Illustration & Design · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
DPI einfach erklärt
DPI erklärt, wie scharf Ihre Grafiken und Illustrationen in Erklärvideos, Animationen und Marketingmaterialien wirken.
Inhalt
- Grundlagen und Definition
- Unterschied zu Pixeln und Bildschirmauflösung
- Warum DPI im Marketing wichtig ist
- Typische DPI Werte und ihre Bedeutung
- Zusammenspiel von DPI und Bildgröße in Pixel
- DPI in der Videoproduktion
- Typische Missverständnisse und Fehler
- Praktische Empfehlungen für Marketing Verantwortliche
- Zusammenfassung und Einordnung
In der täglichen Arbeit mit Erklärvideos, Social Media Kampagnen oder Präsentationen taucht immer wieder der Begriff DPI auf. Oft sorgt er für Verwirrung, weil er scheinbar etwas über die Bildqualität aussagt. Um fundierte Entscheidungen im Marketing treffen zu können, ist es wichtig zu verstehen, was DPI tatsächlich bedeutet, in welchen Situationen der Wert relevant ist und wann er für Video und Online Marketing praktisch keine Rolle spielt.
Grundlagen und Definition
Die Abkürzung DPI steht für Dots per Inch. Wörtlich übersetzt bedeutet das Punkte pro Zoll. Gemeint ist die Anzahl von einzelnen Druckpunkten, die ein Drucker auf einer Strecke von einem Zoll platzieren kann. Ein Zoll entspricht 2,54 Zentimetern. DPI beschreibt also in erster Linie die Druckauflösung, nicht die Auflösung eines digitalen Bildes auf dem Bildschirm.
Für Marketing-Verantwortliche ist wichtig zu verstehen, dass DPI und Pixelauflösung nicht dasselbe sind. Pixel sind die kleinsten Bildpunkte in einer Datei, zum Beispiel 1920 mal 1080 Pixel für ein HD Video. DPI beschreibt dagegen, wie dicht diese Bildpunkte auf dem Papier oder einem anderen physischen Medium zusammenrücken, wenn sie gedruckt werden. Ein und dasselbe Bild mit 1920 mal 1080 Pixeln kann mit 72 DPI groß oder mit 300 DPI deutlich kleiner gedruckt werden, ohne dass sich die eigentliche Anzahl der Pixel ändert.
Unterschied zu Pixeln und Bildschirmauflösung
Ein häufiger Irrtum im Marketing Alltag besteht darin, DPI mit der Bildschirmauflösung zu verwechseln. Monitore arbeiten mit PPI, also Pixels per Inch, nicht mit DPI. Für die Darstellung von Bildern und Videos im Web ist die tatsächliche Pixelanzahl entscheidend und nicht der in der Datei gespeicherte DPI Wert.
Wenn ein Grafiker eine Illustration für ein Erklärvideo anlegt, ist für die Videoqualität in erster Linie wichtig, wie viele Pixel breit und hoch die Grafik ist. Für ein Full HD Video sind das typischerweise 1920 mal 1080 Pixel, für 4K 3840 mal 2160 Pixel. Selbst wenn die Datei mit 72 DPI oder 300 DPI angelegt ist, spielt das bei der reinen Videowiedergabe auf YouTube oder einer Website keine Rolle, solange die Pixelmaße stimmen.
DPI wird also erst dann relevant, wenn das Material den Bildschirm verlässt und auf Papier, Plakaten oder Messesystemen landet. In der digitalen Videoproduktion ist die Pixelauflösung das zentrale Kriterium, im Printbereich ist es die Kombination aus Pixelanzahl und DPI.
Warum DPI im Marketing wichtig ist
Auch wenn DPI für reine Online Videos zweitrangig erscheint, spielt der Wert im Marketing Alltag eine zentrale Rolle, weil Kampagnen häufig kanalübergreifend gedacht werden. Ein Key Visual kann gleichzeitig in einem Erklärvideo, auf einer Website, in Social Media Posts und auf einem gedruckten Flyer verwendet werden. In dieser Situation hilft ein Verständnis von DPI dabei, frühzeitig zu planen, in welcher Auflösung Illustrationen oder Animationen erstellt werden sollten.
Corporate Design Materialien Wenn Logos, Icons oder Illustrationen sowohl im Video als auch im Druck erscheinen, müssen sie hoch genug aufgelöst sein, um bei 300 DPI in der gewünschten Größe gestochen scharf gedruckt werden zu können.
