Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios
Seitenverhältnis einfach erklärt
Seitenverhältnis bezeichnet das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Videos und entscheidet, wie gut Ihr Erklärvideo auf verschiedenen Kanälen wirkt.
Inhalt
- Grundlagen: Was bedeutet Seitenverhältnis genau?
- Warum das Seitenverhältnis im Marketing so wichtig ist
- Typische Seitenverhältnisse in der Videoproduktion
- Seitenverhältnis und Bildkomposition
- Seitenverhältnis und Plattformstrategie
- Typische Probleme bei falschem Seitenverhältnis
- Best Practices für Marketing Verantwortliche
- Seitenverhältnis und technische Umsetzung
- Praxisnahe Szenarien aus dem Marketing Alltag
- Zusammenfassung: Was Sie sich merken sollten
Im Bereich von Erklärvideos, Produktfilmen und Social Media Clips begegnet Ihnen früher oder später immer wieder derselbe Fachbegriff: das Seitenverhältnis. Gemeint ist damit das proportionale Verhältnis von Breite zu Höhe eines Bildes oder Videos. Es beeinflusst direkt, wie Ihr Video auf verschiedenen Bildschirmen, Plattformen und Geräten wirkt und ob wichtige Inhalte sauber zu sehen sind oder unglücklich abgeschnitten werden. Für Marketing-Verantwortliche ist das Seitenverhältnis deshalb kein technisches Detail, sondern eine strategische Stellschraube, die darüber entscheidet, ob eine Kampagne professionell, modern und plattformgerecht wahrgenommen wird.
Grundlagen: Was bedeutet Seitenverhältnis genau?
Das Seitenverhältnis beschreibt die Proportionen eines Bildes oder Videos als Verhältniszahl von Breite zu Höhe. Typische Schreibweisen sind zum Beispiel 16:9, 9:16 oder 1:1. Die erste Zahl steht immer für die Breite, die zweite für die Höhe. Ein Video im Verhältnis 16:9 ist also deutlich breiter als hoch, während 9:16 ein hochformatiges Video beschreibt, das besser zu einem Smartphone-Bildschirm passt.
Wichtig ist: Das Seitenverhältnis sagt nichts über die tatsächliche Größe aus. Ein 16:9 Video kann klein auf einer Website eingebettet sein oder riesig auf einer LED-Wand laufen. Das Verhältnis bleibt gleich, nur die absolute Größe ändert sich. Für die Produktion von Erklärvideos bedeutet das, dass Sie sich früh festlegen sollten, welche Proportionen Ihr Video haben soll, damit Animation, Illustration, Text und Bildkomposition genau darauf abgestimmt werden können.
Warum das Seitenverhältnis im Marketing so wichtig ist
In der Videoproduktion für Marketing und Kommunikation zählt jede Sekunde und jeder Bildausschnitt. Das Seitenverhältnis beeinflusst, wie viel Raum Sie für Ihr Produkt, Ihre Botschaft und Ihre Gestaltungselemente haben. Es entscheidet, ob ein Logo sauber platziert werden kann, ob Untertitel gut lesbar sind und ob Ihr Video auf einer Plattform bildschirmfüllend oder mit schwarzen Balken erscheint.
Wer das Seitenverhältnis ignoriert, riskiert, dass wichtige Inhalte abgeschnitten werden, dass Videos gestaucht oder gestreckt aussehen oder dass Kampagnen auf verschiedenen Kanälen uneinheitlich wahrgenommen werden. Für Marken, die Wert auf ein konsistentes Erscheinungsbild legen, ist das ein ernstzunehmendes Risiko. Deshalb gehört die Frage nach dem passenden Format heute zu jeder professionellen Video- und Content-Strategie.
Typische Seitenverhältnisse in der Videoproduktion
16:9 – der Standard für Web, YouTube und Präsentationen
Das 16:9 Format ist das aktuell am weitesten verbreitete Seitenverhältnis für Videos. Nahezu alle modernen Computerbildschirme, Laptops, Fernseher und Projektoren sind auf 16:9 ausgelegt. Plattformen wie YouTube, Vimeo oder die meisten Lernplattformen setzen dieses Verhältnis als Standard.
Für Erklärvideos, Produktfilme und Unternehmensfilme, die auf Websites eingebunden, in Präsentationen gezeigt oder per E Mail verschickt werden, ist 16:9 meist die erste Wahl. Es bietet genug Breite, um mehrere Elemente gleichzeitig zu zeigen, etwa eine Person, ein Produkt und erklärende Grafiken. In animierten Erklärvideos erlaubt dieses Seitenverhältnis eine klare horizontale Bildführung, etwa von links nach rechts, die dem natürlichen Leseverhalten entspricht.
