Erklärvideo & Videoproduktion · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

Im Marketing rund um Erklärvideos, Animationen und Videoproduktion beschreibt Seeding alle geplanten Maßnahmen, mit denen ein Video gezielt verbreitet wird, damit es von möglichst vielen passenden Personen gesehen, geteilt und weiterempfohlen wird. Statt darauf zu hoffen, dass ein Video von selbst viral geht, sorgt Seeding dafür, dass die Inhalte systematisch dort platziert werden, wo Ihre Zielgruppe unterwegs ist. Für Marketing-Verantwortliche ist Seeding damit ein zentraler Baustein, um aus einer Videoproduktion messbare Wirkung zu erzielen.

Grundidee und Ziel von Seeding

Die Grundidee von Seeding lässt sich mit dem Bild des Aussäens erklären. Sie streuen Ihr Video nicht wahllos in alle Richtungen, sondern platzieren es bewusst an Orten, an denen es wachsen kann. Im Kontext von Erklärvideos bedeutet das vor allem, Ihr Video in relevante Kanäle, Plattformen und Communities zu bringen, damit genau die Menschen es sehen, für die es produziert wurde. Das Ziel ist, Reichweite und Sichtbarkeit zu schaffen, aber nicht um jeden Preis, sondern möglichst zielgenau.

Für Marketing-Verantwortliche geht es beim Seeding daher um drei Hauptziele:

  • Reichweite Das Video soll von vielen Menschen gesehen werden.
  • Relevanz Es soll vor allem die richtige Zielgruppe erreichen.
  • Resonanz Es soll Reaktionen auslösen, etwa Klicks, Anfragen oder Käufe.

Ein gut produziertes Erklärvideo ohne Seeding ist wie eine hochwertige Broschüre, die im Lager liegen bleibt. Erst durch geplante Verbreitung entfaltet der Inhalt seinen Wert.

Seeding im Kontext von Erklärvideo und Videoproduktion

In der Videoproduktion wird häufig viel Zeit in Konzept, Storyboard, Animation und Illustration gesteckt. Sobald das Video fertig ist, beginnt jedoch eine zweite wichtige Phase. Seeding ist der Übergang von der reinen Produktion hin zur aktiven Nutzung im Marketing. Dabei geht es nicht nur um das Hochladen auf eine Plattform, sondern um eine abgestimmte Strategie, welche Inhalte wann, wo und in welcher Form veröffentlicht und beworben werden.

Typische Situationen aus dem Alltag von Marketing-Verantwortlichen, in denen Seeding eine Rolle spielt, sind zum Beispiel:

  • Ein neues Produkt wird mit einem Erklärvideo vorgestellt und soll möglichst viele Interessenten erreichen.
  • Ein komplexer Service wird mit einer animierten Illustration erklärt und soll im Vertrieb unterstützen.
  • Ein Recruiting Video soll in kurzer Zeit möglichst viele passende Bewerberinnen und Bewerber ansprechen.

In all diesen Fällen entscheidet ein professionell geplantes Seeding darüber, ob das Video nur intern gelobt wird oder im Markt tatsächlich Wirkung entfaltet.

Organisches und bezahltes Seeding

Im Marketing wird häufig zwischen organischem und bezahltem Seeding unterschieden. Beide Ansätze lassen sich kombinieren und ergänzen sich in der Praxis.

Organisches Seeding

Beim organischen Seeding nutzen Sie alle Kanäle, die Ihnen bereits zur Verfügung stehen, ohne zusätzliche Mediabudgets. Es geht darum, Ihr Erklärvideo in Ihren bestehenden Kommunikationsstrukturen zu verankern.

Beispiele für organisches Seeding im Alltag:

  • Veröffentlichung auf der eigenen Website in einem sichtbaren Bereich, etwa auf der Startseite oder auf zentralen Produktseiten.
  • Einbindung in Blogartikel, FAQ Seiten oder Landingpages, die häufig besucht werden.
  • Veröffentlichung auf Social Media Profilen wie LinkedIn, Instagram, Facebook oder YouTube.
  • Einbau in den E Mail Signaturen des Vertriebs oder des Kundenservice.
  • Nutzung im Vertrieb, etwa in Online Präsentationen oder bei Kundenterminen.

Organisches Seeding ist besonders wichtig für Unternehmen, die bereits eine Community oder Stammkundschaft haben. Es ist kostengünstig und kann über längere Zeit konstant Wirkung entfalten, wenn die Inhalte dauerhaft sichtbar bleiben.

Bezahltes Seeding

Beim bezahlten Seeding wird zusätzliches Budget eingesetzt, um das Video gezielt zu bewerben. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn schnell Reichweite aufgebaut werden soll oder eine sehr spezifische Zielgruppe erreicht werden muss.

Mögliche Maßnahmen im bezahlten Seeding sind unter anderem:

  • Bezahlte Videoanzeigen auf Plattformen wie YouTube oder LinkedIn.
  • Social Media Ads, bei denen das Erklärvideo im Feed bestimmter Zielgruppen erscheint.
  • Native Advertising, bei dem das Video in thematisch passenden Umfeldern eingebunden wird.
  • Kooperationen mit Fachportalen oder Newslettern, die Ihr Video ihren Lesern vorstellen.

Bezahltes Seeding eignet sich besonders für Kampagnen mit klar definierten Laufzeiten, etwa Produkteinführungen oder zeitlich begrenzte Aktionen. Es kann außerdem helfen, organische Maßnahmen anzuschieben, indem erste Reichweite und Aufmerksamkeit erzeugt werden.