Messeauftritte und Poster Ein Motiv, das als Intro in einem Erklärvideo funktioniert, soll vielleicht auch als Roll Up oder Plakat auf einer Messe eingesetzt werden. Ohne ausreichende Pixelanzahl und eine Planung mit Blick auf DPI wirkt das Motiv später unscharf oder pixelig.
Printanzeigen und Beileger Kampagnenmotive aus Social Media oder Videoproduktion werden häufig in Zeitschriftenanzeigen oder Beilegern wiederverwendet. Für den Druck verlangen Agenturen und Verlage in der Regel Dateien mit 300 DPI, was direkte Auswirkungen auf die notwendige Bildgröße in Pixeln hat.
Typische DPI Werte und ihre Bedeutung
In der Praxis haben sich einige Richtwerte etabliert, die in Briefings und im Austausch mit Agenturen immer wieder auftauchen. Diese Werte helfen, Erwartungen an Qualität und Dateigröße realistisch einzuschätzen.
72 DPI Dieser Wert stammt historisch aus der Frühzeit der Bildschirme und wird oft als Standard für Webgrafiken genannt. Für die Darstellung im Browser ist er allerdings nicht entscheidend, da Monitore mit sehr unterschiedlichen Pixeldichten arbeiten. Für reines Online Bildmaterial kann eine Datei mit 72 DPI trotzdem völlig ausreichend sein, solange die Pixelmaße stimmen.
150 DPI Dieser Wert wird gelegentlich für größere Drucke verwendet, die aus einiger Entfernung betrachtet werden, etwa für Plakate oder Messewände. Aus der typischen Betrachtungsdistanz wirkt ein Motiv mit 150 DPI oft noch scharf, obwohl die Druckpunkte weniger dicht gesetzt sind.
300 DPI Dies ist der gängige Standard für hochwertige Drucksachen wie Flyer, Broschüren, Visitenkarten oder Magazine. Wenn eine Druckerei 300 DPI fordert, bedeutet das, dass auf jedem Zoll des Papiers 300 Druckpunkte platziert werden. Für Marketing Unterlagen ist dieser Wert ein guter Richtwert für professionelle Qualität.
Zusammenspiel von DPI und Bildgröße in Pixel
Um im Marketing Alltag sicher entscheiden zu können, ob eine Grafik groß genug für den geplanten Einsatzzweck ist, hilft es, das Zusammenspiel von Pixeln und DPI zu verstehen. Die Formel ist einfach
Pixelanzahl gleich Zollgröße mal DPI
Wenn Sie zum Beispiel ein Bild für einen Flyer im DIN A5 Format benötigen, interessiert die Druckerei die Größe in Zentimetern und der DPI Wert. Ein DIN A5 Blatt ist etwa 14,8 mal 21 Zentimeter groß, also ungefähr 5,8 mal 8,3 Zoll. Bei 300 DPI ergibt sich eine notwendige Pixelgröße von rund 1740 mal 2480 Pixel. Hat Ihr Motiv weniger Pixel, muss es beim Druck hochskaliert werden, was zu Unschärfe führt.
Für ein Erklärvideo mit einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln sieht die Situation anders aus. Hier ist die Pixeldimension fest durch das Videoformat vorgegeben. Wenn Sie eine Illustration in diesem Video in voller Breite verwenden möchten, sollten Sie diese mindestens 1920 Pixel breit anlegen, unabhängig davon, ob in der Datei 72 oder 300 DPI eingetragen sind. Der Wert DPI beeinflusst dann nur die theoretische Druckgröße, nicht die Darstellung im Video.
DPI in der Videoproduktion
In der Produktion von Erklärvideos, Animationen und Social Media Clips entsteht oft die Frage, welche Auflösung und welcher DPI Wert für Illustrationen, Hintergründe und Grafiken verwendet werden sollte. Für das Endprodukt Video zählen in erster Linie die Pixelmaße. Dennoch ist es sinnvoll, bei der Erstellung von Assets im Blick zu behalten, ob diese später auch gedruckt werden könnten.
Es gibt drei typische Szenarien
Nur Video und Online Nutzung Wenn ein Motiv ausschließlich im Video oder auf Social Media Plattformen eingesetzt wird, reicht es in der Regel, die Grafik exakt auf die benötigte Pixelgröße anzulegen, etwa 1920 mal 1080 Pixel für Full HD. Der DPI Wert ist dann sekundär. Viele Motion Designer arbeiten in solchen Fällen mit 72 DPI, da dies in vielen Programmen als Standard hinterlegt ist. Die Bildqualität im Video hängt jedoch von der Pixelanzahl und der Kompression des Videos ab, nicht von DPI.