9:16 – das Hochformat für Stories und Reels
Mit dem Siegeszug des Smartphones hat sich ein weiteres Seitenverhältnis etabliert: 9:16 im Hochformat. Dieses Format ist typisch für Instagram Stories, TikTok Videos, YouTube Shorts und Reels auf verschiedenen Plattformen. Nutzer halten ihr Smartphone in der Regel hochkant, und genau darauf ist 9:16 optimiert.
Für Marketing Verantwortliche bedeutet das: Wer Reichweite auf mobilen Plattformen erzielen möchte, sollte speziell für dieses Seitenverhältnis produzieren oder zumindest bei der Konzeption eines Erklärvideos berücksichtigen, dass eine hochformatige Version benötigt wird. Ein einfaches Zuschneiden eines 16:9 Videos reicht meist nicht, weil dann wichtige Inhalte seitlich wegfallen. Stattdessen sollten Kernbotschaften, Personen und Texte von Anfang an so platziert werden, dass sie auch im Hochformat funktionieren.
1:1 – quadratische Videos für Feeds
Quadratische Videos mit dem Seitenverhältnis 1:1 waren besonders in den Feeds von sozialen Netzwerken lange sehr beliebt. Sie nehmen auf vielen Smartphones im Feed mehr Platz ein als klassische Querformate und wirken dadurch präsenter. Gerade bei Erklärvideos, die als kurze Teaser im Social Media Feed laufen, kann das Quadratformat sinnvoll sein.
Auch hier gilt: Ein 1:1 Format sollte nicht einfach nur ein zugeschnittener Ausschnitt eines 16:9 Videos sein. Besser ist es, die Bildgestaltung und Textplatzierung so zu planen, dass das Quadrat optimal genutzt wird. Logos, Call to Action Buttons und Untertitel sollten klar im sichtbaren Bereich liegen und nicht zu nah an den Rändern positioniert werden.
Weitere Formate im Überblick
- 4:3: Früheres Standardformat für Fernseher und Präsentationen, heute eher selten, aber gelegentlich noch in Videokonferenzen oder älteren Installationen anzutreffen.
- Cinema Formate wie 21:9: Sehr breite Bildformate, die vor allem im Kino oder bei besonders filmischen Werbespots genutzt werden, etwa für große Kampagnen oder Imagefilme.
- Spezialformate: Individuelle Seitenverhältnisse für LED Wände, Messeinstallationen oder interaktive Displays, die speziell an die jeweilige Hardware angepasst werden müssen.
Seitenverhältnis und Bildkomposition
Das Seitenverhältnis bestimmt, wie viel Raum Ihnen für die Bildgestaltung zur Verfügung steht. In einem breiten Format wie 16:9 lassen sich mehrere Elemente nebeneinander anordnen, etwa eine Sprecherin und eine animierte Grafik. In einem hochformatigen 9:16 Video müssen Sie stärker vertikal denken und Inhalte eher untereinander als nebeneinander platzieren.
Für Erklärvideos bedeutet das, dass Illustrationen, Animationen und Texttafeln immer auf das gewählte Seitenverhältnis abgestimmt sein sollten. Ein komplexes Schaubild, das in 16:9 gut lesbar und übersichtlich wirkt, kann in 9:16 schnell überladen erscheinen. Umgekehrt kann ein minimalistisches Motiv im Hochformat sehr fokussiert und aufmerksamkeitsstark sein, während es im Querformat zu viel leeren Raum lässt.
Ein passendes Seitenverhältnis unterstützt die Botschaft des Videos, indem es die Aufmerksamkeit dorthin lenkt, wo sie sein soll: auf Ihr Produkt, Ihre Marke und Ihre Kernaussagen.
Seitenverhältnis und Plattformstrategie
Jede Plattform bevorzugt bestimmte Formate. Für eine durchdachte Video Marketing Strategie ist es hilfreich, diese Vorlieben zu kennen und das Seitenverhältnis entsprechend zu planen.
Beispiele aus dem Marketing Alltag
- YouTube: Hauptsächlich 16:9, hier wirken klassische Erklärvideos und Produktfilme am professionellsten. Hochformate werden zwar unterstützt, nutzen aber den Bildschirm oft nicht optimal.
- Instagram Stories und Reels: 9:16 im Vollbild. Inhalte, die nicht im Hochformat vorliegen, wirken schnell fremd oder unprofessionell.
- LinkedIn Feed: Querformat 16:9 und quadratisch 1:1 sind gängig. Quadratische Videos fallen im mobilen Feed stärker auf.
