Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
Produzent einfach erklärt
Produzent bezeichnet die Person, die Erklärvideos und Videoproduktionen von der Idee bis zum fertigen Film organisiert und verantwortet.
Inhalt
- Grundverständnis: Was macht ein Produzent in der Videoproduktion?
- Rolle des Produzenten im Produktionsprozess
- Produzent im Marketing-Kontext
- Beispiele aus der Praxis
- Kompetenzen eines guten Produzenten
- Zusammenarbeit: Was sollten Marketing-Verantwortliche beachten
- Missverständnisse und Abgrenzungen
- Mehrwert eines Produzenten für Erklärvideo-Projekte
In der Welt von Erklärvideos und Videoproduktion ist der Produzent eine zentrale Figur, die dafür sorgt, dass aus einer ersten Idee ein fertiges Video wird, das Zielgruppen überzeugt und messbare Ergebnisse im Marketing liefert. Wer ein Erklärvideo beauftragt, begegnet dem Produzenten meist als erster Ansprechperson und oft auch als langfristigem Partner für wiederkehrende Kampagnen und Formate.
Grundverständnis: Was macht ein Produzent in der Videoproduktion?
Ein Produzent ist verantwortlich dafür, ein Video organisatorisch, finanziell und inhaltlich auf die Beine zu stellen. Während Regie, Animation oder Kamera eher kreativ und handwerklich arbeiten, hält der Produzent alle Fäden zusammen. Er sorgt dafür, dass das Projekt im geplanten Zeitrahmen, im Budget und in der gewünschten Qualität umgesetzt wird. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das: Der Produzent ist die Person, die Ihre Ziele versteht, in ein umsetzbares Konzept übersetzt und mit einem Team aus Spezialisten realisiert.
Im Umfeld von Erklärvideos, Animation, Illustration und Marketing ist der Produzent häufig auch Berater. Er hilft, die richtige Videoform zu wählen, die passende Länge zu definieren und die Inhalte so zu strukturieren, dass sie für Ihre Zielgruppe verständlich, attraktiv und markenkonform sind.
Rolle des Produzenten im Produktionsprozess
Damit ein Erklärvideo erfolgreich wird, durchläuft es mehrere Phasen. Der Produzent begleitet und steuert alle diese Phasen und ist dabei Schnittstelle zwischen Marketing-Team und Kreativteam.
1. Briefing und Zieldefinition
Am Anfang steht das Gespräch über Ziele und Rahmenbedingungen. Typische Fragen, die ein Produzent hier stellt:
- Welche Zielgruppe soll das Video erreichen
- Welches konkrete Problem soll das Video lösen
- Wo wird das Video eingesetzt, zum Beispiel Website, Social Media, Messe, Vertrieb
- Welche Kernbotschaften sind wirklich entscheidend
- Welches Budget und welcher Zeitrahmen stehen zur Verfügung
In dieser Phase übersetzt der Produzent Marketingziele in klare Anforderungen an das Video. Aus einem allgemeinen Wunsch wie Wir brauchen ein modernes Erklärvideo wird ein konkreter Plan, etwa ein 90-sekündiges animiertes Video für die Startseite, das ein neues Softwareprodukt erklärt und Leads generieren soll.
2. Konzeption und Story
Auf Basis des Briefings entwickelt der Produzent gemeinsam mit Konzeption, Redaktion und eventuell der Regie eine tragfähige Idee. In vielen Agenturen übernimmt der Produzent selbst die Rolle des Projektleiters und koordiniert Texter, Storyboarder, Illustratoren und Motion Designer.
Zu seinen Aufgaben gehören in dieser Phase unter anderem:
- Abstimmung der Tonalität, zum Beispiel sachlich, humorvoll, emotional
- Festlegung der Videoart, zum Beispiel 2D-Animation, 3D-Animation, Screencast, Realfilm oder eine Kombination
- Entscheidung über Länge und Struktur des Videos
- Freigabeprozesse mit dem Marketing-Team organisieren
Ein Produzent achtet darauf, dass die Story sowohl fachlich korrekt als auch marketingtauglich ist. Er prüft, ob wichtige Nutzenargumente vorkommen, ob Call-to-Actions klar sind und ob das Video zur Marke passt.
