Illustration & Design · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In vielen Projekten aus Marketing, Videoproduktion und Animation taucht ein Begriff immer wieder auf, der für den Erfolg einer Kampagne entscheidend sein kann: Concept Art. Gemeint sind dabei nicht fertige Grafiken oder Bilder für den Endkunden, sondern visuelle Entwürfe, die helfen, Ideen sichtbar zu machen, bevor Zeit und Budget in die eigentliche Produktion fließen. Gerade für Marketing-Verantwortliche, die häufig mit Agenturen, Designerinnen und Videoteams zusammenarbeiten, ist ein Grundverständnis von Concept Art sehr hilfreich, um Projekte gezielt zu steuern und bessere Entscheidungen zu treffen.

Grundlagen: Was ist Concept Art genau

Concept Art bezeichnet visuelle Entwürfe, die in einer frühen Phase eines Projekts entstehen. Ziel ist es, eine Idee, Stimmung oder Bildwelt so darzustellen, dass alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis entwickeln. Es geht nicht um perfekte Details, sondern darum, das Konzept zu klären. Diese Entwürfe können sehr unterschiedlich aussehen, von groben Skizzen bis zu aufwendig ausgearbeiteten Illustrationen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie als Orientierung für die spätere Umsetzung dienen.

In der Praxis bedeutet das: Bevor ein Erklärvideo produziert, eine Animationsserie entwickelt oder eine neue Markenwelt gestaltet wird, erstellt ein Illustrator oder eine Illustratorin Concept Art, um zu zeigen, wie Figuren, Szenen, Farben und der gesamte Stil aussehen könnten. Diese visuelle Vorarbeit hilft dabei, Missverständnisse zu vermeiden und die richtige Richtung früh zu finden.

Abgrenzung zu Illustration und fertigem Design

Auch wenn es optisch ähnlich wirken kann, ist Concept Art nicht dasselbe wie eine fertige Illustration oder ein finales Design. Eine Illustration ist meist das Endprodukt, das direkt im Marketing verwendet wird, etwa in einer Broschüre, auf einer Website oder in Social Media. Concept Art hingegen ist ein Zwischenschritt. Sie beantwortet Fragen wie:

  • Wie könnte die Hauptfigur in einem Erklärvideo aussehen
  • Welche Farbwelt passt zu einer neuen Kampagne
  • Wie wirkt eine bestimmte Bildsprache im Zusammenspiel mit der Marke

Die Aufgabe von Concept Art ist es, Optionen sichtbar zu machen, zu vergleichen und zu verbessern. Erst wenn diese Phase abgeschlossen ist, werden auf Basis der ausgewählten Entwürfe die endgültigen Grafiken, Animationen oder Layouts erstellt.

Wozu Concept Art im Marketing und in der Videoproduktion dient

Für Marketing-Verantwortliche ist es wichtig zu verstehen, dass Concept Art nicht nur ein kreativer Luxus ist, sondern ein sehr praktisches Werkzeug. Es hilft, Budgets zu schonen, Prozesse zu beschleunigen und Ergebnisse zu verbessern.

Visuelle Klarheit vor Produktionsstart

In der Videoproduktion ist Concept Art oft der erste visuelle Schritt nach dem Textkonzept oder dem Skript. Wenn zum Beispiel ein Erklärvideo geplant ist, gibt es anfangs meist nur eine Textfassung und vielleicht eine grobe Beschreibung der Zielgruppe. Bevor Sprechertexte aufgenommen und Animationen erstellt werden, zeigt Concept Art, wie das Video später wirken soll. Dazu gehören unter anderem:

  • Figurenentwürfe für Protagonisten
  • Beispiele für Hintergründe und Schauplätze
  • Vorschläge für Farbwelten und Lichtstimmungen
  • Ideen für Icons, Symbole und Infografiken

Diese Entwürfe ermöglichen es, früh zu entscheiden, ob der Stil eher sachlich, verspielt, humorvoll oder seriös sein soll. Änderungen in dieser Phase sind vergleichsweise einfach, während spätere Korrekturen an fertigen Videos deutlich aufwändiger und teurer werden.

