Illustration & Design · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
Digitale Illustration einfach erklärt
Digitale Illustration macht komplexe Inhalte mit am Computer erstellten Bildern leicht verständlich und visuell ansprechend.
Digitale Illustration ist heute ein zentrales Gestaltungsmittel in Marketing, Erklärvideos und moderner Videoproduktion. Gemeint ist die Erstellung von Bildern und Grafiken mit Hilfe von Computer, Grafiktablett oder Tablet anstatt mit Stift und Papier. Für Marketing Verantwortliche eröffnet diese Arbeitsweise viele Möglichkeiten, Inhalte präzise, wiedererkennbar und effizient zu visualisieren, etwa in Social Media Kampagnen, auf Webseiten, in Präsentationen oder in animierten Erklärfilmen.
Begriff und Grundprinzip
Unter Digitaler Illustration versteht man die visuelle Darstellung von Inhalten, die vollständig oder überwiegend mit digitalen Werkzeugen entsteht. Statt auf Papier zu zeichnen, arbeitet die Illustratorin direkt in einer Software, beispielsweise auf einem Grafiktablet. So entstehen Illustrationen, die als Dateien vorliegen und sich leicht bearbeiten, skalieren und weiterverwenden lassen.
Die Digitale Illustration kann nahezu alles abbilden, was auch klassische Illustration leistet. Dazu gehören Figuren, Szenen, Produkte, Icons, Infografiken, Hintergründe oder ganze Bildwelten für Marken. Der Unterschied liegt vor allem in Werkzeugen und Prozessen, nicht in der kreativen Idee. Für die Praxis im Marketing ist entscheidend, dass die Ergebnisse direkt im gewünschten Format für Webseiten, Videos, Präsentationen oder Printprodukte exportiert werden können.
Abgrenzung zu Fotografie und klassischer Illustration
Im Marketing Alltag wird die Digitale Illustration oft mit Fotografie oder traditioneller Handzeichnung verglichen. Diese Bereiche ergänzen sich, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.
Digitale Illustration und Fotografie
Fotografie bildet die Realität ab. Sie eignet sich besonders, wenn echte Personen, echte Produkte oder reale Situationen gezeigt werden sollen. Die Digitale Illustration dagegen erschafft eine eigene Bildwelt. Sie kann Produkte vereinfachen, Prozesse abstrahieren oder komplexe Ideen sichtbar machen, für die es kein reales Foto gibt. Gerade in Erklärvideos wird das genutzt, um technische Abläufe, Software oder Dienstleistungen verständlich und sympathisch zu vermitteln.
Ein Beispiel aus der Videoproduktion: Ein Unternehmen möchte einen neuen Cloud Service erklären. Ein Foto des Serverraums hilft dem Verständnis wenig. Eine Digitale Illustration kann dagegen Datenströme, Nutzergruppen, Sicherheitsmechanismen und Vorteile grafisch vereinfachen und in einer animierten Szenenfolge anschaulich darstellen.
Digitale und klassische Illustration
Die klassische Illustration entsteht mit analogen Materialien, etwa mit Bleistift, Tusche oder Aquarell. Viele Illustratorinnen kombinieren heute beide Welten. Sie skizzieren auf Papier und verfeinern das Ergebnis anschließend digital. Für Marketing und Videoproduktion ist die Digitale Illustration besonders attraktiv, weil Änderungswünsche schnell umsetzbar sind und verschiedene Versionen einer Grafik ohne Qualitätsverlust erstellt werden können.
Ein typischer Ablauf könnte so aussehen: Zuerst entsteht eine grobe Skizze, die mit dem Marketingteam abgestimmt wird. Danach wird die Skizze digital ausgearbeitet, farblich angepasst und im Corporate Design der Marke umgesetzt. Änderungen an Farben, Schriften, Proportionen oder einzelnen Elementen lassen sich jederzeit nachträglich anpassen, ohne das Bild neu zeichnen zu müssen.
Wichtige Anwendungsbereiche im Marketing
Die Digitale Illustration wird in vielen Bereichen des Marketings eingesetzt. Sie unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Inhalte visuell zu erklären, Markenwerte zu transportieren und Wiedererkennung zu schaffen.
Erklärvideos und Animationsfilme
Im Umfeld von Erklärvideos ist die Digitale Illustration ein Kernbaustein. Jede Figur, jedes Icon, jedes Produktbild und jeder Hintergrund wird in der Regel digital gestaltet, bevor daraus eine Animation entsteht.
- Charakter Design: Personen, Maskottchen oder Figuren, die Zielgruppen repräsentieren und eine Geschichte erzählen.
