Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In Marketing und Kommunikation gewinnt Bewegtbild seit Jahren an Bedeutung. Unternehmen setzen auf Erklärvideos, Produktfilme, Social Media Clips und Imagefilme, um komplexe Inhalte verständlich und emotional zu vermitteln. Damit aus einer Idee ein professionelles Video wird, braucht es eine gut organisierte Filmproduktion. Sie bildet den gesamten Prozess von der ersten Idee bis zur fertigen Veröffentlichung ab und sorgt dafür, dass Inhalt, Gestaltung und Technik zusammenpassen.

Begriff und Grundverständnis

Unter Filmproduktion versteht man den vollständigen Herstellungsprozess eines Films oder Videos. Dazu gehören Konzeption, Planung, Dreh oder Animation, Nachbearbeitung und Ausspielung auf den gewünschten Kanälen. Im Umfeld von Erklärvideos und Marketing geht es dabei weniger um Kinofilme, sondern um klar zielgerichtete Formate wie Produktvideos, Tutorials, Recruitingfilme oder animierte Erklärvideos.

Für Marketing-Verantwortliche ist wichtig: Filmproduktion ist kein einmaliger Handgriff, sondern eine Abfolge aufeinander abgestimmter Schritte. Je besser diese Schritte geplant sind, desto effizienter lassen sich Budgets nutzen und desto überzeugender wird das Ergebnis.

Die wichtigsten Phasen der Filmproduktion

Eine professionelle Filmproduktion wird typischerweise in drei Hauptphasen gegliedert.

1. Preproduktion: Planung und Konzeption

In der Preproduktion wird festgelegt, was der Film erreichen soll, welche Zielgruppe angesprochen wird und wie die Botschaft umgesetzt wird. Diese Phase entscheidet maßgeblich über die Qualität und Effizienz des gesamten Projekts.

  • Ziele definieren
    Beispiel: Ein Software-Unternehmen möchte ein Erklärvideo, das in 90 Sekunden den Nutzen einer neuen App erklärt und Leads über eine Landingpage generiert.
  • Zielgruppe bestimmen
    Wer soll das Video sehen und verstehen? Fachpublikum, Endkunden, neue Mitarbeitende oder bestehende Kundinnen und Kunden.
  • Kernbotschaft formulieren
    Eine klare, kurze Botschaft, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt. Alles Weitere im Video dient dazu, diese Aussage zu stützen.
  • Format wählen
    Live-Action mit realen Personen, animiertes Erklärvideo, Screencast, Kombination aus Illustration und Realbild oder Social-Media-Shorts.
  • Storyboard und Skript
    Im Skript steht der gesprochene Text, im Storyboard werden Szenen und Bildideen in einer Art Comic festgehalten. So lässt sich die spätere Filmproduktion besser planen und mit allen Beteiligten abstimmen.
  • Ressourcen und Budget
    Festlegung von Drehorten, Sprecherin oder Sprecher, Illustrationsstil, Animationsaufwand, benötigter Technik sowie Zeitplan.

Je genauer die Preproduktion ausfällt, desto weniger Überraschungen gibt es später im Dreh oder in der Animation. Für Marketing-Teams bedeutet das: weniger Änderungsrunden und ein klarer Fahrplan.

2. Produktion: Dreh oder Animation

In dieser Phase wird der eigentliche Inhalt erzeugt. Bei Realfilm bedeutet das Dreharbeiten, bei animierten Erklärvideos steht die Gestaltung und Bewegung von Illustrationen im Vordergrund.

  • Realfilm
    Ein Kamerateam filmt Szenen mit Personen, Produkten oder Räumen. Dazu gehören Kamera, Licht, Ton und oft Regie sowie Maske. Im Marketing-Alltag kann das etwa ein Produktvideo im Showroom, ein Kundeninterview oder ein Recruitingfilm im Büro sein.
  • Animation
    Illustrationen, Icons, Diagramme oder Figuren werden gestaltet und anschließend animiert. Besonders bei komplexen Themen wie Software, Prozessen oder unsichtbaren Dienstleistungen ist diese Form der Filmproduktion sehr beliebt.
  • Hybrid-Formate
    Kombination aus Realfilm und Animation, zum Beispiel Interviews mit eingeblendeten Grafiken oder animierten Erklärteilen, die bestimmte Funktionen verdeutlichen.

