Von Serhan Sidan, Geschäftsführer mattostudios · Aktualisiert am 21.10.2026

Zeitersparnis durch Erklärvideos: Wo Unternehmen am meisten Zeit zurückgewinnen

Ein Erklärvideo kostet einmal Geld – und spart danach jeden Tag Zeit. Im Vertrieb, im Support, in der Personalabteilung und in der internen Kommunikation übernimmt es die Erklärungen, die sonst Menschen immer wieder von vorn leisten. Wir zeigen, wo der Zeitgewinn am größten ist und wie Sie ihn berechnen.

Das Prinzip: Einmal erklären statt tausendmal

Jede Erklärung, die in Ihrem Unternehmen regelmäßig wiederholt wird, ist ein Zeitfresser mit Multiplikator: Zehn Minuten pro Fall, hundert Fälle im Monat, zwölf Monate im Jahr. Das Video leistet diese Erklärung einmal – geduldig, vollständig, rund um die Uhr. Die freigewordene Zeit fließt in die Aufgaben, für die Ihre Fachkräfte tatsächlich eingestellt wurden.

Die vier größten Zeitgewinne

Vertrieb: Das Erstgespräch beginnt nicht mehr bei null. Interessenten, die das Video gesehen haben, kennen Angebot und Nutzen bereits und stellen qualifizierte Fragen. Außerdem erklärt das Video Ihr Produkt intern beim Kunden weiter, wenn Ihr Vertrieb nicht im Raum ist. Wie das den Sales-Zyklus verkürzt, zeigt der Beitrag Erklärvideos im B2B.

Support und Service: Die häufigsten Anfragen drehen sich um dieselben fünf bis zehn Themen: Einrichtung, erste Schritte, typische Fehler. Ein Video pro Thema, verlinkt aus FAQ, Produkt und Ticket-Antwort, reduziert Tickets und verkürzt die Bearbeitung der verbleibenden. Ein Video als Gebrauchsanleitung wirkt hier besonders stark.

Personal und Onboarding: Die Einführung neuer Mitarbeitender bindet erfahrene Kolleginnen und Kollegen über Wochen. Eine Onboarding-Serie übernimmt die wiederkehrenden Teile und macht Präsenztermine kürzer und wertvoller. Mehr dazu im Ratgeber Mitarbeiterschulung per Erklärvideo.

Interne Kommunikation: Strategie, Umstrukturierung, neue Systeme: Statt zwanzig Meetings an zwanzig Standorten ein Video, das alle gleichzeitig und gleich gut informiert. Wie das in großen Organisationen funktioniert, lesen Sie unter Erklärvideos in der Konzernkommunikation.

So rechnen Sie den Zeitgewinn aus

Die Formel ist einfach: Minuten pro Erklärung × Häufigkeit pro Monat × 12 × Stundensatz. Ein Beispiel aus dem Support: Eine Einrichtungsfrage kostet im Schnitt 15 Minuten, sie kommt 80-mal im Monat, der interne Stundensatz liegt bei 60 Euro. Das sind 240 Stunden oder rund 14.400 Euro im Jahr für eine einzige Frage. Ein Video, das die Hälfte dieser Anfragen abfängt, hat sich damit in wenigen Monaten bezahlt gemacht – und läuft danach jahrelang weiter.

Im Vertrieb rechnen Sie ähnlich: Spart das Video pro Erstgespräch 15 Minuten Grundlagenerklärung und führt ein zusätzlicher Abschluss im Quartal auf das Video zurück, übersteigt der Ertrag die Produktionskosten meist schon im ersten Jahr. Die Investitionshöhe kalkulieren Sie mit unserem Ratgeber Was kostet ein Erklärvideo?.

Zeitersparnis auch in der Produktion

Auch die Erstellung selbst lässt sich effizient gestalten. Ein klarer Prozess mit festen Feedbackrunden, ein frühes Animatic und ein verantwortlicher Ansprechpartner auf Ihrer Seite verhindern Korrekturschleifen. Wie das abläuft, beschreibt der Beitrag Wie läuft die Produktion eines Erklärvideos ab. Und wer mehrere Videos als Serie plant, spart ab der zweiten Folge Zeit und Geld, weil Stil, Charaktere und Sprecher bereits feststehen.

Wo Videos keine Zeit sparen

Ehrlicherweise: Ein Video für eine Frage, die dreimal im Jahr gestellt wird, lohnt sich nicht. Auch Themen, die sich monatlich ändern, sind als Video schwer zu pflegen. Der Zeitgewinn entsteht dort, wo dieselbe Erklärung oft, an viele Menschen und über längere Zeit geleistet werden muss. Genau diese Themen identifizieren wir gemeinsam mit Ihnen im Briefing. Beispiele aus Industrie, Verwaltung und Gesundheitswesen zeigen unsere Referenzen – oder Sie sprechen direkt mit uns über Ihre größten Zeitfresser.

Das hängt von Häufigkeit und Dauer der ersetzten Erklärung ab. Bei typischen Support- oder Vertriebsthemen liegt die Amortisation meist innerhalb des ersten Jahres, bei einer Nutzungsdauer von mehreren Jahren.

Alles, was oft, an viele Menschen und über längere Zeit gleich erklärt wird: häufige Support-Fragen, Produkteinführungen im Vertrieb, Onboarding-Inhalte und wiederkehrende interne Botschaften.

Vergleichen Sie Ticketzahlen, Gesprächsdauern oder Onboarding-Zeiten vor und nach dem Einsatz des Videos. Viele Kunden tracken zusätzlich Abrufe und Verweildauer, um zu sehen, welche Videos tatsächlich genutzt werden.

In der Regel ja: Animation benötigt keine Drehtage, Locations oder Darsteller und lässt sich später modular aktualisieren, ohne neu zu drehen.

Serhan Sidan, Geschäftsführer mattostudios

Über den Autor

Serhan Sidan · Geschäftsführer mattostudios

Serhan Sidan produziert seit über 25 Jahren Erklärvideos und Erklärfilme für Unternehmen, Ministerien und Organisationen – von der Corona-Warn-App bis zur Lufthansa. Dieser Ratgeber bündelt, was sich in hunderten Produktionen in Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen bewährt hat.

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