Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
Referenzvideo einfach erklärt
Ein Referenzvideo zeigt anhand eines bestehenden Beispiels, wie Ihr zukünftiges Erklärvideo aussehen und sich anfühlen soll.
In der Welt von Erklärvideos und moderner Videoproduktion taucht im Briefing und in Projektgesprächen häufig der Begriff Referenzvideo auf. Für viele Marketing-Verantwortliche ist er anfangs ungewohnt, dabei kann ein gut gewähltes Referenzvideo den gesamten Produktionsprozess vereinfachen und das Ergebnis deutlich verbessern. Im Folgenden wird erklärt, was darunter zu verstehen ist, wie ein Referenzvideo in der Praxis eingesetzt wird und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Begriffserklärung und Zweck
Ein Referenzvideo ist ein bereits existierendes Video, das als Vorlage, Orientierung oder gemeinsamer Vergleichspunkt für ein neues Videoprojekt dient. Es muss nicht aus der eigenen Produktion stammen, sondern kann von Mitbewerbern, aus anderen Branchen oder von Plattformen wie YouTube oder Vimeo kommen. Entscheidend ist, dass es bestimmte Eigenschaften vorbildlich zeigt, zum Beispiel Stil, Länge, Tonalität oder Erzählweise.
In der Videoproduktion erfüllt ein Referenzvideo zwei zentrale Funktionen. Erstens schafft es ein gemeinsames Bild davon, wie das geplante Video ungefähr aussehen und wirken soll. Zweitens dient es als praktisches Werkzeug, um Entscheidungen zu treffen, etwa zur Frage, wie schnell geschnitten werden soll oder wie stark Humor eingesetzt wird. So wird aus vagen Vorstellungen ein klarer, für alle Beteiligten greifbarer Zielrahmen.
Typische Einsatzbereiche im Marketing
Im Marketing-Alltag begegnet ein Referenzvideo vor allem in drei Situationen. Bei der Planung einer neuen Kampagne, bei der Zusammenarbeit mit einer Agentur oder einem Videostudio und bei der internen Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung.
Planung einer neuen Videokampagne
Wenn ein Unternehmen zum ersten Mal ein Erklärvideo produzieren lässt oder ein vorhandenes Format weiterentwickelt, fehlt oft die Erfahrung, wie ein gutes Ergebnis konkret aussehen kann. Ein Referenzvideo hilft dabei, Erwartungen zu visualisieren. Die Marketing-Abteilung kann zum Beispiel ein bestehendes Produktvideo eines anderen Unternehmens auswählen, das in Bezug auf Storytelling, Tempo und Bildsprache als besonders gelungen empfunden wird.
Dieses Referenzvideo wird dann im Kick-off-Meeting gemeinsam angesehen. Dabei notieren alle Beteiligten, was ihnen daran gefällt und was sie anders machen möchten. So entstehen konkrete Vorgaben wie etwa die gewünschte Dauer, die Art der Sprecherstimme oder die Mischung aus animierten Szenen und Realfilm. Auf dieser Grundlage fällt es leichter, ein klares Briefing zu formulieren.
Zusammenarbeit mit Agenturen und Videostudios
Für Agenturen und Produktionsstudios ist ein Referenzvideo ein zentrales Kommunikationsmittel. Es übersetzt abstrakte Begriffe wie modern, dynamisch oder seriös in sichtbare Beispiele. Begriffe dieser Art werden von unterschiedlichen Personen häufig verschieden interpretiert. Ein Referenzvideo sorgt dafür, dass alle vom gleichen Verständnis ausgehen.
In der Praxis schicken Auftraggeber der Agentur ein oder mehrere Links zu Videos, die sie als Richtung passend empfinden. Die Agentur analysiert diese Beispiele und leitet daraus Vorschläge für Stil, Animation, Illustration und Musik ab. Je besser das Referenzvideo zur Zielsetzung passt, desto zielgenauer kann die Agentur Konzepte entwickeln.
Interne Abstimmung im Unternehmen
Ein Referenzvideo ist auch ein hilfreiches Werkzeug, um intern Entscheidungen abzusichern. Häufig müssen mehrere Abteilungen zustimmen, etwa Marketing, Vertrieb, Produktmanagement und Geschäftsführung. Statt lange zu diskutieren, ob ein Video eher sachlich oder emotional sein sollte, wird ein Beispielvideo gezeigt, das die gewünschte Wirkung bereits demonstriert.
Ein solches Referenzvideo kann zum Beispiel ein Erklärfilm eines Branchenführers sein, der komplexe Inhalte einfach und sympathisch vermittelt. Indem alle Beteiligten dieses Video ansehen, wird schnell klar, ob die angestrebte Richtung akzeptiert wird oder ob ein anderer Stil besser passt. So werden Missverständnisse reduziert und Entscheidungen beschleunigt.