Für Marketing-Verantwortliche ist in dieser Phase entscheidend, dass die zuvor definierten Botschaften konsequent umgesetzt werden. Spontane zusätzliche Ideen können verlockend sein, führen aber häufig zu Mehraufwand und Mehrkosten, wenn sie nicht zur Planung der Filmproduktion passen.

3. Postproduktion: Schnitt und Feinschliff

In der Postproduktion wird aus den aufgenommenen oder animierten Elementen ein fertiger Film. Hier entscheidet sich, wie stimmig und professionell das Video wirkt.

  • Schnitt
    Auswahl der besten Szenen, Anordnung in der richtigen Reihenfolge, Tempo und Dramaturgie. Ein guter Schnitt sorgt dafür, dass Zuschauerinnen und Zuschauer vom ersten Moment an abgeholt werden.
  • Ton und Musik
    Sprachaufnahmen werden bereinigt, Musik ausgewählt, Geräusche und Effekte ergänzt. Gerade im Marketing ist ein klar verständlicher Sprechertext mit passender Musik ein zentraler Erfolgsfaktor.
  • Grafiken und Bauchbinden
    Einblendungen von Namen, Titeln, Logos, Call-to-Actions oder erklärenden Texten. Diese Elemente geben Struktur und lenken die Aufmerksamkeit.
  • Farbkorrektur
    Farben werden vereinheitlicht, Kontraste angepasst und der gewünschte Look erzeugt. Für Markenvideos ist es sinnvoll, sich am bestehenden Corporate Design zu orientieren.
  • Export und Ausspielung
    Der fertige Film wird in den passenden Formaten für Website, Social Media, Messen, E-Mail-Kampagnen oder interne Plattformen ausgegeben.

Die Postproduktion ist oft der Moment, in dem Marketing-Verantwortliche die Wirkung der gesamten Filmproduktion zum ersten Mal vollständig sehen und gezielt letzte Anpassungen vornehmen können.

Filmproduktion im Kontext von Erklärvideos

Erklärvideos sind ein Spezialfall der Filmproduktion, bei dem die Vermittlung von Wissen im Vordergrund steht. Statt Emotionen allein geht es um Klarheit, Struktur und Verständlichkeit.

Typische Einsatzbereiche von Erklärvideos

  • Produkt- und Dienstleistungs-Erklärungen
    Vorstellung neuer Funktionen, Tarife oder Services, die auf der Website eingebettet oder in Onboarding-Prozessen genutzt werden.
  • Interne Kommunikation
    Schulungsvideos für Mitarbeitende, Einführung in neue Tools oder Prozesse, Onboarding neuer Teammitglieder.
  • Marketing und Vertrieb
    Erklärvideos als Einstieg in Präsentationen, auf Landingpages oder als Teil von E-Mail-Kampagnen zur Lead-Generierung.

Bei der Filmproduktion von Erklärvideos stehen inhaltliche Struktur und didaktischer Aufbau im Mittelpunkt. Eine typische Gliederung kann sein: Problem schildern, Lösung vorstellen, Funktionsweise erklären, Nutzen verdeutlichen, Handlungsaufforderung geben.

Besonderheiten bei animierten Erklärvideos

Viele Erklärvideos werden animiert, weil sich abstrakte Themen so besser visualisieren lassen.

  • Charakterdesign
    Figuren, die die Zielgruppe widerspiegeln, erhöhen Identifikation und Aufmerksamkeit.
  • Icons und Infografiken
    Komplexe Informationen werden in einfache Symbole übersetzt, zum Beispiel für Abläufe, Datenflüsse oder Prozessschritte.
  • Bewegung als Strukturhilfe
    Gezielte Animation lenkt den Blick und hilft, Schritt für Schritt durch den Inhalt zu führen.

Im Vergleich zu Realfilm ist die Filmproduktion bei Animationen weniger von Drehorten und Tageslicht abhängig, dafür stärker von Illustrationsstil, Storytelling und Motion Design.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Eine Filmproduktion umfasst verschiedene Rollen, die je nach Projektgröße unterschiedlich besetzt sein können. In kleineren Projekten übernimmt eine Person mehrere Aufgaben, in größeren Kampagnen arbeiten spezialisierte Teams.