- Website und Landingpages: Meist 16:9, weil sich dieses Seitenverhältnis gut in bestehende Layouts integrieren lässt und auf verschiedenen Geräten stabil wirkt.
In der Praxis bedeutet das häufig, dass ein zentrales Erklärvideo in 16:9 produziert wird und daraus zusätzliche Versionen für 1:1 und 9:16 abgeleitet werden. Je früher dieser Bedarf in der Planung berücksichtigt wird, desto leichter lassen sich Inhalte für mehrere Kanäle adaptieren.
Typische Probleme bei falschem Seitenverhältnis
Wenn das Seitenverhältnis bei der Planung vernachlässigt wird, zeigen sich die Probleme meist erst kurz vor der Veröffentlichung. Dann ist es oft zu spät, um ohne Zusatzaufwand gegenzusteuern.
- Abgeschnittene Inhalte: Logos, Untertitel oder wichtige Bildelemente liegen zu nah am Rand und fallen bei der Anpassung auf ein anderes Format teilweise oder ganz weg.
- Schwarze Balken: Ein Video in 16:9 wird auf einer Plattform gezeigt, die 9:16 bevorzugt. Um das Bild nicht zu verzerren, werden oben und unten oder seitlich schwarze Flächen eingefügt. Das wirkt schnell altmodisch und verschenkt wertvolle Bildschirmfläche.
- Verzerrte Darstellung: Wenn ein Video gewaltsam in ein anderes Seitenverhältnis gezwungen wird, etwa durch Strecken oder Stauchen, sehen Personen, Produkte und Logos unnatürlich aus.
- Uneinheitliche Markenwirkung: Unterschiedliche Formate ohne klare Linie können dazu führen, dass eine Marke je nach Kanal anders wirkt und kein konsistenter Gesamteindruck entsteht.
Best Practices für Marketing Verantwortliche
Früh entscheiden, in welchen Formaten produziert wird
Bevor ein Erklärvideo oder Produktfilm in Auftrag gegeben wird, sollten Sie gemeinsam mit der Produktionsagentur klären, auf welchen Kanälen das Video später eingesetzt wird. Davon hängt ab, welche Seitenverhältnisse benötigt werden. Eine klare Antwort darauf erleichtert die Konzeption und verhindert spätere Kompromisse in der Bildgestaltung.
Sichere Zonen für Text und Logos definieren
Da ein Video oft in mehreren Varianten ausgespielt wird, empfiehlt es sich, sogenannte sichere Zonen zu definieren. Das sind Bereiche im Bild, in denen Texte, Logos und wichtige Inhalte so platziert werden, dass sie in verschiedenen Seitenverhältnissen sichtbar bleiben. Ein zentrales Layout, das sowohl in 16:9 als auch in 9:16 funktioniert, spart später viel Nacharbeit.
Mehrere Versionen einplanen
In vielen Fällen ist es sinnvoll, von Anfang an mehrere Versionen eines Videos zu planen, etwa eine ausführliche 16:9 Fassung für die Website und YouTube sowie kürzere 9:16 Clips für Stories und Reels. Das Grundmaterial kann dasselbe sein, aber Schnitt, Bildausschnitt und teilweise auch die Dramaturgie werden an das jeweilige Seitenverhältnis angepasst.
Mit Layout Skizzen arbeiten
Gerade bei animierten Erklärvideos ist es hilfreich, vorab Layout Skizzen oder Storyboards in den geplanten Formaten zu sehen. So erkennen Sie frühzeitig, ob alle Inhalte im gewählten Seitenverhältnis gut zur Geltung kommen. Anpassungen sind in dieser Phase wesentlich einfacher als nach der Fertigstellung der Animation.
Seitenverhältnis und technische Umsetzung
Auf technischer Ebene wird das Seitenverhältnis durch die Kombination aus Auflösung und Pixelanzahl bestimmt. Ein Full HD Video hat zum Beispiel 1920 Pixel in der Breite und 1080 Pixel in der Höhe. Das ergibt ein Verhältnis von 16:9. Ein Video mit 1080 mal 1080 Pixeln ist dagegen quadratisch, also 1:1.
Für Marketing Verantwortliche ist es nicht notwendig, alle technischen Details im Detail zu kennen. Entscheidend ist, die grundsätzliche Verbindung zu verstehen: Hinter jedem Seitenverhältnis steckt eine bestimmte Pixelauflösung, die bei der Produktion und beim Export des Videos eingestellt wird. Wenn Sie mit einer Agentur arbeiten, reicht es meist, die gewünschten Formate und Plattformen zu benennen, damit die passenden Einstellungen gewählt werden können.