Arten von Referenzvideos
Ein Referenzvideo kann verschiedene Aspekte betonen. In der Praxis werden häufig mehrere Videos kombiniert, um unterschiedliche Dimensionen abzudecken.
Stilreferenz
Eine Stilreferenz fokussiert auf das visuelle Erscheinungsbild. Dazu gehören Farben, Formen, Illustrationsstil und Art der Animation. Im Bereich Erklärvideo kann ein Referenzvideo zum Beispiel einen klaren Flat-Design-Stil zeigen, bei dem einfache Formen, klare Kanten und reduzierte Farben dominieren. Ein anderes Beispiel könnte einen handgezeichneten Look verwenden, der persönlicher und verspielter wirkt.
Marketing-Verantwortliche nutzen solche Stilreferenzen, um zu entscheiden, ob das geplante Video eher minimalistisch, verspielt oder besonders hochwertig wirken soll. Dabei ist wichtig, dass das Referenzvideo zur Markenidentität passt und nicht nur spontan gefällt.
Struktur- und Storytelling-Referenz
Ein Referenzvideo kann auch als Vorlage für Aufbau und Dramaturgie dienen. Hier geht es darum, wie eine Geschichte erzählt wird. Wird zum Beispiel zuerst das Problem gezeigt, dann die Lösung und am Ende der konkrete Nutzen für den Kunden. Oder beginnt das Video mit einer überraschenden Szene und löst erst später auf, worum es geht.
Gerade bei Erklärvideos ist die Struktur entscheidend, um komplexe Inhalte verständlich zu machen. Ein gut gewähltes Referenzvideo kann zeigen, wie eine sinnvolle Reihenfolge aussieht, welche Beispiele verwendet werden und wie eine klare Handlungsaufforderung am Ende platziert wird.
Tonalitäts- und Markenreferenz
Unternehmen haben unterschiedliche Markenpersönlichkeiten. Manche Marken treten sachlich und seriös auf, andere locker und humorvoll. Ein Referenzvideo kann diese Tonalität greifbar machen. Es zeigt, wie stark Humor eingesetzt wird, wie direkt der Zuschauer angesprochen wird und ob eine eher formelle oder informelle Sprache verwendet wird.
Im Marketing-Alltag ist dies besonders wichtig, wenn mehrere Personen an der Freigabe beteiligt sind. Ein gemeinsames Referenzvideo hilft dabei, sich auf eine Tonalität zu einigen, die sowohl zur Marke als auch zur Zielgruppe passt.
Technik- und Qualitätsreferenz
Schließlich kann ein Referenzvideo als Maßstab für technische Qualität dienen. Dazu gehören Bildschärfe, Lichtsetzung, Sounddesign und Animationsqualität. In der Praxis wird häufig ein Video als Referenz gewählt, das die gewünschte Qualitätsstufe widerspiegelt, etwa ein sehr hochwertig produziertes Markenvideo oder ein bewusst einfach gehaltenes Social-Media-Video.
Ein solches Referenzvideo hilft dabei, realistische Erwartungen zu setzen. Wenn ein Unternehmen ein Video in TV-Qualität als Referenz nennt, wird klar, dass dafür ein entsprechendes Budget und ausreichend Produktionszeit benötigt werden.
Vorteile eines Referenzvideos
Der Einsatz eines Referenzvideos bringt zahlreiche Vorteile für Planung, Produktion und Ergebnis mit sich.
- Bessere Kommunikation: Ein Referenzvideo reduziert Missverständnisse, weil alle Beteiligten ein konkretes Beispiel vor Augen haben.
- Schnellere Entscheidungen: Statt theoretisch über Stil oder Tonalität zu diskutieren, kann anhand eines Beispiels entschieden werden.
- Realistischere Planung: Ein Referenzvideo zeigt, was in einer bestimmten Länge und mit einem bestimmten Budget realistisch ist.
- Höhere Zufriedenheit: Wenn Erwartungen von Anfang an klar sind, sinkt das Risiko von Enttäuschungen bei der Abnahme.
- Effizientere Produktion: Kreative können gezielter arbeiten, weil sie den gewünschten Rahmen kennen.
Auswahl eines geeigneten Referenzvideos
Damit ein Referenzvideo wirklich hilfreich ist, sollte es sorgfältig ausgewählt werden. Es genügt nicht, einfach irgendein beliebtes Video zu nennen. Entscheidend ist, dass das Video die gewünschte Richtung möglichst genau widerspiegelt.
