Marketing & Kommunikation · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

Ein Empfehlungsalgorithmus spielt heute eine zentrale Rolle darin, welche Inhalte Nutzerinnen und Nutzer online überhaupt zu sehen bekommen. Gerade im Marketing rund um Erklärvideos, Videoproduktion, Animation und Illustration entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus oft darüber, ob ein Video Reichweite aufbaut oder nahezu unsichtbar bleibt. Wer Marketing verantwortet, sollte deshalb verstehen, was ein Empfehlungsalgorithmus ist, wie er arbeitet und wie sich Inhalte darauf vorbereiten lassen.

Grundprinzip eines Empfehlungsalgorithmus

Ein Empfehlungsalgorithmus ist ein digitales Verfahren, das aus vielen verfügbaren Inhalten jene auswählt, die für eine bestimmte Person besonders interessant sein könnten. Er analysiert Daten über Nutzerverhalten, Inhalte und Kontext und berechnet daraus eine Rangliste an Vorschlägen. Diese Vorschläge erscheinen dann zum Beispiel als Empfohlene Videos, Das könnte Ihnen gefallen oder als automatisch startende nächste Wiedergabe.

Im Umfeld von Videoproduktion und Marketing bedeutet das: Ein Empfehlungsalgorithmus entscheidet, welches Erklärvideo nach dem aktuellen Clip vorgeschlagen wird, welche Animation im Feed auftaucht oder welche Produktvideos in einem Online Shop prominent erscheinen. Er ersetzt damit klassische Programmplanung und sortiert Inhalte nicht nach Sendezeit, sondern nach vermuteter Relevanz für jede einzelne Person.

Wie ein Empfehlungsalgorithmus typischerweise arbeitet

Auch wenn Plattformen ihre genauen Verfahren geheim halten, folgen viele Systeme ähnlichen Grundideen. Ein Empfehlungsalgorithmus berücksichtigt im Kern drei Arten von Informationen.

1. Nutzerdaten

Der Empfehlungsalgorithmus beobachtet, wie Menschen mit Inhalten umgehen. Wichtige Signale sind zum Beispiel:

  • Welche Videos werden angeklickt
  • Wie lange wird ein Video angesehen
  • Wird ein Video geliked oder kommentiert
  • Wird ein Video geteilt oder an Kolleginnen und Kollegen weitergeleitet
  • Welche Themen, Kanäle oder Formate werden immer wieder gewählt

Aus diesen Daten leitet der Empfehlungsalgorithmus ab, welche Vorlieben eine Person hat. Schaut jemand häufig kurze Erklärvideos zu Software Tools, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihm weitere solche Clips vorgeschlagen werden.

2. Inhaltsdaten

Zusätzlich analysiert ein Empfehlungsalgorithmus die Eigenschaften der Inhalte selbst. Im Bereich Videoproduktion und Marketing gehören dazu zum Beispiel:

  • Titel, Beschreibung und Tags eines Videos
  • Verwendete Keywords rund um das Thema, etwa Erklärvideo Onboarding oder 3D Animation Produktvorstellung
  • Länge des Videos und Format, zum Beispiel Hochformat für Social Media
  • Thumbnail, also das Vorschaubild
  • Sprache und gegebenenfalls Untertitel

Der Empfehlungsalgorithmus versucht, Inhalte in Themencluster einzuordnen. Ein Video mit den Begriffen Erklärvideo, Animation und Produktlaunch wird eher Menschen angezeigt, die sich häufig mit Produktmarketing und animierten Videos beschäftigen.

3. Kontextdaten

Kontextdaten beschreiben die Situation, in der Empfehlungen ausgesprochen werden. Ein Empfehlungsalgorithmus kann berücksichtigen:

  • Gerätetyp, zum Beispiel Smartphone oder Desktop
  • Uhrzeit und Wochentag
  • Ob Ton wahrscheinlich an oder aus ist
  • Ob jemand unterwegs ist oder am Arbeitsplatz sitzt, soweit dies aus Nutzungsmustern erkennbar ist

Für Marketing und Videoproduktion ist das relevant, weil ein Empfehlungsalgorithmus zum Beispiel morgens auf dem Smartphone eher kurze, schnell erfassbare Clips vorschlägt, während am Desktop längere Erklärvideos mit mehr Detailtiefe gute Chancen haben.

Typische Formen von Empfehlungsalgorithmen

In der Praxis kommen oft mehrere Verfahren parallel zum Einsatz. Für Marketing Verantwortliche ist es hilfreich, die wichtigsten Grundtypen zu kennen.