3. Budgetplanung und Ressourcensteuerung
Ein weiterer Kernbereich der Arbeit eines Produzenten ist die wirtschaftliche Planung. Er kalkuliert, wie viel Zeit und welche Experten nötig sind, um das gewünschte Video zu realisieren. Dabei berücksichtigt er zum Beispiel:
- Konzept- und Textaufwand
- Illustration und Design
- Animation und Compositing
- Aufnahmen im Studio oder on Location bei Realfilm
- Voice-over, Musik, Sounddesign
- Revisionen und Feedbackschleifen
Der Produzent erstellt daraus ein Angebot und eine Produktionsplanung, die für das Marketing-Team transparent ist. Er behält im Blick, dass das Budget eingehalten wird, und schlägt Alternativen vor, wenn bestimmte Wünsche zu aufwendig wären, etwa eine komplexe 3D-Animation, die sich vielleicht durch eine clevere 2D-Visualisierung ersetzen lässt.
4. Koordination der kreativen Umsetzung
Wenn Konzept und Budget stehen, beginnt die eigentliche Produktion. Hier sorgt der Produzent dafür, dass alle Beteiligten wissen, was sie zu tun haben und bis wann. Dazu gehören in Abhängigkeit vom Projekt:
- Briefing von Illustratoren und Designern für Stil und Look
- Abstimmung mit Animatoren über Bewegungsstil und Timing
- Organisation von Sprecher-Castings und Tonaufnahmen
- Planung von Drehtagen bei Realfilmproduktionen
- Abstimmung mit Schnitt, Farbkorrektur und Sounddesign
Für Marketing-Verantwortliche ist der Produzent in dieser Phase vor allem ein Übersetzer. Er erklärt, was in welchem Schritt passiert, welche Entscheidungen anstehen und welche Auswirkungen bestimmte Wünsche auf Zeit und Kosten haben.
5. Qualitätssicherung und Abnahme
Bevor ein Video veröffentlicht wird, prüft der Produzent es auf Vollständigkeit und Qualität. Dazu gehört unter anderem:
- Stimmt der Inhalt mit dem freigegebenen Skript überein
- Ist das Branding korrekt umgesetzt, zum Beispiel Farben, Logo, Typografie
- Funktionieren Übergänge, Animationen und Texte lesbar und verständlich
- Ist der Ton klar, ist die Musik passend, ist der Sprecher gut zu verstehen
- Sind alle rechtlichen Aspekte geklärt, etwa Nutzungsrechte für Musik und Bilder
Anschließend organisiert der Produzent die finale Abnahme mit dem Marketing-Team und stellt die benötigten Formate bereit, etwa spezielle Versionen für die Website, für Social Media oder für Messen.
Produzent im Marketing-Kontext
Im Marketing-Alltag geht es nicht allein darum, ein schönes Video zu produzieren. Entscheidend ist, ob das Video zu den Kommunikationszielen passt. Ein Produzent im Bereich Erklärvideo und Videoproduktion denkt daher immer auch in Kampagnen und Maßnahmen.
Strategische Einbindung in die Customer Journey
Ein erfahrener Produzent fragt nicht nur, wie das Video aussehen soll, sondern auch, wo es in der Customer Journey eingesetzt wird. Beispiele:
- Awareness Phase: Kurze, aufmerksamkeitsstarke Clips für Social Media
- Consideration Phase: Detaillierte Erklärvideos auf Landingpages
- Decision Phase: Produktdemos, Vergleichsvideos oder Case Videos
- Onboarding Phase: Tutorials und Schulungsvideos für Neukunden
Je nach Phase empfiehlt der Produzent eine andere Art von Video, andere Längen und eine andere Tiefe der Inhalte. Er hilft dabei, aus einzelnen Videos eine sinnvolle Video-Strategie zu formen.
Zusammenarbeit mit Marketing-Teams
Für Marketing-Verantwortliche ist der Produzent ein Projektpartner, der die Sprache des Marketings versteht und gleichzeitig die Anforderungen der Produktion kennt. In der Praxis bedeutet das:
- Er kennt typische Kennzahlen, die im Marketing wichtig sind, etwa Verweildauer, Klickrate oder Conversion Rate, auch wenn er sie nicht selbst misst.
- Er achtet darauf, dass Call-to-Actions klar formuliert und im Video sichtbar sind.
- Er sorgt dafür, dass das Video zu bestehenden Kampagnenelementen passt, zum Beispiel zu Landingpages, Anzeigenmotiven oder Sales-Präsentationen.
- Er plant Puffer für interne Abstimmungsrunden im Unternehmen ein.
Dadurch entlastet der Produzent das Marketing-Team und sorgt für einen reibungslosen Ablauf, selbst wenn mehrere Abteilungen in die Freigabe eingebunden sind.
