Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

B-Roll ist ein zentraler Begriff in der Videoproduktion und spielt vor allem bei Erklärvideos, Imagefilmen und Marketingvideos eine wichtige Rolle. Gemeint sind zusätzliche Aufnahmen, die die eigentliche Hauptaufnahme ergänzen. Während man bei einem Interview oder einem Sprecher im Bild von der Hauptaufnahme spricht, also dem sogenannten A-Roll, liefert die B-Roll begleitendes Bildmaterial, das Inhalte veranschaulicht, Emotionen weckt und das Video abwechslungsreicher macht. Für Marketing-Verantwortliche ist das Verständnis von B-Roll entscheidend, um Videoprojekte gezielt zu planen und Inhalte wirkungsvoller zu gestalten.

Grundprinzip: Was B-Roll im Video leistet

Im Kern erfüllt B-Roll drei Aufgaben. Sie veranschaulicht das Gesagte, sie sorgt für mehr Dynamik im Schnitt und sie unterstützt die Markenbotschaft. Wenn eine Sprecherin im A-Roll erklärt, wie ein digitales Produkt funktioniert, zeigt die B-Roll beispielsweise, wie jemand das Produkt am Laptop benutzt, wie die Benutzeroberfläche aussieht oder wie ein Team im Büro gemeinsam am Projekt arbeitet. So wird aus einer rein verbalen Erklärung ein visuell erfahrbares Erlebnis.

Während der A-Roll meistens relativ statisch ist, etwa ein Interview vor neutralem Hintergrund, bietet die B-Roll die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven, Orte und Situationen zu zeigen. Dadurch wirkt ein Erklärvideo lebendiger und professioneller. Gerade im Marketing-Kontext ist das wichtig, weil Aufmerksamkeit knapp ist und Videos innerhalb weniger Sekunden überzeugen müssen.

Typische Einsatzbereiche von B-Roll im Marketing

Erklärvideos zu Produkten und Dienstleistungen

In Erklärvideos kommt B-Roll besonders häufig zum Einsatz. Der Sprecher erläutert im Voice-over die Funktionen eines Produkts, während die Zuschauer in der B-Roll sehen, wie das Produkt in der Praxis verwendet wird. Beispiel: Ein Software-Unternehmen erklärt ein neues Tool zur Marketing-Automatisierung. Die A-Roll besteht aus der Off-Stimme, die die Vorteile beschreibt. Parallel dazu zeigt die B-Roll die Benutzeroberfläche, Einblendungen von Diagrammen, Szenen aus einem Meeting und Nahaufnahmen von Personen, die mit der Software arbeiten.

Imagefilme und Recruiting-Videos

Auch in Imagefilmen und Recruiting-Videos ist B-Roll unverzichtbar. Ein Geschäftsführer-Interview allein würde schnell trocken wirken. Erst durch ergänzende Szenen von Mitarbeitenden im Büro, im Lager, in der Produktion oder im Kundengespräch entsteht ein authentisches Gesamtbild. So kann die B-Roll Unternehmenskultur, Arbeitsatmosphäre und Werte sichtbar machen. Für potenzielle Bewerber oder Kunden wird das Unternehmen dadurch greifbarer.

Social-Media-Content und Performance-Marketing

In kurzen Social-Media-Clips, etwa auf LinkedIn, Instagram oder TikTok, hilft B-Roll, Botschaften schnell und klar zu transportieren. Ein kurzer Statement-Clip einer Expertin kann mit B-Roll so ergänzt werden, dass innerhalb von 15 bis 30 Sekunden ein vollständiger Eindruck entsteht. Beispielsweise zeigt man parallel zum Statement Screenshots einer Kampagne, Ausschnitte eines Events oder Einblicke hinter die Kulissen einer Produktion. Das steigert die Verweildauer und kann die Performance von Ads verbessern.

Arten von B-Roll in der Videoproduktion

B-Roll ist nicht gleich B-Roll. In der Praxis lassen sich verschiedene Typen unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Funktionen im Erklärvideo oder Marketingfilm erfüllen.

Illustrative B-Roll

Die häufigste Form ist die illustrative B-Roll. Sie zeigt genau das, was im Ton gerade beschrieben wird. Sagt der Sprecher zum Beispiel Unsere Software spart Ihnen täglich Zeit bei wiederkehrenden Aufgaben, sieht man in der B-Roll eine Person, die mit wenigen Klicks Aufgaben automatisiert. Der Vorteil: Zuschauer müssen sich die Situation nicht vorstellen, sondern sehen sie direkt vor Augen.