Inhaltsbasierte Empfehlung

Hier vergleicht der Empfehlungsalgorithmus Inhalte miteinander. Wenn eine Person ein Erklärvideo zu Marketing Automation ansieht, werden ähnliche Videos zu verwandten Themen vorgeschlagen, etwa Lead Nurturing erklärt oder CRM Integration einfach erklärt. Grundlage sind gemeinsame Keywords, ähnliche Videolängen oder wiederkehrende Kategorien.

Kooperative Empfehlung

Bei dieser Form schaut der Empfehlungsalgorithmus auf das Verhalten anderer Nutzerinnen und Nutzer. Er sucht nach Personen mit ähnlichen Interessen und prüft, welche Inhalte diese zusätzlich konsumieren. Wenn viele Menschen, die ein bestimmtes Animationsvideo mochten, auch ein spezielles Produktvideo angesehen haben, wird dieses Produktvideo anderen ähnlichen Personen empfohlen.

Hybride Empfehlung

In der Realität kombiniert ein Empfehlungsalgorithmus meist beide Ansätze und ergänzt sie um weitere Faktoren. So kann die Plattform sowohl inhaltliche Nähe als auch gemeinsames Nutzungsverhalten berücksichtigen und Empfehlungen laufend anpassen.

Beispiele aus dem Marketing Alltag

Im Umfeld von Erklärvideos und Videoproduktion lässt sich die Wirkung eines Empfehlungsalgorithmus besonders gut beobachten.

Plattformen für Erklärvideos

Auf Video Plattformen werden nach einem angesehenen Erklärvideo oft automatisch weitere Clips vorgeschlagen. Der Empfehlungsalgorithmus erkennt, dass sich jemand für ein bestimmtes Thema interessiert, zum Beispiel Onboarding neuer Mitarbeitender. Im Anschluss erscheinen weitere Videos zu HR Prozessen, Unternehmenskultur oder E Learning. Für ein Unternehmen, das mehrere Erklärvideos zu einem Themenkomplex anbietet, kann dies eine ganze Abspielkette auslösen.

Social Media Feeds

In sozialen Netzwerken entscheidet ein Empfehlungsalgorithmus, welche Videos im Feed nach oben rücken. Wenn ein animiertes Produktvideo viele Menschen zum Ansehen und Speichern bewegt, wertet der Empfehlungsalgorithmus dies als starkes Signal. Ähnliche Zielgruppen bekommen den Clip dann häufiger zu sehen. So entsteht zusätzliche Reichweite, ohne dass die Marketingabteilung jedes Mal neu bezahlen muss.

Video auf Landingpages und in Shops

Auch in Online Shops oder auf Plattformen für digitale Produkte kommen Empfehlungsalgorithmen zum Einsatz. Wer sich ein Video zu einem bestimmten Service ansieht, bekommt ergänzende Erklärvideos vorgeschlagen, etwa Fallstudien, Tutorials oder Feature Walkthroughs. Der Empfehlungsalgorithmus unterstützt damit Cross Selling und hilft, Interessierte schrittweise tiefer in ein Thema zu führen.

Relevanz für Marketing und Kommunikation

Für Marketing Verantwortliche ist ein Empfehlungsalgorithmus aus mehreren Gründen wichtig.

Reichweite und Sichtbarkeit

Ein großer Teil der Videoreichweite entsteht heute nicht mehr über direkte Suche, sondern über Empfehlungen. Wenn ein Empfehlungsalgorithmus ein Erklärvideo als relevant einstuft, wird es häufiger vorgeschlagen und erscheint in mehr Feeds. Dadurch steigen Views, Verweildauer und potenziell auch Conversions, ohne dass zusätzliche Mediabudgets nötig sind.

Zielgruppenansprache

Ein Empfehlungsalgorithmus sorgt dafür, dass Inhalte gezielt jene Menschen erreichen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Interesse haben. Wer zum Beispiel regelmäßig Videos über B2B Marketing, Leadgenerierung und Content Strategien konsumiert, wird passende Erklärvideos zu Marketing Automatisierung eher sehen als zufällige Unterhaltungsclips. Für die Kommunikation bedeutet das eine feinere Zielgruppenansprache, die auf Verhaltensdaten basiert.

Customer Journey unterstützen

Empfehlungen können entlang der Customer Journey eingesetzt werden. Nach einem einführenden Erklärvideo zu einem Produkt können weiterführende Videos folgen, etwa zu Implementierung, Best Practices oder Preisoptionen. Ein Empfehlungsalgorithmus kann diese Reihenfolge mitsteuern, indem er erkennt, welche Inhalte typischerweise nacheinander angesehen werden und welche Kombinationen zu Anfragen oder Käufen führen.