Video plus mögliche Printnutzung Wenn eine Illustration sowohl im Erklärvideo als auch in einer Broschüre erscheinen soll, empfiehlt es sich, das Motiv größer anzulegen, als für das Video nötig wäre. So kann es später mit 300 DPI in einer sinnvollen Druckgröße eingesetzt werden. Praktisch bedeutet das, dass ein Key Visual vielleicht mit 3000 mal 2000 Pixeln erstellt wird, obwohl im Video nur 1920 mal 1080 Pixel sichtbar sind.
Großformatige Anwendungen Für Messewände, Banner oder City Light Poster werden oft sehr große Formate benötigt. Hier ist es wichtig, schon bei der Konzeption zu klären, in welcher Größe und mit welchem DPI Wert gedruckt werden soll. In vielen Fällen reicht eine geringere DPI Zahl, etwa 100 oder 150, weil die Betrachtungsdistanz groß ist. Dennoch müssen die Illustrationen oder Renderings entsprechend hoch aufgelöst angelegt werden, um die nötige Pixelanzahl zu erreichen.
Typische Missverständnisse und Fehler
Im Alltag von Marketing Teams und Auftraggebern tauchen immer wieder ähnliche Missverständnisse rund um DPI auf. Ein Bewusstsein für diese Stolpersteine hilft, Zeit und Kosten zu sparen.
DPI als alleiniger Qualitätsmaßstab
Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, ein Bild mit 300 DPI sei automatisch hochwertig. Entscheidend ist jedoch die Kombination aus DPI und tatsächlicher Pixelanzahl. Ein sehr kleines Bild mit 300 DPI kann für einen großformatigen Druck völlig ungeeignet sein, weil es schlicht zu wenige Pixel enthält. Umgekehrt kann ein großes Bild mit 72 DPI für den Druck ausreichen, wenn die Pixelanzahl so hoch ist, dass es bei 300 DPI noch groß genug bleibt.
Verwechslung von DPI und Dateigröße
Manchmal wird angenommen, eine höhere DPI Zahl führe automatisch zu größeren Dateien. Die Dateigröße hängt jedoch in erster Linie von der Pixelanzahl, der Farbtiefe und der Kompression ab. Wenn Sie in einem Bildbearbeitungsprogramm nur den DPI Wert ändern, ohne die Pixelmaße anzupassen, bleibt die Dateigröße praktisch unverändert. Erst wenn Sie die Bildgröße in Pixeln erhöhen, wächst auch die Datei.
Hochrechnen von Bildern über DPI
Ein weiteres Missverständnis besteht darin, dass sich die Qualität eines Bildes durch Erhöhen des DPI Werts verbessern lasse. Wenn eine Grafik zu klein ist, um in der gewünschten Größe mit 300 DPI gedruckt zu werden, kann eine nachträgliche Erhöhung des Werts das Problem nicht lösen. Die Software muss zusätzliche Pixel berechnen, die nicht in den Originaldaten enthalten waren. Das führt meist zu weichgezeichneten Kanten und sichtbarem Qualitätsverlust. Für Marketing Materialien ist es daher sinnvoll, schon bei der Beauftragung von Illustrationen oder Renderings klar zu definieren, in welchen Formaten und mit welcher Kombination aus Pixelanzahl und DPI gearbeitet werden soll.
Praktische Empfehlungen für Marketing Verantwortliche
Um im Alltag effizient mit Agenturen, Illustratoren und Videoproduzenten zusammenzuarbeiten, helfen einige einfache Leitlinien im Umgang mit DPI und Auflösungen.
1. Einsatzzweck klar definieren
Überlegen Sie zu Beginn einer Kampagne, wo die Bilder und Videos überall zum Einsatz kommen sollen. Je genauer der Einsatzzweck bekannt ist, desto konkreter können Anforderungen an Pixelanzahl und DPI formuliert werden.