Effiziente Abstimmung mit Stakeholdern

In vielen Unternehmen müssen verschiedene Personen einer Kampagne zustimmen, etwa Marketing, Produktmanagement und Geschäftsführung. Concept Art dient hier als gemeinsame visuelle Grundlage. Statt sich nur über Texte oder abstrakte Beschreibungen auszutauschen, können alle sehen, wie etwas aussehen würde.

Concept Art macht Diskussionen konkreter, weil nicht mehr nur über Ideen gesprochen wird, sondern über sichtbare Entwürfe, auf die sich alle beziehen können.

Das reduziert Missverständnisse. Wenn jemand sagt, ein Entwurf wirke zu verspielt, kann das Team gezielt an Farben, Formen oder Proportionen arbeiten, statt das gesamte Projekt infrage zu stellen.

Markenaufbau und Wiedererkennung

Auch im Branding spielt Concept Art eine wichtige Rolle. Wenn eine neue Produktlinie eingeführt wird oder eine Marke ihr Erscheinungsbild auffrischen möchte, entstehen oft mehrere visuelle Richtungen. Concept Art hilft dabei, diese Richtungen nebeneinanderzustellen und zu prüfen, welche Bildwelt zur Marke passt. So können Sie zum Beispiel vergleichen:

  • Eine minimalistische, flächige Illustration mit wenigen Farben
  • Einen detaillierteren, fast malerischen Stil
  • Einen humorvoll-cartoonhaften Ansatz mit überzeichneten Figuren

Auf diese Weise wird sichtbar, welche Anmutung zu den Markenwerten, zur Zielgruppe und zur geplanten Kommunikationsstrategie passt. Die ausgewählte Richtung bildet dann die Basis für alle weiteren Maßnahmen, von der Website über Social Media bis zum Messestand.

Typische Einsatzbereiche von Concept Art

Concept Art taucht in vielen Bereichen auf, in denen visuelle Inhalte produziert werden. Für Marketing-Verantwortliche sind vor allem folgende Einsatzfelder relevant.

Erklärvideos und Animationsfilme

Bei Erklärvideos, Produktfilmen und animierten Kampagnen ist Concept Art fester Bestandteil der Vorproduktion. Typische Beispiele aus dem Alltag einer Videoproduktion sind:

  • Charakterdesign: Entwürfe, wie Kundinnen, Mitarbeitende oder fiktive Figuren aussehen, die im Video auftreten.
  • Key Visuals: Einzelbilder, die zentrale Szenen des Videos zeigen, etwa die Vorstellung eines Produkts oder die Lösung eines Problems.
  • Styleframes: Ausgearbeitete Beispielbilder, die zeigen, wie Text, Illustration, Farben und Hintergründe im finalen Video zusammenspielen.

Diese Formen von Concept Art helfen, die Wirkung des geplanten Videos früh zu beurteilen. Sie geben auch dem Animationsteam eine klare Orientierung, wie Bewegungen, Übergänge und Kompositionen gestaltet werden sollen.

Werbekampagnen und Social Media

Auch in klassischen Marketing-Kampagnen spielt Concept Art eine Rolle. Wenn eine neue Kampagne vorbereitet wird, entstehen oft visuelle Entwürfe für:

  • Key Visuals für Online- und Printanzeigen
  • Social Media Motive für unterschiedliche Plattformen
  • Landingpages und Newsletter-Header

Hier zeigt Concept Art, wie Botschaften, Bildwelt und Markenauftritt zusammenwirken. So lässt sich prüfen, ob eine Idee auf verschiedenen Kanälen konsistent und überzeugend wirkt, bevor alle Formate ausgearbeitet werden.

Produkt- und Interface-Visualisierungen

Wenn neue digitale Produkte, Apps oder Plattformen vorgestellt werden, kann Concept Art helfen, eine Vision zu illustrieren, die es in der Realität noch nicht gibt. Ein Beispiel aus dem Marketing-Alltag: Ein Unternehmen möchte eine Software bewerben, die sich noch in der Entwicklung befindet. Mithilfe von Concept Art lassen sich Screens, Dashboards oder Anwendungsszenen visualisieren, um potenziellen Kundinnen und Kunden schon früh einen Eindruck zu vermitteln, wie das fertige Produkt aussehen könnte.

Wie der Prozess von Concept Art abläuft

Für Marketing-Verantwortliche ist es hilfreich zu wissen, wie der typische Ablauf aussieht, wenn Concept Art erstellt wird. So können Sie besser einschätzen, wann Sie Feedback geben sollten und welche Informationen Sie bereithalten müssen.