Praktische Stellschrauben für Marketing Verantwortliche

Auch wenn niemand direkten Zugriff auf den internen Code eines Empfehlungsalgorithmus hat, gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, um Inhalte besser darauf abzustimmen.

1. Klare Themen und Keywords

Ein Empfehlungsalgorithmus ist auf eindeutige Signale angewiesen. Deshalb sollten Titel, Beschreibungen und Tags eines Videos das Thema präzise widerspiegeln.

  • Nutzen Sie klare Begriffe wie Erklärvideo Produktvorstellung statt vager Formulierungen
  • Ergänzen Sie wichtige Keywords rund um Branche, Zielgruppe und Einsatzzweck
  • Vermeiden Sie irreführende Titel, die Aufmerksamkeit versprechen, aber inhaltlich nicht passen

Je besser der Empfehlungsalgorithmus versteht, worum es in einem Video geht, desto zielgenauer kann er es passenden Personen vorschlagen.

2. Starke Einstiege und hohe Wiedergabedauer

Viele Empfehlungsalgorithmen berücksichtigen, wie lange ein Video angesehen wird. Ein empfehlungswürdiger Clip hält die Aufmerksamkeit möglichst lange.

  • Steigen Sie schnell ins Thema ein, ohne lange Einleitungen
  • Zeigen Sie früh, welchen konkreten Nutzen das Video bietet
  • Vermeiden Sie unnötige Längen, konzentrieren Sie sich auf die Kernbotschaft

Wenn Zuschauerinnen und Zuschauer ein Erklärvideo bis zum Ende ansehen oder zumindest einen großen Teil davon, wertet der Empfehlungsalgorithmus dies als positives Signal und erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Empfehlungen.

3. Konsistente Formate und Serien

Serienformate erleichtern einem Empfehlungsalgorithmus die Arbeit. Wenn mehrere Videos thematisch und gestalterisch zusammengehören, erkennt das System Muster und schlägt Folgevideos häufiger vor.

  • Planen Sie Erklärvideos als Reihe, etwa Marketing Grundlagen, Marketing Automation, Reporting und Analyse
  • Nutzen Sie wiederkehrende Gestaltungselemente wie Intro, Farben und Figuren
  • Verweisen Sie im Video und in der Beschreibung auf weitere Teile der Serie

So entsteht ein Netz von Inhalten, das ein Empfehlungsalgorithmus gut verknüpfen kann.

4. Interaktion fördern

Viele Systeme bewerten Interaktionen wie Likes, Kommentare und Shares als Qualitätsindikatoren. Ein Empfehlungsalgorithmus erkennt dadurch, dass ein Inhalt relevant und ansprechend ist.

  • Stellen Sie im Video konkrete Fragen an die Zielgruppe
  • Ermuntern Sie zum Kommentieren, zum Beispiel mit Welche Herausforderung haben Sie in diesem Bereich
  • Nutzen Sie klare Call to Actions, etwa Teilen Sie dieses Video mit Ihrem Team

Solche Maßnahmen erhöhen die Chance, dass ein Empfehlungsalgorithmus das Video bevorzugt verbreitet.

5. Geeignete Videolängen wählen

Die optimale Länge hängt von Plattform, Thema und Nutzungssituation ab. Ein Empfehlungsalgorithmus berücksichtigt, wie gut ein Video in typische Nutzungsmuster passt.

  • Kürzere Clips eignen sich für schnelle Erklärungen in Social Media Feeds
  • Mittellange Videos sind ideal für Produktvorstellungen und Feature Erklärungen
  • Längere Formate passen zu Webinaren, Schulungen und tiefgehenden Tutorials

Analysieren Sie, welche Längen auf der jeweiligen Plattform besonders häufig empfohlen werden, und richten Sie Ihre Videoproduktion darauf aus.

Herausforderungen und Grenzen

So hilfreich ein Empfehlungsalgorithmus für Reichweite und Zielgruppenansprache ist, er bringt auch Herausforderungen mit sich.

Filterblasen und Einseitigkeit

Weil ein Empfehlungsalgorithmus vor allem ähnliche Inhalte vorschlägt, kann es zu einer Art Filterblase kommen. Nutzerinnen und Nutzer sehen vorwiegend das, was sie ohnehin schon interessiert. Für Marketing kann das bedeuten, dass neue Themen oder ungewöhnliche Formate schwerer in neue Zielgruppen vordringen.