Nur Social Media und Web Video Pixelmaße definieren, DPI ist zweitrangig
Video plus Flyer oder Broschüre ausreichende Pixelanzahl für 300 DPI Druck einplanen
Messeauftritt und Großflächen frühzeitig mit Dienstleistern klären, welche DPI Werte und Formate benötigt werden
2. In Pixeln denken, wenn es um Bildschirme geht
Für alle digitalen Kanäle ist die tatsächliche Größe in Pixeln das entscheidende Kriterium. Wenn Sie ein Briefing für ein Erklärvideo oder animierte Social Ads erstellen, sollten Sie Formate wie 1920 mal 1080 Pixel, 1080 mal 1920 Pixel oder quadratische 1080 mal 1080 Pixel angeben. Der DPI Wert ist hier lediglich eine Metainformation, die die Bildschirmdarstellung nicht beeinflusst.
3. In Zentimetern und DPI denken, wenn es um Druck geht
Sobald ein Motiv gedruckt werden soll, sind physische Maße und DPI relevant. Hier ist es hilfreich, im Briefing die gewünschte Endgröße in Zentimetern und den geforderten DPI Wert zu nennen, etwa 21 mal 29,7 Zentimeter bei 300 DPI. Grafikdesigner und Illustratoren können daraus die benötigte Pixelauflösung ableiten.
4. Reserven einplanen
Wenn ein Motiv sowohl in Videos als auch in Printmedien eingesetzt werden soll, lohnt es sich, eine etwas höhere Auflösung einzuplanen als für den aktuellen Bedarf notwendig wäre. So bleiben Sie flexibel für zukünftige Anwendungen, etwa für eine spontane Messe oder einen zusätzlichen Folder, ohne das Motiv neu produzieren zu müssen. Eine Illustration, die für ein Erklärvideo erstellt wird, kann zum Beispiel in doppelter Pixelgröße angelegt werden, um bei 300 DPI genügend Spielraum für Druckformate zu bieten.
Zusammenfassung und Einordnung
Für Marketing Verantwortliche und Interessierte ohne technisches Vorwissen wirkt der Begriff DPI auf den ersten Blick abstrakt. In der Praxis lässt er sich jedoch klar einordnen. DPI beschreibt die Dichte von Druckpunkten auf einem physischen Medium und ist damit vor allem im Printbereich relevant. Für die Darstellung von Erklärvideos, Animationen und Online Kampagnen auf Bildschirmen sind dagegen die Pixelmaße ausschlaggebend. Ein Verständnis für das Zusammenspiel von Pixelanzahl, DPI und geplanter Ausgabengröße hilft, typische Fehler wie unscharfe Drucke, unnötig große Dateien oder unklare Briefings zu vermeiden. Wer frühzeitig festlegt, in welchen Kanälen und Formaten ein Motiv genutzt werden soll, kann mit Agenturen und Kreativen zielgerichtet über Auflösung und DPI sprechen. So entstehen Illustrationen, Animationen und Kampagnenbilder, die sowohl im Erklärvideo als auch auf dem Messestand, im Flyer und in der Anzeige professionell und überzeugend wirken.
Häufige Fragen zu „DPI"
DPI steht für Dots per Inch und beschreibt, wie viele Bildpunkte auf einem Zoll Platz haben. Je höher der DPI-Wert, desto feiner und detailreicher kann ein Bild vor allem im Druck dargestellt werden. Für digitale Anwendungen wie Videos ist eher die Pixelanzahl entscheidend, für Druckprodukte sind DPI wichtig.
Bei Erklärvideos und Animationen werden Illustrationen oft in verschiedenen Größen verwendet. Wenn die Ausgangsgrafiken eine zu geringe DPI beziehungsweise Auflösung haben, wirken sie unscharf oder pixelig, sobald sie vergrößert werden. Eine ausreichend hohe Auflösung sorgt dafür, dass Ihre Markenbotschaft professionell und hochwertig wahrgenommen wird.
Pixel geben an, wie viele Bildpunkte ein digitales Bild in Breite und Höhe hat, zum Beispiel 1920 mal 1080 Pixel. DPI beschreibt dagegen, wie dicht diese Bildpunkte im Druck oder auf einem physischen Medium angeordnet werden. Für Bildschirme zählt vor allem die Pixelanzahl, für Drucke ist das Zusammenspiel aus Pixelgröße und DPI entscheidend.
Für Online-Medien wie Websites, Social Media oder Standardvideo reicht in der Regel eine Auflösung, die sich an den benötigten Pixelmaßen orientiert, etwa Full HD oder 4K. Für Druckmaterial wie Flyer, Poster oder Messewände werden meist 300 DPI empfohlen, damit Logos, Texte und Illustrationen scharf wirken. Ihr Design oder Produktionspartner kann Ihnen helfen, die passende Kombination aus Pixelgröße und DPI für Ihr Projekt festzulegen.
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