Beispiele aus der Praxis
Beispiel 1: Erklärvideo für ein neues Softwareprodukt
Ein SaaS-Unternehmen möchte ein neues Tool launchen und benötigt ein Erklärvideo für die Website. Der Produzent führt zunächst ein ausführliches Briefinggespräch mit Marketing und Produktmanagement. Gemeinsam werden Zielgruppe, Hauptnutzen, Tonalität und Dauer definiert. Anschließend koordiniert er die Texterstellung, lässt ein Storyboard anfertigen, wählt einen Illustrationsstil, der zur Marke passt, und organisiert einen Sprecher, dessen Stimme seriös und zugleich sympathisch wirkt. Während der gesamten Produktion stimmt er Zwischenergebnisse mit dem Marketing ab und achtet darauf, dass Fachbegriffe erklärt und nicht einfach übernommen werden. Am Ende steht ein 90-sekündiges Erklärvideo, das auf der Produktseite eingebunden wird und zusätzlich in gekürzter Form für Social Media genutzt werden kann.
Beispiel 2: Animationsreihe für eine Social Media Kampagne
Ein Handelsunternehmen plant eine mehrmonatige Social Media Kampagne, in der jede Woche kurze Animationsclips erscheinen sollen. Der Produzent entwickelt mit dem Marketing-Team ein Serienkonzept, das ein wiedererkennbares Format schafft. Er definiert einen einheitlichen Look, ein Intro und Outro, und klärt, welche Inhalte sich in 15 bis 30 Sekunden gut erzählen lassen. Anschließend baut er eine Produktionspipeline auf, in der Skripte, Illustrationen und Animationen so geplant sind, dass jede Woche ein neuer Clip fertig wird, ohne das Budget zu sprengen. Er achtet darauf, dass die Clips im Hochformat für Smartphones funktionieren und die Kernbotschaft bereits in den ersten Sekunden klar ist.
Beispiel 3: Kombination aus Realfilm und Animation für Messe und Vertrieb
Ein Industrieunternehmen möchte auf einer Messe ein Video zeigen, das sowohl emotionale Bilder aus der Produktion als auch animierte Grafiken zur Funktionsweise eines Produkts enthält. Der Produzent plant den Dreh in der Fertigungshalle, organisiert ein kleines Filmteam, klärt Sicherheitsfragen und Abstimmungen mit der Unternehmenskommunikation. Parallel koordiniert er die Entwicklung von 2D-Animationen, die technische Abläufe verständlich darstellen. In der Postproduktion werden Realfilm und Animation kombiniert. Zusätzlich lässt der Produzent eine Kurzversion erstellen, die der Vertrieb auf dem Tablet zeigen kann. So entsteht aus einem Projekt gleich ein ganzer Satz an Marketingmaterialien.
Kompetenzen eines guten Produzenten
Damit ein Produzent Projekte im Bereich Erklärvideo und Videoproduktion erfolgreich steuern kann, benötigt er verschiedene Fähigkeiten.
Organisatorische und kommunikative Fähigkeiten
- Projektmanagement: Planung von Zeitplänen, Budgets und Ressourcen
- Kommunikation: Verständliche Abstimmung mit Marketing, Fachabteilungen und Kreativen
- Konfliktlösung: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen und Prioritäten
- Verlässlichkeit: Einhaltung von Deadlines, Koordination von Feedback
Kreatives Verständnis und Markenbewusstsein
- Grundverständnis für Storytelling, Dramaturgie und Zielgruppenansprache
- Sicherer Blick für Design, Animation und Bildsprache
- Bewusstsein für Markenwerte, Tonalität und Corporate Design
- Fähigkeit, komplexe Inhalte in einfache, visuelle Geschichten zu übersetzen
Technisches Grundverständnis
- Wissen, wie Animationssoftware, Schnittprogramme und Grafiktools grundsätzlich funktionieren
- Überblick über Formate und Anforderungen verschiedener Plattformen, zum Beispiel Auflösung, Seitenverhältnis und Datenvolumen
- Verständnis für Produktionsschritte, etwa Renderzeiten oder Studiobuchungen
Ein Produzent muss kein Spezialist in jedem einzelnen Bereich sein, aber er sollte genug wissen, um realistisch planen, Risiken einschätzen und sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.
Zusammenarbeit: Was sollten Marketing-Verantwortliche beachten
Damit die Zusammenarbeit mit einem Produzenten effizient und erfolgreich verläuft, können Marketing-Verantwortliche einige Punkte berücksichtigen.