Emotionale B-Roll

Emotionale B-Roll zielt weniger auf Information und mehr auf Stimmung. Sie zeigt etwa zufriedene Kunden, ein motiviertes Team beim gemeinsamen Workshop oder stimmungsvolle Bilder aus der Stadt, in der das Unternehmen ansässig ist. In Erklärvideos wird diese Art von B-Roll gerne am Anfang oder am Ende eingesetzt, um Interesse zu wecken oder einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Abstrakte und animierte B-Roll

Gerade im Umfeld von Animation und Illustration kommen abstrakte Formen der B-Roll zum Einsatz. Dazu gehören animierte Icons, Infografiken, Diagramme oder stilisierte Illustrationen, die komplexe Informationen vereinfachen. Wenn ein Produkt zum Beispiel viele technische Details hat, kann eine animierte B-Roll helfen, diese verständlich aufzubereiten, ohne reale Szenen drehen zu müssen. In Erklärvideos mit Screen-Recordings wird B-Roll oft als animierte Ergänzung genutzt, um bestimmte Bereiche hervorzuheben oder Abläufe zu verdeutlichen.

Stock-Footage als B-Roll

Viele Marketingabteilungen greifen auf Stock-Videomaterial zurück, um schnell B-Roll für Kampagnen zu bekommen. Stock-Footage eignet sich etwa für generische Szenen wie Stadtansichten, Naturaufnahmen oder typische Bürosituationen. Wichtig ist jedoch, dass die gewählte B-Roll zur Marke passt und nicht austauschbar wirkt. Ein zu generischer Eindruck schwächt die Markenidentität und macht das Video weniger glaubwürdig.

Vorteile von B-Roll für Marketing und Kommunikation

Komplexe Inhalte verständlich machen

Erklärvideos haben die Aufgabe, komplexe Sachverhalte so aufzubereiten, dass sie in kurzer Zeit verstanden werden. B-Roll ist dafür ein zentrales Werkzeug. Sie ermöglicht eine Kombination aus gesprochener Erklärung und visueller Darstellung. Das Gehirn kann Informationen besser verarbeiten, wenn es sie gleichzeitig hört und sieht. So lässt sich etwa ein mehrstufiger Prozess durch eine Abfolge von B-Roll-Szenen Schritt für Schritt nachvollziehen.

Aufmerksamkeit halten und Abbrüche reduzieren

Lange Sequenzen mit einem einzigen Bildausschnitt wirken schnell monoton. B-Roll bringt Abwechslung in den Schnitt und hält so die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Ein Interview, das alle 5 bis 10 Sekunden mit passender B-Roll unterlegt wird, wirkt lebendiger und lässt sich leichter verfolgen. Für Marketing-Verantwortliche ist das relevant, weil die Verweildauer auf Landingpages und Social-Media-Plattformen direkt mit der Wirksamkeit von Videoinhalten zusammenhängt.

Markenbild stärken

Jede B-Roll ist eine Chance, die Marke visuell zu verankern. Durch wiederkehrende Farben, bestimmte Bildstile, typische Arbeitsumgebungen oder charakteristische Produktdetails entsteht ein konsistentes Markenbild. Wer zum Beispiel regelmäßig B-Roll mit klar strukturierten Arbeitsplätzen, modernem Equipment und freundlichen Gesichtern zeigt, vermittelt Professionalität und Nähe. Die visuelle Sprache wird so zu einem Teil der Markenidentität.

Flexibilität bei Schnitt und Postproduktion

Auch aus technischer Sicht ist B-Roll wertvoll. Im Schnitt lassen sich mit ihr Versprecher, Pausen oder störende Bewegungen in der A-Roll elegant kaschieren. Der Ton bleibt erhalten, während das Bild auf eine andere Szene umschneidet. So können Interviews flüssiger gestaltet werden, ohne dass man den Sprecher neu aufnehmen muss. Für Marketing-Teams bedeutet das mehr Flexibilität und geringere Produktionskosten, weil Nachdrehs seltener nötig sind.

Praxisbeispiele aus dem Marketing-Alltag

Produkt-Launch-Video

Ein Unternehmen bringt ein neues physisches Produkt auf den Markt, etwa ein innovatives Küchengerät. Die A-Roll besteht aus einer Sprecherin, die die Funktionen erklärt, und kurzen Statements des Produktmanagers. Die B-Roll zeigt das Gerät in unterschiedlichen Situationen in der Küche, Nahaufnahmen von Bedienelementen, Zeitrafferaufnahmen von der Zubereitung eines Gerichts und zufriedene Nutzer beim Essen. So entsteht ein Video, das nicht nur informiert, sondern auch Lust auf das Produkt macht.

