Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

In der Welt von Erklärvideos und Videoproduktion taucht immer wieder ein Begriff auf, der für viele Marketing-Verantwortliche zunächst abstrakt klingt: das Scribble. Gemeint ist damit eine schnelle, grobe Zeichnung, mit der Ideen für ein Video, eine Animation oder eine Kampagne visuell festgehalten und strukturiert werden. Ein Scribble ist dabei weniger Kunstwerk als Werkzeug. Es geht nicht um perfekte Illustrationen, sondern um Verständlichkeit, Übersicht und eine klare gemeinsame Basis für alle Beteiligten im Projekt.

Grundverständnis: Was ist ein Scribble im Kontext von Erklärvideos

Ein Scribble ist eine einfache Skizze, meist mit Stift auf Papier oder digital auf einem Tablet erstellt. Es zeigt grob, wie Szenen, Figuren, Symbole und Texte in einem Erklärvideo oder einer Animation angeordnet sein sollen. In der Videoproduktion dient ein Scribble als visuelle Ergänzung zum Textkonzept oder Drehbuch. Während das Skript beschreibt, was gesagt wird, zeigt das Scribble, wie es aussehen könnte.

Typische Merkmale eines Scribble sind:

  • einfache Strichmännchen statt ausgearbeiteter Figuren
  • rechteckige Kästen für Bildschirme, Geräte oder Produkte
  • Pfeile für Abläufe, Bewegungen oder Blickrichtungen
  • kurze Stichworte statt ausformulierter Texte
  • klare Nummerierung der Szenen zur Orientierung

Im Gegensatz zu einer finalen Illustration ist ein Scribble bewusst unperfekt. Diese Unschärfe ist ein Vorteil, weil sie Diskussionen erleichtert und Änderungen schnell möglich macht. Niemand fühlt sich durch ein Scribble auf ein endgültiges Design festgelegt.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen in der Videoproduktion

Im Umfeld von Erklärvideo und Animation fallen häufig mehrere Begriffe, die ähnlich klingen, aber unterschiedliche Funktionen haben. Für Marketing-Verantwortliche ist es hilfreich, diese klar zu trennen.

Scribble, Storyboard und Styleframe

  • Scribble: Grobe Skizze zur ersten Visualisierung von Szenen und Abläufen. Fokus auf Inhalt und Struktur, nicht auf Details.
  • Storyboard: Ausgearbeitete Abfolge von Bildern, oft auf Basis der Scribbles. Zeigt schon genauer, wie Kameraeinstellungen, Übergänge und Texte zusammenspielen.
  • Styleframe: Einzelnes, voll ausgearbeitetes Bild, das den finalen Look zeigt. Dient dazu, Stil, Farben und Typografie abzustimmen.

In vielen Projekten ist das Scribble der erste visuelle Schritt. Daraus entsteht meist ein Storyboard, und anschließend werden Styleframes entwickelt. Wer diesen Ablauf kennt, kann die eigene Rolle im Prozess besser wahrnehmen und gezielt Feedback geben.

Warum Scribbles für Marketing-Verantwortliche wichtig sind

Für die Vermarktung eines Produkts oder einer Dienstleistung ist ein Erklärvideo oft ein zentrales Element. Ein Scribble hilft dabei, schon früh sicherzustellen, dass das geplante Video zur Marke, zur Botschaft und zum Kommunikationsziel passt.

Frühe Kontrolle über Botschaft und Dramaturgie

Ein Scribble macht sichtbar, wie die Geschichte aufgebaut ist. Sie sehen auf einen Blick:

  • ob der Einstieg aufmerksamkeitsstark genug ist
  • ob Probleme und Lösungen klar erkennbar sind
  • ob das Produkt an der richtigen Stelle und in der richtigen Rolle auftaucht
  • ob der Call to Action am Ende deutlich genug ist

Damit wird das Scribble zu einem Kontrollinstrument. Es ist wesentlich günstiger und schneller, an einem Scribble noch einmal die Reihenfolge der Szenen zu ändern oder Inhalte zu ergänzen, als in einem späteren Stadium die gesamte Animation zu überarbeiten.