Klares Briefing
Ein vollständiges Briefing hilft dem Produzenten, von Beginn an die richtigen Entscheidungen zu treffen. Hilfreiche Inhalte sind zum Beispiel:
- Beschreibung der Zielgruppe
- Hauptziel des Videos, etwa Leads, Verkäufe, Markenbekanntheit, Schulung
- Wichtige Botschaften und Nutzenargumente
- Bestehende Materialien, zum Beispiel Präsentationen, Broschüren, Styleguides
- Geplante Kanäle und Einsatzorte
Realistische Zeit- und Budgetvorstellungen
Videoproduktion benötigt Zeit. Ein Produzent kann zwar Abläufe optimieren, aber bestimmte Schritte lassen sich nicht beliebig verkürzen, ohne Qualität zu verlieren. Je früher ein Projekt geplant wird, desto besser kann der Produzent Ressourcen einteilen und Engpässe vermeiden. Gleiches gilt für das Budget: Wenn Rahmen und Prioritäten klar sind, kann er passende Vorschläge machen, zum Beispiel mehrere kurze Clips statt eines langen Videos.
Strukturierte Feedbackprozesse
Ein Produzent plant in der Regel mehrere Feedbackrunden ein, etwa nach Skript, Storyboard und Rohfassung. Damit diese Runden effizient sind, ist es hilfreich, wenn Feedback intern gesammelt und gebündelt wird. Widersprüchliche Rückmeldungen aus verschiedenen Abteilungen können den Prozess verlangsamen. Der Produzent kann hier unterstützen, indem er klare Fragen stellt und Prioritäten abfragt, zum Beispiel was fachlich zwingend ist und wo gestalterische Freiheit möglich bleibt.
Missverständnisse und Abgrenzungen
Im Alltag werden die Begriffe Produzent, Regisseur, Projektmanager oder Account Manager manchmal durcheinander verwendet. Es lohnt sich, die Rollen kurz zu unterscheiden.
Produzent und Regisseur
Der Regisseur ist in erster Linie für die kreative Umsetzung verantwortlich, also für Bildsprache, Inszenierung und Führung von Sprechern oder Schauspielern. Der Produzent dagegen steuert das Gesamtprojekt und trägt die wirtschaftliche Verantwortung. In kleineren Agenturen können diese Rollen in einer Person zusammenfallen. Wichtig ist, im Projekt zu klären, wer welche Entscheidungen trifft.
Produzent und Projektmanager
Der Projektmanager kümmert sich meist um Zeitpläne, To-do-Listen und Abstimmung. Der Produzent übernimmt zusätzlich Budgetverantwortung, Angebotskalkulation und häufig auch inhaltliche Entscheidungen. Je nach Unternehmensgröße können auch hier Rollen kombiniert oder getrennt sein.
Mehrwert eines Produzenten für Erklärvideo-Projekte
Ein professioneller Produzent ist für Marketing-Verantwortliche ein wichtiger Partner, weil er komplexe Videoprojekte überschaubar und planbar macht. Er sorgt dafür, dass kreative Ideen nicht im Chaos enden, sondern in einem Video, das im Marketingalltag funktioniert.
Der Produzent verbindet Strategie, Kreativität und Organisation, damit ein Video nicht nur gut aussieht, sondern auch seine Aufgabe im Marketing erfüllt.
Ob es um ein einzelnes Erklärvideo oder um eine langfristige Video-Strategie geht, der Produzent behält Ziele, Ressourcen und Qualität im Blick. Für Unternehmen, die Video gezielt einsetzen wollen, ist er damit nicht nur Projektsteuerer, sondern ein entscheidender Partner für wirkungsvolle Kommunikation mit Bewegtbild.
Häufige Fragen zu „Produzent"
Ein Produzent plant und steuert den gesamten Ablauf einer Erklärvideoproduktion. Er koordiniert Briefing, Konzept, Dreh oder Animation, Budget, Zeitplan und die Zusammenarbeit aller Beteiligten, damit am Ende ein stimmiges Video für Ihr Marketing entsteht.
Der Produzent ist vor allem für Organisation, Budget und Ablauf verantwortlich. Der Regisseur kümmert sich stärker um die kreative Umsetzung, also Bildsprache, Inszenierung und Führung von Sprecherinnen, Sprechern oder Animationsteams. Beide arbeiten eng zusammen.
Ein Produzent ist sehr hilfreich, sobald mehrere Gewerke wie Text, Illustration, Animation und Ton beteiligt sind. Er sorgt dafür, dass Ihr Briefing richtig umgesetzt wird, Termine eingehalten werden und das Video zu Ihren Marketingzielen passt. Kleine Projekte können ohne Produzenten laufen, sind dann aber oft unstrukturierter.
Sie liefern dem Produzenten Ziele, Zielgruppe, Kernbotschaften und Rahmenbedingungen wie Budget und Timing. Der Produzent übersetzt diese Informationen in ein klares Produktionskonzept, stimmt Zwischenergebnisse mit Ihnen ab und hält Sie über Fortschritte und Entscheidungen auf dem Laufenden.
Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo
Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.
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