1. Briefing und Zielklärung

Am Anfang steht ein Briefing, in dem Ziel, Zielgruppe, Botschaft und Rahmenbedingungen geklärt werden. Für gute Concept Art sind unter anderem folgende Informationen wichtig:

  • Welche Wirkung soll erzielt werden, etwa Vertrauen, Begeisterung oder Neugier
  • Welche Markenwerte sollen sichtbar werden, etwa Seriosität, Innovation oder Nähe
  • Welche Kanäle sind geplant, etwa Website, Social Media, Messen oder interne Kommunikation
  • Welche Gestaltungsrichtlinien gibt es bereits, etwa Logos, Farben oder Schriften

Je klarer dieses Briefing ist, desto gezielter kann die Concept Art entwickelt werden.

2. Erste Skizzen und Richtungen

Auf Basis des Briefings entstehen erste grobe Skizzen. Diese können durchaus noch unperfekt sein, sie dienen vor allem dazu, verschiedene Richtungen zu erkunden. In dieser Phase werden häufig mehrere Varianten gezeigt, etwa eine zurückhaltendere und eine mutigere Bildwelt. Für Marketing-Verantwortliche ist dies ein wichtiger Moment, um zu entscheiden, welche Richtung am besten zur Strategie passt.

3. Ausarbeitung ausgewählter Konzepte

Wenn eine Richtung ausgewählt ist, wird die Concept Art weiter ausgearbeitet. Figuren erhalten mehr Details, Farben werden festgelegt, Hintergründe genauer gestaltet. Oft entstehen in dieser Phase auch Styleframes, also Beispielbilder, die dem finalen Look bereits sehr nahekommen. Diese dienen als Referenz für alle weiteren Schritte im Projekt.

4. Freigabe und Übergabe an die Produktion

Am Ende steht die Freigabe durch die verantwortlichen Personen im Unternehmen. Die bestätigte Concept Art wird dann an das Produktionsteam übergeben, etwa an Illustratorinnen, 2D oder 3D Animatorinnen, Motion Designer oder Webdesigner. Diese setzen die Entwürfe in konkrete Medienprodukte um, sei es ein Erklärvideo, eine Kampagnenserie oder ein digitales Interface.

Nutzen von Concept Art aus Unternehmenssicht

Für Unternehmen und Marketing-Abteilungen bietet der Einsatz von Concept Art mehrere ganz konkrete Vorteile, die sich direkt auf Budget, Zeitplanung und Qualität auswirken.

Kostensicherheit und Risikominimierung

Änderungen in frühen Phasen sind deutlich günstiger als Korrekturen kurz vor Veröffentlichung. Concept Art macht es möglich, zentrale Entscheidungen über Stil, Bildwelt und Tonalität zu treffen, bevor große Produktionskosten anfallen. Wenn sich in der Konzeptphase zeigt, dass eine Richtung doch nicht zur Marke passt, kann rechtzeitig gegengesteuert werden, ohne dass bereits produzierte Videos oder Layouts verworfen werden müssen.

Schnellere Entscheidungen im Team

Visuelle Entwürfe beschleunigen Abstimmungsprozesse. Statt lange über Formulierungen zu diskutieren, können Teams anhand von Concept Art schnell erkennen, welche Variante am besten funktioniert. Das erleichtert auch die interne Kommunikation, etwa wenn Marketing-Ideen im Management präsentiert werden müssen.

Stärkere Markenidentität

Eine konsistente Bildsprache ist ein wichtiger Baustein für eine starke Marke. Concept Art hilft, diese Bildsprache bewusst zu entwickeln, statt sie dem Zufall einzelner Projekte zu überlassen. Wenn einmal eine überzeugende visuelle Richtung gefunden ist, kann sie als Grundlage für weitere Kampagnen dienen. So entsteht Schritt für Schritt eine wiedererkennbare Markenwelt.

Praktische Hinweise für Marketing-Verantwortliche

Wer regelmäßig mit Agenturen, Kreativstudios oder internen Designteams arbeitet, kann den Prozess rund um Concept Art aktiv mitgestalten. Einige praktische Hinweise helfen dabei, bessere Ergebnisse zu erzielen.