Relevanz zur Zielgruppe
Ein Referenzvideo sollte zu der Zielgruppe passen, die Sie mit Ihrem eigenen Video erreichen möchten. Wenn Sie beispielsweise eine B2B-Zielgruppe in einer eher konservativen Branche ansprechen, ist ein extrem verspieltes, lautes Video aus dem Konsumgüterbereich möglicherweise keine passende Referenz. Umgekehrt kann ein sehr nüchternes Video für eine junge, kreative Zielgruppe unattraktiv wirken.
Klarer Fokus auf bestimmte Eigenschaften
Es ist sinnvoll, bei jedem Referenzvideo klar zu benennen, worauf genau Sie sich beziehen. Gefällt Ihnen die Bildsprache, die Dramaturgie, die Sprecherstimme oder der Einsatz von Musik. So vermeiden Sie, dass die Produktionspartner annehmen, alle Details des Referenzvideos seien verbindlich.
In der Praxis kann man ein kurzes Protokoll anlegen, in dem zu jedem Referenzvideo stichwortartig festgehalten wird, welche Elemente übernommen werden sollen und welche nicht. Diese Klarheit erleichtert die kreative Arbeit erheblich.
Realistische Vergleichsmaßstäbe
Bei der Auswahl eines Referenzvideos sollte immer geprüft werden, ob es in Bezug auf Budget und Produktionsbedingungen ein realistischer Vergleich ist. Ein internationaler Imagefilm eines Weltkonzerns kann zwar inspirierend sein, ist jedoch häufig nicht der passende Maßstab für ein kompaktes Erklärvideo im Mittelstand.
Besser ist es, ein Referenzvideo zu wählen, das in Umfang und Einsatzzweck dem geplanten Projekt ähnelt. So vermeiden Sie Lücken zwischen Wunsch und Machbarkeit und erleichtern die Budgetplanung.
Praktische Beispiele aus dem Marketing-Alltag
Um die Rolle eines Referenzvideos greifbar zu machen, lohnt sich ein Blick auf typische Situationen in der Praxis.
Beispiel 1: Neues Produkt im Software-Bereich
Ein Software-Unternehmen plant ein Erklärvideo für eine neue Plattform. Die Marketing-Leitung sammelt drei Videos von anderen Anbietern, die komplexe Funktionen verständlich erklären. Jedes dieser Videos wird als Referenzvideo für einen bestimmten Aspekt genutzt. Video A für die klare Struktur, Video B für den ruhigen Illustrationsstil, Video C für die freundliche Sprecherstimme.
In der Abstimmung mit der Produktionsagentur werden diese drei Beispiele gemeinsam analysiert. Es wird festgelegt, dass die Struktur von Video A, der Stil von Video B und die Tonalität von Video C als Orientierung dienen. So entsteht ein klares Briefing, das trotzdem Raum für eigene Ideen lässt.
Beispiel 2: Imagevideo für eine Arbeitgebermarke
Ein Unternehmen möchte sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und plant ein kurzes Video für die Karriereseite. Die Personalabteilung sammelt mehrere Videos anderer Unternehmen, die authentische Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Aus dieser Sammlung wird ein Referenzvideo ausgewählt, das besonders glaubwürdig wirkt und die gewünschte Mischung aus Interviews, Alltagsszenen und Text-Overlays zeigt.
Dieses Referenzvideo dient als Grundlage für die Entscheidung, ob echte Mitarbeitende oder professionelle Sprecher eingesetzt werden, wie viel Humor erlaubt ist und welche Länge für das geplante Video sinnvoll erscheint. Die Marketing-Abteilung kann auf dieser Basis gezielt prüfen, ob die Bildsprache zur bestehenden Marke passt.
Beispiel 3: Kampagnenvideos für Social Media
Ein Handelsunternehmen plant eine Social-Media-Kampagne mit kurzen Animationsvideos. Die Social-Media-Verantwortlichen sammeln Beispiele von erfolgreichen Kampagnen aus vergleichbaren Branchen. Ein besonders performantes Video wird als Referenzvideo definiert, weil es in wenigen Sekunden eine klare Botschaft vermittelt und visuell auffällt.
Die Agentur analysiert dieses Referenzvideo und leitet daraus Empfehlungen ab. Zum Beispiel eine maximale Länge von 15 Sekunden, ein sehr schneller Einstieg ohne lange Einleitung und eine deutlich sichtbare Marke bereits in den ersten Sekunden. So entsteht eine Serie von Videos, die sich an einer nachweislich funktionierenden Struktur orientiert, ohne eine Kopie zu sein.
Häufige Missverständnisse und Grenzen
Obwohl ein Referenzvideo ein wertvolles Werkzeug ist, sollte es bewusst und mit Augenmaß eingesetzt werden. Einige Missverständnisse treten in der Praxis immer wieder auf.