  • Auftraggeberin oder Auftraggeber
    In der Regel das Marketing-Team oder die Unternehmenskommunikation. Sie definieren Ziele, Zielgruppen und Budgets und geben Feedback.
  • Produktion oder Projektleitung
    Koordiniert alle Schritte, hält Zeitplan und Budget im Blick und ist zentrale Ansprechperson.
  • Konzeption und Redaktion
    Entwickeln Idee, Storyline, Skript und Storyboard. Sie achten darauf, dass Marketingziele und Botschaften klar umgesetzt werden.
  • Regie
    Setzt die kreative Vision um und führt beim Dreh oder in der Animation das Team. Bei kleineren Erklärvideos ist dies häufig dieselbe Person wie Konzept oder Produktion.
  • Design und Illustration
    Verantwortlich für Look, Figuren, Icons, Hintergründe und grafische Elemente, insbesondere bei animierten Formaten.
  • Animation und Schnitt
    Bewegen Grafiken und Figuren oder montieren Realfilm-Material zu einem stimmigen Ganzen.
  • Sprecherin oder Sprecher
    Gibt dem Video eine Stimme. Tonlage und Sprechstil prägen die Wirkung des gesamten Films.

Für Marketing-Verantwortliche ist hilfreich zu wissen, welche Personen in der Filmproduktion beteiligt sind, um Zuständigkeiten und Abstimmungswege klar zu definieren.

Typische Abläufe im Marketing-Alltag

Im Alltag eines Marketing-Teams läuft eine Filmproduktion häufig nach ähnlichen Mustern ab, unabhängig davon, ob es um ein kurzes Social-Video oder ein umfangreicheres Erklärvideo geht.

  • Briefing
    Das Marketing definiert Ziele, Zielgruppe, Botschaften, gewünschte Länge, Kanäle, Budgetrahmen und Zeitplan.
  • Kreativvorschlag
    Die Produktionsagentur oder das interne Team entwickelt ein Konzept, das in einem Dokument oder einer Präsentation vorgestellt wird.
  • Fein-Konzept und Skript
    Nach Feedback entsteht das detaillierte Skript mit Texten, Szenenabfolge und visuellen Ideen.
  • Freigabe
    Vor Beginn der eigentlichen Filmproduktion wird das Skript verbindlich freigegeben, um spätere grundlegende Änderungen zu vermeiden.
  • Umsetzung
    Dreh oder Animation, Tonaufnahmen, erste Schnittfassung.
  • Korrekturschleifen
    Das Marketing gibt Feedback zu Rohschnitt oder Animationsentwurf. Meist sind ein bis zwei Überarbeitungsrunden vorgesehen.
  • Finalisierung und Ausspielung
    Nach der Freigabe wird der Film in den benötigten Formaten exportiert und auf den geplanten Kanälen veröffentlicht.

Ein klar definierter Ablauf hilft allen Beteiligten, den Überblick zu behalten und die Filmproduktion effizient zu gestalten.

Qualitätsfaktoren aus Marketing-Sicht

Ob eine Filmproduktion erfolgreich ist, zeigt sich nicht nur an der technischen Qualität, sondern vor allem an der Wirkung beim Publikum.

  • Relevante Botschaft
    Das Video beantwortet eine konkrete Frage der Zielgruppe oder löst ein echtes Problem.
  • Klarer Aufbau
    Ein roter Faden führt verständlich durch das Thema, ohne das Publikum zu überfordern.
  • Markenkonformität
    Farben, Typografie, Tonalität und Bildsprache passen zur Marke und unterstützen die Wiedererkennung.
  • Passende Länge
    So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Ein Erklärvideo im Marketing liegt häufig zwischen 60 und 180 Sekunden, abhängig von Kanal und Thema.
  • Starker Einstieg
    Die ersten Sekunden entscheiden, ob Zuschauerinnen und Zuschauer dranbleiben. Ein klar formuliertes Problem oder ein spannender Einstiegssatz hilft, Aufmerksamkeit zu gewinnen.
  • Konkrete Handlungsaufforderung
    Am Ende sollte klar sein, was der nächste Schritt ist, zum Beispiel Website besuchen, Demo anfordern oder Kontakt aufnehmen.

Zusammenspiel mit Marketing und Vertrieb

Eine Filmproduktion entfaltet ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn sie in die Gesamtstrategie von Marketing und Vertrieb eingebunden ist. Ein einzelnes Video ohne Einbettung in Kampagnen, Landingpages oder Social-Media-Strategien bleibt oft unter seinen Möglichkeiten.