Missverständnisse vermeiden

In Projekten mit Agenturen, Illustratoren und Animationsstudios entstehen Missverständnisse oft dann, wenn nur mit Text gearbeitet wird. Ein Scribble reduziert dieses Risiko deutlich, weil es eine gemeinsame visuelle Sprache schafft. Ein bestimmter Begriff im Skript kann unterschiedlich interpretiert werden. Ein Bild im Scribble hingegen ist deutlich klarer.

Ein Scribble ist wie ein früher Prototyp für Ihr Erklärvideo. Es zeigt die Idee, bevor Zeit und Budget in die Ausarbeitung fließen.

Wie ein Scribble entsteht

Der Prozess zur Erstellung eines Scribble ist vergleichsweise unkompliziert. Er kann intern im Marketing-Team starten oder von einer Agentur übernommen werden.

Ausgangspunkt: Ziel und Kernbotschaft

Bevor das erste Scribble gezeichnet wird, stehen strategische Fragen im Vordergrund:

  • Was soll das Video erreichen, zum Beispiel mehr Leads, Produktverständnis, Markenbekanntheit
  • Wer ist die Zielgruppe
  • Was ist die eine zentrale Botschaft, die hängen bleiben soll

Auf dieser Grundlage wird ein Skript oder zumindest eine grobe Szenenliste erstellt. Erst dann beginnt die eigentliche Scribble-Phase.

Schritt für Schritt zum Scribble

Typischerweise verläuft die Entwicklung eines Scribble in folgenden Schritten:

  • Szenen definieren: Das Skript wird in einzelne Sinnabschnitte geteilt. Jede Szene bekommt eine Nummer.
  • Schlüsselbilder festlegen: Für jede Szene wird entschieden, welches Bild die Botschaft am besten transportiert.
  • Rohskizzen anlegen: Mit einfachen Formen und Strichen werden Figuren, Produkte, Symbole und Texte angelegt.
  • Notizen ergänzen: Neben dem Bild stehen kurze Hinweise zu gesprochenem Text, Musik oder Animationseffekten.
  • Überarbeitung: Nach Feedback aus Marketing oder Fachabteilung wird das Scribble angepasst, bis die Struktur steht.

Das Ergebnis ist ein kompletter Satz von Skizzen, der den roten Faden des Videos sichtbar macht.

Typische Einsatzbereiche von Scribbles im Marketing-Alltag

Das Scribble ist nicht nur ein Werkzeug für große Animationsprojekte, sondern lässt sich in vielen Marketing-Situationen sinnvoll nutzen.

Erklärvideos für Produkte und Services

Ob Software, technisches Gerät oder Beratungsleistung, ein Scribble hilft, komplexe Inhalte auf wesentliche Bilder zu reduzieren. Ein Beispiel aus der Praxis:

  • Ein SaaS-Unternehmen möchte einen Onboarding-Clip produzieren.
  • Im Scribble werden typische Nutzerprobleme mit einfachen Szenen visualisiert, etwa ein überfüllter Posteingang oder unübersichtliche Tabellen.
  • Anschließend wird gezeigt, wie die Software diese Probleme löst.
  • Schon im Scribble lässt sich prüfen, ob die Vorteile klar genug erkennbar sind und ob die Reihenfolge der Argumente stimmt.

Animationen für Social Media

Auch kurze Social Clips profitieren von einem Scribble. Gerade in Formaten mit wenigen Sekunden ist jede Sekunde kostbar. Ein Scribble zwingt dazu, sich zu entscheiden, welches Bild oder welche Bewegung wirklich nötig ist, um die Botschaft zu transportieren. So lassen sich Reibungsverluste vermeiden, bevor Budget in die eigentliche Produktion fließt.

Präsentationen und Pitches

Marketing-Teams nutzen Scribble Skizzen auch, um intern Kampagnenideen vorzustellen. Statt lange zu erklären, wie ein Video aussehen könnte, zeigt eine einfache Scribble-Sequenz in wenigen Sekunden, wie eine Story abläuft. Das erleichtert Entscheidungen in Gremien und schafft ein gemeinsames Verständnis.