Ein klares Briefing formulieren

Ein präzises Briefing ist die Grundlage für gute Concept Art. Dazu gehört nicht nur die Beschreibung des Projekts, sondern auch der Kontext. Nützlich sind zum Beispiel:

  • Beispiele für bisherige Kampagnen, die gut funktioniert haben
  • Hinweise, was auf keinen Fall passieren soll, etwa eine zu verspielte oder zu technische Anmutung
  • Informationen über die Zielgruppe, etwa typische Nutzungssituationen oder Erwartungen

Je besser die Kreativen verstehen, wie das Projekt im Unternehmen verankert ist, desto passgenauer wird die Concept Art.

Feedback konkret formulieren

Beim Feedback auf Concept Art ist Konkretheit entscheidend. Statt allgemeiner Aussagen wie „Das gefällt mir nicht“ helfen präzisere Hinweise, etwa:

  • „Die Farben wirken für unsere Branche zu aggressiv, wir brauchen etwas ruhigeres.“
  • „Die Figur sollte professioneller wirken, da wir Führungskräfte ansprechen.“
  • „Die Szene transportiert die Produktvorteile noch nicht klar genug.“

Solches Feedback ermöglicht es dem Team, gezielt nachzubessern, ohne die gesamte Idee zu verwerfen.

Concept Art als Entscheidungsgrundlage nutzen

Concept Art eignet sich sehr gut, um verschiedene Richtungen intern zu präsentieren und zu vergleichen. Es kann hilfreich sein, bewusst zwei oder drei unterschiedliche Varianten vorzustellen und gemeinsam zu bewerten, welche am besten zur Strategie passt. So wird der Auswahlprozess transparent, und spätere Diskussionen lassen sich auf die bereits getroffenen Entscheidungen zurückführen.

Zusammenfassung und Einordnung

Concept Art ist ein zentrales Werkzeug in der Welt von Illustration, Design, Videoproduktion und Marketing. Es macht Ideen sichtbar, lange bevor ein Video fertig animiert, eine Kampagne komplett gestaltet oder ein Produkt vollständig entwickelt ist. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das: Wer Concept Art gezielt einsetzt, kann Projekte sicherer planen, Budgets effizienter nutzen und die visuelle Qualität von Kommunikationsmaßnahmen deutlich steigern. Die Entwürfe schaffen eine gemeinsame Grundlage für alle Beteiligten, erleichtern Entscheidungen und tragen dazu bei, eine konsistente Markenwelt aufzubauen. Indem Unternehmen Concept Art nicht als bloße Vorstufe, sondern als strategisches Instrument verstehen, erhöhen sie die Chance, dass Erklärvideos, Kampagnen und Markenauftritte am Ende genau so wirken, wie es beabsichtigt war, und damit sowohl intern als auch bei der Zielgruppe überzeugen.

Häufige Fragen zu „Concept Art"

Concept Art sind frühe visuelle Entwürfe, die eine Idee oder Geschichte in Bilder übersetzen. Sie zeigen Stil, Stimmung und wichtige Inhalte, bevor eine finale Illustration, Animation oder ein Video produziert wird. So entsteht ein gemeinsames Bild, an dem sich alle Beteiligten orientieren können.

Concept Art hilft, die Botschaft und Bildsprache einer Kampagne früh zu klären. Marketing, Design und Produktion sehen schon vorab, wie Figuren, Szenen und Grafiken wirken. Dadurch werden Missverständnisse vermieden und teure Korrekturen in späten Produktionsphasen reduziert.

Zu Beginn werden Ziele, Zielgruppe und Kernbotschaften geklärt. Auf dieser Basis entwickelt der oder die Illustratorin Skizzen und Farbentwürfe, die nach Feedback schrittweise verfeinert werden. Am Ende stehen freigegebene Visuals, die als Grundlage für Storyboards, Animation und Design dienen.

Concept Art ist auf Ideenfindung und Abstimmung ausgelegt und darf noch skizzenhaft sein. Sie dient dazu, Stil, Bildwelt und Figuren festzulegen, nicht als Endprodukt für den Druck oder die Veröffentlichung. Fertige Illustrationen werden danach auf Basis der freigegebenen Concepts detailliert und technisch sauber ausgearbeitet.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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