Abhängigkeit von Plattformen

Unternehmen, die stark auf die Empfehlungen großer Plattformen setzen, machen sich von deren Regeln abhängig. Ändert eine Plattform ihren Empfehlungsalgorithmus, kann die Reichweite bestimmter Videoformate plötzlich sinken, ohne dass sich an der Qualität der Inhalte etwas geändert hat.

Intransparenz

Die genauen Kriterien, nach denen ein Empfehlungsalgorithmus entscheidet, werden selten vollständig offengelegt. Marketing Verantwortliche können nur anhand von Beobachtungen und Tests Rückschlüsse ziehen. Dies macht langfristige Planung anspruchsvoller und erfordert kontinuierliche Analyse.

Strategischer Umgang mit Empfehlungsalgorithmen

Statt sich ausschließlich auf einen Empfehlungsalgorithmus zu verlassen, ist ein ausgewogener Ansatz sinnvoll.

  • Kombinieren Sie organische Empfehlungen mit gezielten Werbekampagnen
  • Nutzen Sie mehrere Plattformen, um Risiken zu streuen
  • Bauen Sie eigene Kanäle auf, etwa Newsletter oder Kundenportale mit eingebetteten Erklärvideos
  • Testen Sie unterschiedliche Formate, Längen und Stile und beobachten Sie, was häufiger empfohlen wird

So entsteht eine robuste Videostrategie, die von Empfehlungsalgorithmen profitiert, ohne vollständig von ihnen abzuhängen.

Fazit

Ein Empfehlungsalgorithmus ist im modernen Marketing ein unsichtbarer, aber äußerst einflussreicher Partner. Er entscheidet maßgeblich mit, welche Erklärvideos, Animationen und Produktclips ihre Zielgruppen erreichen. Für Verantwortliche in Marketing und Kommunikation lohnt es sich, die Funktionsweise eines Empfehlungsalgorithmus grundlegend zu verstehen, typische Signale zu kennen und Inhalte gezielt darauf auszurichten. Klare Themen, präzise Beschreibungen, hohe Wiedergabedauer, durchdachte Serienformate und aktiv geförderte Interaktion helfen dabei, dass ein Empfehlungsalgorithmus Videos als relevant einstuft und häufiger vorschlägt. Gleichzeitig bleibt es wichtig, sich nicht ausschließlich auf diese Mechanismen zu verlassen, sondern eigene Reichweitenkanäle aufzubauen und strategisch zu kombinieren. Wer die Logik von Empfehlungsalgorithmen in seine Videoproduktion und sein Marketing integriert, erhöht die Chancen, dass hochwertige Inhalte zur richtigen Zeit bei den richtigen Menschen ankommen und so langfristig Wirkung entfalten.

Häufige Fragen zu „Empfehlungsalgorithmus"

Ein Empfehlungsalgorithmus ist ein Programm, das Nutzerdaten auswertet und darauf basierend passende Inhalte vorschlägt. Im Marketing hilft er dabei, zum Beispiel Erklärvideos, Animationen oder Blogartikel gezielt den Personen zu zeigen, für die sie am relevantesten sind. So werden Nutzer nicht mit beliebigen Inhalten überflutet, sondern bekommen eine individuell passende Auswahl.

Der Algorithmus sammelt Informationen darüber, welche Videos Nutzer ansehen, wie lange sie dranbleiben und welche Themen sie interessieren. Auf dieser Basis berechnet er, welche weiteren Erklärvideos für diese Person wahrscheinlich spannend sind. Je mehr Daten vorliegen, desto genauer werden die Empfehlungen und desto besser unterstützt er Ihre Videostrategie.

Ein Empfehlungsalgorithmus steigert die Relevanz Ihrer Inhalte und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sie angeschaut und geteilt werden. Nutzer finden schneller passende Erklärvideos und Illustrationen, was die Zufriedenheit erhöht. Für Ihr Unternehmen bedeutet das meist längere Verweildauer, mehr Interaktionen und eine bessere Nutzung vorhandener Inhalte.

In der Regel nicht, da viele Plattformen wie YouTube, Streamingdienste oder Marketingtools bereits eigene Empfehlungsalgorithmen integriert haben. Sie profitieren automatisch davon, wenn Sie Ihre Videos und Inhalte sinnvoll strukturieren und mit klaren Titeln, Beschreibungen und Tags versehen. Für sehr individuelle Lösungen können Agenturen oder spezialisierte Dienstleister eigene Algorithmen für Ihre Marketingziele entwickeln.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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