Bestandteile eines guten Scribbles

Ein Scribble muss nicht schön sein, aber es sollte klar und funktional aufgebaut sein. Folgende Elemente haben sich in der Praxis bewährt:

  • Klarer Bildaufbau: Wichtige Elemente sind größer, unwichtige kleiner. Das Auge wird bewusst geführt.
  • Lesbare Beschriftungen: Kurze Stichworte, die erklären, was in der Szene passiert oder gesprochen wird.
  • Markierte Bewegungen: Pfeile oder kleine Zusatzzeichnungen, die zeigen, wie sich etwas bewegen oder verändern soll.
  • Einheitliche Symbolik: Wiederkehrende Symbole für bestimmte Begriffe, zum Beispiel ein Schloss für Sicherheit oder eine Wolke für Cloud.
  • Szennummern: Jede Zeichnung ist eindeutig nummeriert, damit sich alle im Team auf dieselbe Szene beziehen können.

Je klarer diese Elemente eingesetzt werden, desto leichter lässt sich das Scribble lesen und im Team diskutieren.

Vorteile von Scribbles in der Zusammenarbeit mit Agenturen

Wer mit externen Dienstleistern arbeitet, kann mit einem Scribble die Kommunikation deutlich vereinfachen. Dabei gibt es zwei typische Varianten.

Scribble von der Agentur

Viele Agenturen und Produktionsstudios erstellen als ersten visuellen Schritt ein Scribble. Für Marketing-Verantwortliche ist dieser Moment entscheidend. Hier lässt sich steuern, ob das Video später zur Marke passt, ob Tonalität und Bildsprache stimmig sind und ob alle wichtigen Inhalte berücksichtigt wurden.

Sinnvolle Fragen beim Review eines Scribbles sind zum Beispiel:

  • Ist der Nutzen für den Kunden in den Bildern klar erkennbar
  • Kommt unsere Marke im richtigen Licht vor
  • Gibt es Szenen, die verwirren oder ablenken
  • Fehlt eine wichtige Information, die für die Kaufentscheidung relevant ist

Scribble aus dem Unternehmen

Umgekehrt kann auch das Marketing-Team selbst ein grobes Scribble erstellen und der Agentur zur Verfügung stellen. Selbst einfache Strichzeichnungen helfen, die eigene Vorstellung zu verdeutlichen. Die Agentur kann darauf aufbauen, anstatt die Idee von Grund auf neu interpretieren zu müssen. Das spart Zeit und reduziert Korrekturschleifen.

Praktische Tipps für die Arbeit mit Scribbles

Viele Verantwortliche im Marketing zögern zunächst, selbst ein Scribble zu zeichnen, weil sie glauben, nicht gut genug zeichnen zu können. Für ein funktionales Scribble ist künstlerisches Talent jedoch keine Voraussetzung.

Einfachheit zulassen

Ein Scribble darf und soll einfach sein. Strichmännchen, Kästen und Pfeile reichen völlig aus. Entscheidend ist nicht die Schönheit der Zeichnung, sondern die Klarheit der Idee. Wer sich auf einfache Formen konzentriert, arbeitet oft schneller und zielgerichteter.

Digital oder analog arbeiten

Ob das Scribble auf Papier, am Whiteboard oder mit einem Tablet entsteht, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass es leicht teilbar und kommentierbar ist. Viele Teams fotografieren Whiteboard Scribbles ab oder nutzen einfache Zeichenapps, um die Skizzen direkt digital zu erfassen und per E Mail oder Collaboration Tool zu teilen.

Früh Feedback einholen

Ein Scribble ist ideal, um frühzeitig Feedback aus Vertrieb, Produktmanagement oder Geschäftsführung einzuholen. In dieser Phase sind Änderungen noch schnell und kostengünstig. Sobald das Video animiert wird, steigen Aufwand und Kosten für Anpassungen deutlich.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

Auch wenn ein Scribble ein flexibles Werkzeug ist, gibt es einige Fallstricke, die sich leicht umgehen lassen.

Zu viele Details

Wer im Scribble schon versucht, jedes Detail der finalen Illustration abzubilden, verliert Zeit und Flexibilität. Das kann dazu führen, dass sich Teams an Nebensächlichkeiten aufhalten, statt über die Wirkung der Geschichte zu sprechen. Besser ist es, sich auf die wesentlichen Elemente zu konzentrieren und Details später im Styleframe zu klären.