Software-Erklärvideo

Bei einer B2B-Software ist der Nutzen oft abstrakt. Die A-Roll ist ein Voice-over, das die wichtigsten Funktionen beschreibt. Die B-Roll kombiniert Screen-Recordings der Software mit animierten Pfeilen, Hervorhebungen und Textlabels. Ergänzend sieht man Szenen aus einem Büro, in dem ein Team die Software verwendet. Die Zuschauer erkennen, wie das Tool in ihren Arbeitsalltag passt, ohne sich durch lange Textbeschreibungen kämpfen zu müssen.

Recruiting-Kampagne

Ein Unternehmen möchte neue Mitarbeitende gewinnen. In der A-Roll berichten Beschäftigte von ihren Erfahrungen. Diese Aussagen werden mit einer B-Roll aus dem Unternehmensalltag unterlegt: kurze Clips aus Meetings, Einblicke in Werkhallen, spontane Momente in der Kaffeeküche, gemeinsame Aktivitäten nach Feierabend. Die B-Roll macht die Aussagen glaubwürdig und zeigt, wie sich die Kultur tatsächlich anfühlt.

Planung von B-Roll im Videoprojekt

Briefing und Zieldefinition

Damit B-Roll nicht beliebig wirkt, sollte sie bereits früh im Projekt geplant werden. Im Briefing werden Zielgruppe, Botschaft und gewünschte Stimmung definiert. Darauf aufbauend lässt sich festlegen, welche Arten von B-Roll benötigt werden. Muss ein Prozess erklärt werden, stehen illustrative Szenen im Vordergrund. Geht es um Image und Emotion, sind stimmungsvolle und menschliche Aufnahmen wichtiger.

Storyboard und Shotlist

Ein Storyboard oder eine Shotlist hilft, die B-Roll gezielt zu planen. Für jede Textpassage oder jedes Statement wird überlegt, welches Bild diese Aussage am besten unterstützt. In einer Shotlist werden dazu konkrete Einstellungen notiert, etwa Totale vom Büro, Nahaufnahme Hände auf Tastatur oder Kunde unterschreibt Vertrag. So wird sichergestellt, dass beim Dreh genug Material für die B-Roll entsteht.

Drehorganisation und Zeitplanung

Im Produktionsalltag wird B-Roll gerne unterschätzt und zu knapp eingeplant. Dabei braucht sie Zeit, vor allem wenn mehrere Orte, Personen oder Lichtstimmungen gefilmt werden sollen. Es lohnt sich, im Drehplan eigene Zeitfenster für B-Roll einzuplanen. Beispielsweise kann man nach einem Interview noch 30 bis 60 Minuten für ergänzende Szenen einplanen, etwa Arbeitsabläufe, Detailaufnahmen oder Außenansichten.

Qualitätskriterien für gute B-Roll

Relevanz und Klarheit

Gute B-Roll hat immer einen inhaltlichen Bezug zu dem, was im Ton gesagt wird oder zur übergeordneten Botschaft des Videos. Reine Dekobilder ohne Zusammenhang wirken schnell beliebig. Jede Szene sollte die Frage beantworten: Was trägt dieses Bild zum Verständnis oder zur Wirkung bei? Wenn keine sinnvolle Antwort möglich ist, gehört die Szene wahrscheinlich nicht ins Video.

Visuelle Konsistenz

Einheitliche Bildsprache ist für Markenkommunikation entscheidend. Das gilt auch für B-Roll. Farbgestaltung, Licht, Kamerabewegungen und Bildausschnitte sollten zum Rest des Videos passen. Wenn zum Beispiel die A-Roll in ruhigen, klaren Bildern gehalten ist, wirkt eine hektische und stark verwackelte B-Roll eher störend. Ein konsistenter Look unterstützt den professionellen Eindruck.

Richtige Länge und Rhythmus

Auch der Einsatzrhythmus von B-Roll ist wichtig. Zu kurze Einblendungen wirken hektisch, zu lange Szenen können langweilen. Im Idealfall hat jede B-Roll-Sequenz genug Zeit, damit der Zuschauer das Gezeigte erfassen kann, bleibt aber kurz genug, um die Dynamik zu halten. Im Schnitt kann man mit der Länge spielen, um den Takt des Videos an die Zielgruppe und den Kanal anzupassen.