- Szenenbilder: Büros, Produktionshallen, Innenstädte oder abstrakte Welten, in denen die Handlung stattfindet.
- Icons und Symbole: Vereinfachte Darstellungen von Funktionen, Buttons, Features oder Services.
- Infografiken: Diagramme, Prozessgrafiken oder Übersichten, die im Video animiert werden.
Ein typischer Ablauf in der Videoproduktion: Nach dem Drehbuch entstehen sogenannte Styleframes. Das sind Beispielbilder, die zeigen, wie das Video später aussehen soll. Diese Styleframes basieren vollständig auf Digitaler Illustration. Erst wenn Stil, Farben und Figuren freigegeben sind, werden alle Szenen erstellt und anschließend animiert.
Social Media und Online Kampagnen
Auf Social Media Plattformen konkurrieren viele Inhalte um Aufmerksamkeit. Die Digitale Illustration ermöglicht auffällige, markentypische Visuals, die sich vom üblichen Fotomaterial abheben.
- Postings und Stories: Illustrierte Key Visuals, kurze Erklärgrafiken oder animierte Kurzclips.
- Ads und Banner: Klar strukturierte Motive, die Botschaften in Sekundenbruchteilen vermitteln.
- Content Serien: Wiederkehrende Figuren, Farbschemata und Bildstile, die eine Kampagne zusammenhalten.
Ein Beispiel: Ein Softwareanbieter möchte jede Woche einen Tipp zur Nutzung seines Produkts auf LinkedIn teilen. Statt jedes Mal einen Screenshot zu posten, entwickelt das Marketingteam eine Serie kurzer, illustrierter Szenen, in denen typische Nutzer Situationen gezeigt werden. Dadurch entsteht ein wiedererkennbarer Stil, der sich leicht an neue Themen anpassen lässt.
Webseiten, Landingpages und Präsentationen
Auf Webseiten und in Präsentationen unterstützt die Digitale Illustration die Struktur und Lesbarkeit von Inhalten. Sie kann einzelne Abschnitte visuell trennen, Funktionsweisen erläutern oder abstrakte Begriffe greifbar machen.
- Hero Illustrationen: Große Titelbilder auf Startseiten, die Produkt und Nutzen auf einen Blick vermitteln.
- Feature Grafiken: Illustrationen, die einzelne Funktionen eines Produkts klar voneinander abgrenzen.
- Prozessdarstellungen: Schritt für Schritt Visualisierungen von Abläufen, etwa Onboarding oder Bestellprozessen.
In Präsentationen helfen illustrierte Folien, komplexe Themen verständlich zu machen. Anstatt eine Folie mit Text zu überladen, kann eine Digitale Illustration den Kerninhalt bildlich darstellen, während der Vortragende die Details erläutert.
Typische Stile und Formen
Die Digitale Illustration ist stilistisch sehr vielfältig. Für Marketing Verantwortliche ist es hilfreich, einige grundlegende Richtungen zu kennen, um mit Agenturen oder Illustratoren gezielt sprechen zu können.
Vektor Illustration
Vektorbasierte Illustrationen bestehen aus Linien und Flächen, nicht aus Pixeln. Sie lassen sich ohne Qualitätsverlust vergrößern oder verkleinern und eignen sich daher besonders gut für Logos, Icons, Infografiken und animierte Erklärvideos.
Typische Merkmale sind klare Konturen, flächige Farben und oft eine reduzierte, gut lesbare Formensprache. Viele bekannte Erklärvideos im Business Umfeld basieren auf Vektorillustrationen, weil sie in der Animation sauber und flexibel einsetzbar sind.
Raster und malerische Stile
Rasterbasierte Illustrationen arbeiten mit Pixeln, ähnlich wie Fotos. Sie können sehr detailreich und malerisch wirken. Solche Stile werden oft eingesetzt, wenn eine emotionale, künstlerische oder besonders atmosphärische Bildsprache gewünscht ist, etwa bei Kampagnenmotiven oder Key Visuals.
In der Videoproduktion werden rasterbasierte Stile häufiger für aufwendige Imagefilme oder Cinematic Trailer genutzt, während im klassischen Erklärvideo weiterhin die klare Vektorästhetik dominiert.
Isometrische und flache Stile
Im Marketing verbreitet sind zwei Stilrichtungen, die häufig mit Digitaler Illustration umgesetzt werden.
- Isometrischer Stil: Dreidimensional wirkende Darstellungen, bei denen Gebäude, Geräte oder Räume leicht schräg gezeigt werden. Beliebt für IT, Logistik oder Smart City Themen.
