funnels beurteilen. Eine Kampagne mit geringerer Bruttoreichweite kann erfolgreicher sein als eine mit hoher Bruttoreichweite, wenn sie genauer auf die relevante Zielgruppe ausgerichtet ist und besser konvertiert.

Praxisnahe Tipps für den Umgang mit Bruttoreichweite

  • Ziele klar definieren: Überlegen Sie vor Kampagnenstart, ob Sie in erster Linie Sichtbarkeit aufbauen oder konkrete Handlungen auslösen möchten. Für Sichtbarkeit spielt die Bruttoreichweite eine besonders große Rolle.
  • Kontaktqualität berücksichtigen: Eine hohe Bruttoreichweite ist wertvoller, wenn die Kontakte in einer klar definierten Zielgruppe liegen und das Video ausreichend lange angesehen wird.
  • Frequenz steuern: Nutzen Sie die Bruttoreichweite und Nettoreichweite gemeinsam, um die durchschnittliche Kontaktfrequenz zu beobachten. Zu niedrige Frequenzen erschweren die Verankerung der Botschaft, zu hohe Frequenzen können als störend empfunden werden.
  • Kreative Varianten testen: Wenn zwei Videoversionen bei ähnlichem Budget deutlich unterschiedliche Bruttoreichweiten erzielen, ist das ein Hinweis darauf, welche Variante stärker auffällt oder besser zur Plattform passt.
  • Kanäle kombinieren: Eine sinnvolle Kombination aus Social Media, Suchmaschinenanzeigen, E-Mail-Marketing und Einbindung des Erklärvideos auf der Website kann die Bruttoreichweite deutlich erhöhen und unterschiedliche Nutzungssituationen abdecken.

Rolle der Bruttoreichweite im Alltag von Marketing-Verantwortlichen

Im Tagesgeschäft dient die Bruttoreichweite oft als erste Orientierung für die Größe einer Kampagne. Sie ist leicht verständlich, schnell kommunizierbar und in den meisten Tools verfügbar. Wer Videoproduktionen plant, Budgets verantwortet oder Agenturen steuert, nutzt diese Kennzahl, um Kampagnen zu dimensionieren und den Erfolg in Bezug auf Sichtbarkeit zu dokumentieren.

Gleichzeitig sollte sie nie isoliert betrachtet werden. Erst im Zusammenspiel mit Zielgruppenqualität, Kontaktfrequenz, Engagement und Conversion-Daten entsteht ein vollständiges Bild. Für Erklärvideos, die komplexe Inhalte anschaulich vermitteln sollen, ist es besonders wichtig, dass nicht nur viele Kontakte entstehen, sondern auch ausreichend intensive und relevante Kontakte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bruttoreichweite eine unverzichtbare Kennzahl im Marketing und in der Videokommunikation ist. Sie beschreibt die Gesamtzahl der Werbekontakte und bildet damit die Grundlage für viele weitere Analysen und Entscheidungen. Wer Erklärvideos, animierte Spots oder Illustrationskampagnen plant, sollte diesen Wert kennen, richtig einordnen und stets im Zusammenspiel mit anderen Kennzahlen interpretieren, um Budget, Kreation und Mediaplanung zielgerichtet zu steuern.

Häufige Fragen zu „Bruttoreichweite"

Bruttoreichweite beschreibt die Summe aller Kontaktchancen, die eine Kampagne erzielt. Wenn eine Person Ihren Spot mehrfach sieht, werden alle Sichtkontakte mitgezählt. Es geht also um die Gesamtzahl der erzielten Werbekontakte, nicht um die Anzahl einzelner Personen. So erkennen Sie das gesamte Ausmaß der Ausspielung Ihrer Inhalte.

Die Bruttoreichweite zählt alle Kontakte, auch wenn dieselbe Person Ihr Video mehrfach sieht. Die Nettoreichweite zählt jede Person nur einmal, egal wie oft sie erreicht wurde. Bruttoreichweite ist daher immer gleich groß oder größer als die Nettoreichweite. Beide Kennzahlen zusammen zeigen, wie breit und wie intensiv Ihre Kampagne wirkt.

Bei Erklärvideos hilft die Bruttoreichweite zu verstehen, wie oft Ihre Botschaft insgesamt ausgespielt wurde. Gerade bei komplexen Themen kann Wiederholung wichtig sein, damit Inhalte besser hängen bleiben. Eine hohe Bruttoreichweite zeigt, dass Ihr Video häufig gesehen wird und Ihre Marke präsent bleibt. Sie ist damit ein zentraler Indikator für die Sichtbarkeit Ihrer Videokampagne.

Sie können die Bruttoreichweite steigern, indem Sie Ihr Video auf mehreren Kanälen wie Social Media, Website und Newsletter ausspielen. Auch bezahlte Anzeigen auf Plattformen wie YouTube oder LinkedIn erhöhen die Anzahl der Kontakte deutlich. Achten Sie außerdem auf eine klare Botschaft und einen starken Hook in den ersten Sekunden, damit die Ausspielungen nicht sofort abgebrochen werden. So holen Sie mehr wirksame Kontakte aus Ihrem Mediabudget heraus.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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