Referenz ist keine Kopiervorlage
Ein Referenzvideo dient als Orientierung, nicht als Vorlage für eine direkte Kopie. Ziel ist es, inspirierende Elemente zu erkennen und in ein eigenes, zur Marke passendes Konzept zu übertragen. Eine zu starke Annäherung an ein fremdes Video kann nicht nur rechtliche Fragen aufwerfen, sondern auch der eigenen Marke schaden, weil sie nicht eigenständig wirkt.
Mehrere Referenzen gezielt kombinieren
Manche Unternehmen wählen sehr viele Videos als Referenz, was die Orientierung erschwert. Sinnvoller ist es, wenige, aber gut passende Referenzvideos auszuwählen und genau zu definieren, welche Aspekte jeweils relevant sind. Auf diese Weise entsteht ein klarer Rahmen, der Kreativität nicht einschränkt, sondern fokussiert.
Flexibilität während der Produktion
Auch wenn ein Referenzvideo zu Beginn des Projekts hilfreich ist, sollte während der Produktion Raum für Anpassungen bleiben. Manchmal zeigt sich im Verlauf, dass bestimmte Elemente des Referenzbeispiels für die eigene Zielgruppe oder Botschaft doch nicht ideal sind. In solchen Fällen ist es sinnvoll, gemeinsam mit der Agentur zu prüfen, welche Änderungen nötig sind, anstatt starr am ursprünglichen Beispiel festzuhalten.
So arbeiten Sie im Projektalltag mit Referenzvideos
Damit ein Referenzvideo im Projektalltag optimal genutzt wird, bietet sich ein einfaches, aber strukturiertes Vorgehen an.
- Sammlung: Sichten Sie Videos aus Ihrer Branche und darüber hinaus und speichern Sie passende Beispiele.
- Auswahl: Entscheiden Sie sich für wenige Videos, die Ihre Ziele besonders gut widerspiegeln.
- Kommentierung: Notieren Sie zu jedem Referenzvideo, welche Elemente Ihnen wichtig sind.
- Abstimmung: Besprechen Sie die ausgewählten Beispiele intern und mit der Agentur.
- Dokumentation: Halten Sie die getroffenen Entscheidungen schriftlich fest, damit sie im Verlauf der Produktion nicht verloren gehen.
Ein bewusst eingesetztes Referenzvideo kann so zu einem zentralen Werkzeug werden, um Videoprojekte effizienter, zielgerichteter und erfolgreicher umzusetzen. Es verbindet die Sprache der Kreativen mit den Anforderungen des Marketings und sorgt dafür, dass aus einer ersten Idee ein stimmiges, wirkungsvolles Erklärvideo oder Marketingvideo entsteht, das sowohl intern als auch bei der Zielgruppe überzeugt.
Häufige Fragen zu „Referenzvideo"
Ein Referenzvideo ist ein bereits existierendes Video, das als Vorlage oder Orientierung für ein neues Erklärvideo dient. Es zeigt zum Beispiel gewünschten Stil, Tempo, Tonalität und Bildsprache. So versteht die Agentur schnell, was Sie sich vorstellen. Das reduziert Missverständnisse und spart Zeit in der Abstimmung.
Ein Referenzvideo macht Ihre Wünsche konkret sichtbar, statt sie nur mit Worten zu beschreiben. Die Produktion kann sich an klaren Beispielen orientieren und Stil, Länge und Dynamik besser einschätzen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis Ihren Erwartungen entspricht. Außerdem beschleunigt es Entscheidungen im Team, weil alle dasselbe Beispiel vor Augen haben.
Geeignete Referenzvideos finden Sie zum Beispiel auf Plattformen wie YouTube oder Vimeo, auf Webseiten von Erklärvideo Agenturen oder in Showreels von Produktionsfirmen. Achten Sie darauf, dass das Video zu Ihrer Zielgruppe, Ihrem Produkt und Ihrer Marke passt. Sammeln Sie ruhig mehrere Beispiele, etwa für Stil, Erzählweise und Musik. Diese Kombination hilft der Agentur, Ihren Wunschmix besser zu verstehen.
Achten Sie darauf, welche Elemente Ihnen konkret gefallen, etwa Illustrationsstil, Animationstempo, Sprecherstimme oder Musik. Notieren Sie, was Sie genau übernehmen möchten und was Sie anders haben wollen. Klären Sie mit der Agentur, dass das Referenzvideo nur als Inspiration dient und nicht kopiert werden darf. So stellen Sie sicher, dass Ihr Erklärvideo einzigartig bleibt und rechtlich unbedenklich ist.
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