- Flat Design: Flache, reduzierte Formen mit wenigen Verläufen und Schatten. Gut lesbar auf kleinen Displays und daher für Social Media und Mobile optimiert.
Beide Stile eignen sich gut, um komplexe Systeme zu visualisieren, etwa Netzwerke, Plattformen oder modulare Produktwelten.
Prozess der Entstehung
Marketing Verantwortliche profitieren davon, den Ablauf einer Digitalen Illustration zu verstehen. So lassen sich Aufwand, Zeitplan und Abstimmungen besser einschätzen.
Briefing und Konzeption
Am Anfang steht ein klares Briefing. Es beantwortet Fragen wie Zielgruppe, Botschaft, Einsatzort, gewünschter Stil und technische Anforderungen. Auf dieser Basis entwickelt die Illustratorin erste Ideen und legt fest, welche Bildsprache die gewünschte Wirkung am besten unterstützt.
Praxis Tipp: Je konkreter das Briefing, desto zielgenauer kann die Digitale Illustration gestaltet werden. Beispiele für gewünschte Stile oder bestehende Markenrichtlinien helfen zusätzlich.
Skizzen und Styleframes
In der nächsten Phase entstehen grobe Skizzen, häufig noch in Schwarz Weiß. Sie zeigen Komposition, Perspektive und Aufteilung der Inhalte. Im Kontext von Erklärvideos werden daraus frühe Styleframes, die repräsentative Szenen des späteren Films illustrieren.
In dieser Phase sind Änderungen noch relativ einfach. Deshalb ist es sinnvoll, hier grundlegende Entscheidungen zu treffen, etwa zur Figurengestaltung oder zur Art, wie Produkte dargestellt werden.
Ausarbeitung und Farbgebung
Nach der Freigabe der Skizzen wird die Digitale Illustration detailliert ausgearbeitet. Linien werden sauber gezogen, Formen präzisiert und Farbkonzepte umgesetzt. Dabei werden häufig Corporate Farben, Hausschriften und bestehende Designrichtlinien integriert, damit die Illustrationen zur übrigen Markenkommunikation passen.
Für die spätere Videoproduktion ist es wichtig, dass Figuren und Objekte in Ebenen angelegt sind. Arme, Hände, Köpfe oder einzelne Geräte werden oft separat illustriert, damit sie später unabhängig voneinander animiert werden können.
Export und Integration
Abschließend werden die Illustrationen in den benötigten Formaten exportiert. Für Animationen werden häufig Vektordateien genutzt. Für Social Media oder Webseiten kommen optimierte Bilddateien zum Einsatz. Die Digitale Illustration wird dann in Videoschnitt, Webdesign oder Präsentationssoftware eingebunden.
Vorteile für Marketing und Videoproduktion
Für Unternehmen bietet die Digitale Illustration eine Reihe von Vorteilen, die über die reine Bildästhetik hinausgehen.
Markenaufbau und Wiedererkennung
Durch einen einheitlichen Illustrationsstil entsteht eine visuelle Identität, die sich über verschiedene Kanäle erstreckt. Figuren, Farbschemata und Formen können wiederverwendet und weiterentwickelt werden. So entsteht im Laufe der Zeit eine Bildwelt, die sofort mit der Marke verbunden wird.
Ein Unternehmen, das regelmäßig illustrierte Erklärvideos, Social Media Posts und Landingpages im gleichen Stil veröffentlicht, wirkt konsistent und professionell. Die Digitale Illustration wird in diesem Fall zu einem Teil der Markenpersönlichkeit.
Komplexe Inhalte vereinfachen
Viele Produkte und Dienstleistungen im B2B Umfeld sind erklärungsbedürftig. Technische Details, Softwarearchitekturen oder mehrstufige Prozesse lassen sich mit Fotos nur schwer vermitteln. Hier spielt die Digitale Illustration ihre Stärke aus, indem sie abstrahiert, vereinfacht und auf das Wesentliche fokussiert.
Statt jede Funktion im Detail zu zeigen, werden nur die für die Zielgruppe relevanten Elemente hervorgehoben. Farben, Formen und Symbole lenken den Blick und machen Zusammenhänge sichtbar. In Erklärvideos kann dieser Effekt durch Animation noch verstärkt werden.
Flexibilität und Anpassbarkeit
Ein großer praktischer Vorteil der Digitalen Illustration liegt in der einfachen Anpassung. Inhalte können für verschiedene Märkte, Sprachen oder Zielgruppen variiert werden, ohne dass das gesamte Bild neu erstellt werden muss.
- Texte in Sprechblasen oder Interfaces lassen sich austauschen.