Zusammenspiel von B-Roll, Animation und Illustration

Im Umfeld von Erklärvideos verschmelzen klassische B-Roll, Animation und Illustration häufig miteinander. Ein reales Interview kann mit animierten Grafiken ergänzt werden, die bestimmte Kennzahlen oder Abläufe visualisieren. Eine B-Roll aus Screen-Recordings kann mit illustrierten Elementen überlagert werden, die auf wichtige Buttons oder Bereiche hinweisen. Die Grenzen zwischen gefilmter und animierter B-Roll sind hier fließend.

Für Marketing-Verantwortliche eröffnet das kreative Möglichkeiten. Man kann reale Szenen nutzen, um Nähe und Authentizität zu erzeugen, und animierte B-Roll einsetzen, um komplexe Inhalte zu strukturieren und hervorzuheben. Wichtig ist, dass beide Formen stilistisch zueinander passen und gemeinsam eine klare Geschichte erzählen.

Praktische Tipps für den Einsatz von B-Roll im Marketing

  • Frühzeitig mitdenken: Schon bei der Konzeption des Videos sollte überlegt werden, welche B-Roll benötigt wird und wie sie die Botschaft unterstützt.
  • Genug Material drehen: Lieber einige zusätzliche Szenen aufnehmen. Im Schnitt ist es einfacher, Material wegzulassen als fehlende B-Roll zu ersetzen.
  • Auf Menschen setzen: Szenen mit Personen erzeugen oft mehr Nähe und Interesse als reine Objektaufnahmen. Gesichter, Gesten und Interaktionen wirken direkt auf die Emotionen.
  • Markenidentität beachten: Farben, Kleidung, Räume und Requisiten sollten zur Marke passen. So wird die B-Roll zum visuellen Träger der Markenbotschaft.
  • Für Wiederverwendung planen: Gut produzierte B-Roll kann in mehreren Videos, Social-Media-Posts oder Ads wiederverwendet werden. Das erhöht den Wert des Materials.

Fazit: Warum B-Roll für Erklärvideos unverzichtbar ist

B-Roll ist weit mehr als nur Füllmaterial. Sie ist ein zentrales Gestaltungsmittel, um Erklärvideos und Marketingfilme lebendig, verständlich und markenkonform zu machen. In Kombination mit A-Roll, Animation und Illustration ermöglicht B-Roll, komplexe Inhalte anschaulich zu vermitteln, Emotionen zu wecken und die Markenidentität visuell zu verankern. Wer als Marketing-Verantwortlicher B-Roll bewusst einplant und gezielt einsetzt, steigert die Wirkung seiner Videokommunikation deutlich. Statt sich auf reine Sprecheraufnahmen oder Textfolien zu verlassen, entsteht durch passende B-Roll ein vielschichtiges, professionelles Gesamtbild, das Zuschauer besser versteht, sich länger merkt und eher mit der Marke verbindet.

Häufige Fragen zu „B-Roll"

B-Roll bezeichnet ergänzende Aufnahmen, die zusätzlich zum Hauptbild gezeigt werden. Das können Szenen von Produkten, Arbeitsabläufen, Menschen bei der Nutzung eines Angebots oder illustrative Detailaufnahmen sein. Sie unterstützen die gesprochenen Inhalte und machen das Video abwechslungsreicher. So wirkt das Gesamtbild professioneller und leichter verständlich.

B-Roll hilft, abstrakte Inhalte sichtbar zu machen und trockene Szenen aufzulockern. Statt nur eine sprechende Person oder eine Präsentation zu zeigen, sieht das Publikum konkrete Beispiele und Situationen. Dadurch bleiben Zuschauer länger dran und verstehen die Botschaft schneller. Im Marketing erhöht B-Roll die Überzeugungskraft und Emotionalität eines Videos.

A-Roll ist das Hauptmaterial eines Videos, also zum Beispiel die Moderation, das Interview oder die zentrale Animation. B-Roll ist zusätzliches Bildmaterial, das über diese Hauptspur gelegt wird. Es zeigt ergänzende Szenen, die das Gesagte illustrieren. Im fertigen Erklärvideo wechseln sich A-Roll und B-Roll meist fließend ab.

Für Marketing Erklärvideos eignen sich vor allem Produktaufnahmen, Einblicke in den Arbeitsalltag, Szenen mit echten Kundensituationen und Detailshots von Funktionen. Auch animierte Sequenzen, Icons und Illustrationen können als B-Roll dienen, wenn sie das Gesagte visuell unterstützen. Wichtig ist, dass jede Aufnahme einen klaren Zweck erfüllt und die Botschaft stärkt. So entsteht ein stimmiges und glaubwürdiges Gesamtbild.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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