Im Idealfall wird bereits in der Preproduktion mitgedacht, wo und wie das Video später eingesetzt wird. So kann zum Beispiel geplant werden, kurze Varianten für Social Media zu erstellen oder bestimmte Szenen so anzulegen, dass sie als einzelne Clips für Ads genutzt werden können. Die Filmproduktion liefert dann nicht nur einen Hauptfilm, sondern ein Set aus vielseitig einsetzbaren Inhalten.

Vertriebsteams profitieren, wenn sie Videos gezielt in Präsentationen, im E-Mail-Follow-up oder auf Messen einsetzen können. Marketing-Teams können anhand von Kennzahlen wie Klicks, Verweildauer oder Conversion-Raten beobachten, wie gut das Video seine Aufgabe erfüllt, und künftige Produktionen entsprechend anpassen.

Praktische Hinweise für den Einstieg

Wer ohne Vorwissen in eine Filmproduktion startet, kann mit einigen einfachen Schritten die Grundlage für ein gelungenes Projekt legen.

  • Mit einem klar umrissenen Projekt beginnen
    Zum Beispiel ein einzelnes Erklärvideo zu einem Kernprodukt statt gleich einer ganzen Videoreihe.
  • Ein präzises Briefing erstellen
    Lieber etwas mehr Zeit in eine klare Beschreibung von Zielen und Zielgruppen investieren als später in viele Korrekturschleifen.
  • Wenige, aber verbindliche Feedbackrunden
    Frühzeitig intern abstimmen, wer freigabeberechtigt ist, um Verzögerungen zu vermeiden.
  • An den Einsatzkanal denken
    Ein Video für Messen braucht andere Schwerpunkte als ein Social-Media-Clip oder ein Onboarding-Video im Kundenportal.
  • Langfristige Nutzung planen
    Überlegen, welche Inhalte sich wiederverwenden oder in kurzen Ausschnitten für andere Kanäle nutzen lassen.

So wird aus einer einzelnen Filmproduktion der Ausgangspunkt für eine nachhaltige Videostrategie, die Marketing und Kommunikation dauerhaft unterstützt.

Insgesamt beschreibt der Begriff Filmproduktion also den gesamten Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Video, das auf Website, in Social Media, im Vertrieb oder in der internen Kommunikation eingesetzt wird. Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das, Inhalte, Gestaltung und Technik von Anfang an zusammenzudenken und die einzelnen Phasen bewusst zu planen. Wer Ziele, Zielgruppe und Botschaft klar definiert, die passenden Formate wählt und die Zusammenarbeit mit Produktionspartnern strukturiert gestaltet, kann mit jeder Filmproduktion einen spürbaren Beitrag zur Markenwahrnehmung, zur Lead-Generierung und zur Verständlichkeit komplexer Inhalte leisten.

Häufige Fragen zu „Filmproduktion"

Filmproduktion im Marketing bezeichnet den gesamten Prozess von der Idee über den Dreh bis zur fertigen Videodatei, die für Kommunikationsziele eingesetzt wird. Dazu gehören Konzeption, Drehbuch, Organisation des Drehs, Aufnahme, Schnitt, Grafik, Musik und Bereitstellung für Kanäle wie Website, Social Media oder Messen.

Am Anfang steht ein Briefing, in dem Ziele, Zielgruppe und Kernbotschaften festgelegt werden. Danach folgen Konzept und Skript, eventuell ein Storyboard, dann Sprachaufnahme, Dreh oder Animation und schließlich Schnitt, Sounddesign und Feinschliff, bis das Video im gewünschten Format geliefert wird.

Je nach Umfang dauert eine Filmproduktion oft zwischen zwei und acht Wochen. Ein einfaches Erklärvideo mit klarer Botschaft geht meist schneller, während aufwendige Produktionen mit mehreren Drehtagen, vielen Abstimmungsschleifen oder komplexer Animation mehr Zeit benötigen.

Die wichtigsten Kostenfaktoren sind Konzept und Drehbuch, Anzahl der Drehtage, Technik und Team, Aufwand für Schnitt und Animation sowie Sprecher, Musik und Lizenzen. Auch die Anzahl der Versionen, Sprachvarianten und die geplante Nutzung des Videos beeinflussen das Budget.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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