- Farben können an regionale Präferenzen angepasst werden.
- Figuren können in Kleidung, Hautfarbe oder Accessoires variiert werden, um unterschiedliche Zielgruppen abzubilden.
In der Videoproduktion ermöglicht dies die Erstellung mehrerer Sprachversionen oder Zielgruppenvarianten auf Basis derselben Grundillustrationen. Das spart Zeit und Budget, ohne auf eine professionelle Wirkung zu verzichten.
Zusammenarbeit mit Dienstleistern
Marketing Verantwortliche arbeiten häufig mit Agenturen, Illustratoren oder Motion Design Studios zusammen. Ein grundlegendes Verständnis der Digitalen Illustration erleichtert diese Kooperation.
Wichtige Fragen im Vorfeld
Vor Projektstart sollten einige Punkte geklärt werden, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Einsatzbereiche: Wo werden die Illustrationen verwendet, etwa in Erklärvideos, Social Media, Print oder Präsentationen.
- Stilrichtung: Welche Bildsprache passt zur Marke und zur Zielgruppe.
- Formate: In welchen Dateiformaten und Auflösungen werden die Ergebnisse benötigt.
- Nutzungsrechte: Für welche Kanäle und Zeiträume sollen die Illustrationen genutzt werden dürfen.
Abstimmung und Feedback
In der Zusammenarbeit ist es hilfreich, Feedback so konkret wie möglich zu formulieren. Statt zu sagen, dass ein Bild nicht gefällt, ist es sinnvoll zu benennen, ob es an Farben, Figuren, Perspektive oder an der Verständlichkeit liegt. Die Digitale Illustration bietet viele Stellschrauben, um ein Motiv anzupassen, daher sind präzise Rückmeldungen besonders wertvoll.
Rolle im Gesamtbild moderner Kommunikation
In einer Medienlandschaft, in der Videos, Animationen und interaktive Inhalte immer wichtiger werden, nimmt die Digitale Illustration eine Schlüsselrolle ein. Sie bildet die visuelle Grundlage vieler Bewegtbildformate und Kampagnen und ermöglicht es Marken, ihre Botschaften klar, einprägsam und zielgruppengerecht zu transportieren.
Für Marketing Verantwortliche bedeutet dies, dass Entscheidungen zur Bildsprache strategisch getroffen werden sollten. Die Frage, ob eine Kampagne mit Fotos, mit Digitaler Illustration oder mit einer Kombination aus beidem arbeitet, beeinflusst nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Art und Weise, wie Inhalte verstanden und erinnert werden.
Wer die Möglichkeiten und Besonderheiten der Digitalen Illustration kennt, kann gezielt Briefings formulieren, Angebote bewerten und mit Kreativpartnern auf Augenhöhe zusammenarbeiten. So wird aus einer einzelnen Grafik mehr als nur ein Bild. Sie wird Teil einer konsistenten visuellen Geschichte, die sich über Erklärvideos, Webseiten, Social Media und Präsentationen hinweg erstreckt und die Marke nachhaltig im Gedächtnis der Zielgruppen verankert.
Häufige Fragen zu „Digitale Illustration"
Digitale Illustration bezeichnet das Erstellen von Bildern direkt am Computer oder Tablet mit spezieller Software. Statt mit Stift und Papier arbeitet man mit Grafiktablett, Maus oder Stift auf einem Bildschirm. Die Ergebnisse können leicht bearbeitet, animiert und in verschiedenen Formaten exportiert werden.
Im Marketing hilft digitale Illustration dabei, Produkte, Dienstleistungen und Abläufe verständlich und attraktiv darzustellen. Sie wird zum Beispiel für Erklärvideos, Social Media Posts, Präsentationen, Websites und Anzeigen genutzt. So lassen sich komplexe Inhalte klar strukturieren und ein einheitlicher Markenauftritt schaffen.
Bei der klassischen Illustration wird mit analogen Werkzeugen wie Stift, Pinsel und Papier gearbeitet, das Ergebnis liegt zunächst nur physisch vor. Digitale Illustration entsteht direkt in der Software und kann jederzeit skaliert, angepasst und für verschiedene Kanäle optimiert werden. Außerdem lassen sich digitale Illustrationen leicht animieren und in Videoproduktionen einbinden.
Digitale Illustrationen können gezielt auf das Corporate Design und die Botschaft eines Unternehmens abgestimmt werden. Figuren, Icons und Szenen lassen sich wiederverwenden und einfach animieren, was Zeit und Kosten spart. Dadurch entstehen klare, einheitliche und leicht verständliche Erklärvideos, die Inhalte anschaulich vermitteln.
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