Praxisnahe Szenarien aus dem Marketing Alltag
Ein Produktlaunch mit mehreren Kanälen
Angenommen, Sie planen einen Produktlaunch mit einem zentralen animierten Erklärvideo. Das Hauptvideo soll auf der Website und auf YouTube laufen, zusätzlich möchten Sie Teaser für Instagram, LinkedIn und TikTok nutzen. In diesem Fall wäre es sinnvoll, das Hauptvideo in 16:9 zu produzieren und parallel eine Strategie für 1:1 und 9:16 Varianten zu entwickeln.
Bei der Konzeption achten Sie darauf, dass die wichtigsten Szenen so aufgebaut sind, dass sie sich auf andere Seitenverhältnisse übertragen lassen. Personen und Produkte werden eher zentral platziert, Texte nicht zu nah an den Rändern positioniert. So können im Nachgang ohne große Verluste Social Media Versionen erstellt werden, die optimal auf die jeweiligen Plattformen zugeschnitten sind.
Interne Schulungsvideos und E Learning
Für interne Schulungsvideos oder E Learning Inhalte, die hauptsächlich über Laptop oder Beamer gezeigt werden, ist 16:9 meist ausreichend. Hier steht die Verständlichkeit im Vordergrund. Das gewählte Seitenverhältnis sollte genügend Platz für Bildschirmaufnahmen, Diagramme und eingeblendete Stichpunkte bieten. Wenn Teile dieser Inhalte später für Social Media wiederverwendet werden sollen, lohnt es sich dennoch, bereits bei der Produktion an alternative Formate zu denken.
Eventdokumentation und Messepräsenz
Bei Events, Messen oder Roadshows kommen oft spezielle Bildschirme oder LED Wände mit eigenen Formaten zum Einsatz. Das Seitenverhältnis kann hier deutlich von den üblichen Standards abweichen. In solchen Fällen ist eine genaue Abstimmung mit dem Technikdienstleister wichtig, damit das Videomaterial optimal auf die vorhandene Hardware passt und nicht gestreckt oder beschnitten werden muss.
Zusammenfassung: Was Sie sich merken sollten
Das Seitenverhältnis ist mehr als eine technische Kennzahl. Es bestimmt, wie Ihr Video wahrgenommen wird, wie gut Ihre Botschaft verständlich ist und wie professionell Ihre Marke auf verschiedenen Kanälen wirkt. Für Marketing Verantwortliche ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit den gewünschten Formaten auseinanderzusetzen und diese in die Briefings für Agenturen und Produktionsteams aufzunehmen. Wer das Seitenverhältnis von Anfang an mitdenkt, kann Erklärvideos, Produktfilme und Social Media Clips gezielt auf die jeweiligen Plattformen zuschneiden, ohne Kompromisse bei der Bildqualität eingehen zu müssen. So entsteht ein konsistenter, moderner und nutzerfreundlicher Auftritt, der Ihre Inhalte klar transportiert und Ihre Marke nachhaltig stärkt.
Häufige Fragen zu „Seitenverhältnis"
Das Seitenverhältnis beschreibt das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Videos, zum Beispiel 16:9 oder 9:16. Es bestimmt, wie das Bild auf Bildschirmen, Smartphones oder in Social Media angezeigt wird. Ein passendes Seitenverhältnis verhindert schwarze Balken und sorgt für eine professionelle Darstellung Ihres Erklärvideos.
Für die meisten Erklärvideos ist 16:9 das Standardformat, da es optimal für YouTube, Websites und Präsentationen geeignet ist. Für Social Media im Hochformat, etwa Instagram Reels oder TikTok, wird häufig 9:16 verwendet. Oft lohnt es sich, Inhalte so zu planen, dass sie in mehreren Seitenverhältnissen funktionieren.
Das Seitenverhältnis beeinflusst, wie groß und auffällig Ihr Video auf verschiedenen Plattformen erscheint. Ein optimal angepasstes Format nutzt den verfügbaren Platz besser aus und erhöht die Sichtbarkeit und Klickrate. Falsche Formate können Inhalte abschneiden oder das Video kleiner und weniger attraktiv wirken lassen.
Das Seitenverhältnis lässt sich nachträglich anpassen, indem Sie das Video zuschneiden oder mit Rändern versehen. Allerdings können dabei Bildinhalte verloren gehen oder kleiner wirken. Am besten wird das gewünschte Seitenverhältnis bereits bei der Planung und Produktion des Erklärvideos berücksichtigt, um Qualitätsverluste zu vermeiden.
Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo
Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.
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