Fehlende Storyline

Manchmal werden einzelne Szenen im Scribble sehr sorgfältig gezeichnet, aber der rote Faden fehlt. Ein gutes Scribble zeigt immer eine klare Abfolge von Problem, Lösung und Nutzen. Marketing-Verantwortliche sollten deshalb beim Review nicht nur jede Szene für sich betrachten, sondern auch den Übergang von Szene zu Szene im Blick behalten.

Unklare Verantwortlichkeiten

Wenn nicht klar ist, wer das Scribble freigibt, entstehen Verzögerungen. Es lohnt sich, schon zu Beginn des Projekts festzulegen, welche Personen aus Marketing, Fachabteilungen und Management in dieser Phase einbezogen werden müssen und wer die finale Entscheidung trifft.

Mehrwert von Scribbles für Markenführung

Ein Scribble ist nicht nur ein technisches Werkzeug der Videoproduktion, sondern kann auch ein Baustein konsequenter Markenführung sein. Je früher Markenwerte und Tonalität in den visuellen Prozess einfließen, desto konsistenter ist später das Ergebnis.

Marketing-Verantwortliche können im Scribble schon darauf achten, dass folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Tonalität: Wirkt die Geschichte eher sachlich, humorvoll oder emotional
  • Zielgruppenansprache: Sind Figuren und Situationen für die definierte Zielgruppe nachvollziehbar
  • Markenrolle: Tritt die Marke als Helfer, Experte oder Partner auf
  • Visuelle Metaphern: Passen Symbole und Bilder zu bisherigen Kampagnen

So wird das Scribble zu einem strategischen Werkzeug, das sicherstellt, dass ein Erklärvideo nicht nur inhaltlich, sondern auch markenseitig stimmig ist.

Fazit: Scribble als Schlüssel zur effizienten Videoproduktion

Ein Scribble ist eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Skizze, die den Weg von der Idee zum fertigen Erklärvideo strukturiert. Es schafft Klarheit über Inhalte, Dramaturgie und Bildsprache, lange bevor aufwendige Illustrationen oder Animationen entstehen. Gerade für Marketing-Verantwortliche ohne tiefes Vorwissen in Videoproduktion ist das Scribble ein zentrales Werkzeug, um Projekte zu steuern, Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass Botschaft, Marke und Zielsetzung im Video zusammenpassen. Wer Scribbles konsequent nutzt, profitiert von schnelleren Abstimmungen, weniger Korrekturschleifen und einer zielgerichteten Umsetzung von Erklärvideos, Animationen und Social Media Clips. In einer Zeit, in der Bewegtbild einen immer größeren Anteil im Marketingmix einnimmt, wird das Scribble damit zu einem praktischen Hebel für effizientere und wirkungsvollere Videokommunikation.

Häufige Fragen zu „Scribble"

Ein Scribble ist eine einfache, grobe Skizze, mit der erste Ideen für ein Erklärvideo festgehalten werden. Es zeigt, wie Szenen, Figuren und Texte ungefähr aussehen und zusammenwirken sollen, bevor aufwendige Illustrationen oder Animationen entstehen.

Scribbles helfen, Inhalte und Bildideen frühzeitig sichtbar zu machen und Missverständnisse zu vermeiden. Sie sparen Zeit und Kosten, weil Änderungen in dieser Phase schnell und unkompliziert möglich sind, bevor detailliert gezeichnet oder animiert wird.

Meist erstellt ein Illustrator oder Konzepter das Scribble auf Basis des Briefings und des geplanten Drehbuchs. Oft wird es im Austausch mit Marketing und Fachabteilungen überarbeitet, bis alle mit der visuellen Richtung zufrieden sind.

Ein Scribble ist meist noch grober und freier, oft nur als schnelle Skizze einzelner Szenen gedacht. Ein Storyboard ist strukturierter, zeigt die Szenen in Reihenfolge, enthält oft Text, Sprechertexte und Hinweise zu Bewegungen und wirkt damit näher am fertigen Video.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

Jetzt Kontakt aufnehmen Referenzen ansehen