Typische Kanäle für Seeding von Erklärvideos

Für Marketing-Verantwortliche stellt sich oft die Frage, auf welchen Kanälen Seeding besonders sinnvoll ist. Die Auswahl hängt von Zielgruppe, Thema und Art des Videos ab. Einige Kanäle haben sich in der Praxis bewährt.

Eigene Kanäle

Eigene Kanäle sind alle Plattformen, die Sie direkt kontrollieren. Sie bilden das Fundament jeder Seeding Strategie.

  • Website und Landingpages Ein Erklärvideo auf der Startseite oder auf wichtigen Produktseiten kann die Verweildauer erhöhen und Inhalte verständlicher machen.
  • Blog und Wissensbereich Videos, die komplexe Themen erklären, lassen sich gut in erklärende Artikel einbetten.
  • Newsletter Ein Video kann als Aufhänger für eine E Mail Kampagne dienen und Klicks auf die Website lenken.
  • Unternehmenspräsentationen Im Vertrieb oder auf Messen können Erklärvideos in Präsentationen integriert werden.

Social Media Plattformen

Social Media eignet sich besonders gut für Seeding, weil sich Videos dort leicht teilen und kommentieren lassen. Wichtige Plattformen sind etwa:

  • LinkedIn für B2B Themen, Fachinhalte und Recruiting.
  • Instagram für visuelle, emotionale oder kurze Erklärvideos.
  • Facebook für Zielgruppen, die dort noch aktiv sind.
  • YouTube als Suchmaschine für Video Inhalte und als langfristiges Archiv.

Je nach Plattform sollten Länge, Format und Vorschaubild angepasst werden, um die Wirkung des Seeding zu verbessern.

Externe Plattformen und Partner

Neben eigenen und sozialen Kanälen können externe Partner eine wichtige Rolle im Seeding spielen.

  • Fachportale und Branchenmedien Diese erreichen oft sehr spezifische Zielgruppen mit hohem Interesse.
  • Verbände und Netzwerke Sie können das Video in ihren Newslettern oder auf ihren Websites teilen.
  • Kooperationspartner und Kunden In gemeinsamen Projekten können Erklärvideos doppelt genutzt und verbreitet werden.

Solche Kooperationen erfordern zwar Abstimmung, können aber die Reichweite Ihres Seeding erheblich steigern, ohne dass große Mediabudgets nötig sind.

Timing und Ablauf einer Seeding Strategie

Ein wirksames Seeding beginnt nicht erst, wenn das Video fertig ist. Idealerweise wird bereits in der Konzeptphase überlegt, wo und wie das Video später eingesetzt wird. So lassen sich Inhalt, Länge und Format von Anfang an auf die geplanten Kanäle abstimmen.

Ein typischer Ablauf könnte so aussehen:

  • Planung Definition der Zielgruppen, Auswahl der Kanäle, Festlegung von Zielen und Kennzahlen.
  • Vorbereitung Erstellung von Teasern, Vorschaubildern, Kurzversionen und Texten für Social Media und Website.
  • Startphase Veröffentlichung des Videos auf den wichtigsten Kanälen und erste bezahlte Maßnahmen.
  • Verstärkung Nutzung von Feedback, Kommentaren und ersten Ergebnissen, um das Seeding zu optimieren.
  • Dauerhafte Nutzung Einbindung des Videos in langfristige Kommunikationsmaßnahmen, etwa im Vertrieb oder im Kundenservice.

Durch diese Struktur wird Seeding zu einem geplanten Prozess statt zu einer einmaligen Aktion beim Upload des Videos.

Praxisnahe Beispiele für Seeding von Erklärvideos

Um den Begriff greifbarer zu machen, hilft ein Blick auf typische Szenarien aus dem Marketing Alltag.

Beispiel 1 Produktlaunch mit Erklärvideo

Ein Unternehmen führt ein neues Software Produkt ein und lässt ein animiertes Erklärvideo produzieren. Das Seeding könnte folgendermaßen aussehen:

  • Das Video wird prominent auf der Produkt Landingpage eingebunden.
  • Ein kurzer Teaser wird auf LinkedIn und YouTube veröffentlicht, der auf die Landingpage verlinkt.
  • Im Newsletter wird das Video als zentrale Neuerung vorgestellt.
  • Vertrieb und Support nutzen das Video in Online Meetings, um Funktionen schnell zu erklären.
  • Für einen begrenzten Zeitraum werden LinkedIn Ads geschaltet, die das Video an eine definierte Zielgruppe ausspielen.

Durch dieses abgestimmte Seeding erreicht das Video nicht nur viele Menschen, sondern genau die Personen, die sich für die neue Software interessieren.

Beispiel 2 Recruiting Kampagne mit Video

Ein Unternehmen möchte neue Fachkräfte gewinnen und produziert ein kurzes Recruiting Video. Seeding könnte hier so umgesetzt werden:

  • Integration des Videos auf der Karriereseite und in Stellenanzeigen.
  • Veröffentlichung auf LinkedIn und Instagram mit Einblicken in den Arbeitsalltag.
  • Schaltung von Social Media Ads, die das Video an Personen mit passenden Qualifikationen ausspielen.
  • Nutzung des Videos auf Karrieremessen und in Online Veranstaltungen.

Durch dieses gezielte Seeding wird das Recruiting Video nicht nur gesehen, sondern unterstützt aktiv die Gewinnung passender Bewerberinnen und Bewerber.

Typische Herausforderungen beim Seeding

In der Praxis treten beim Seeding immer wieder ähnliche Herausforderungen auf, die sich mit etwas Planung gut lösen lassen.

Unklare Zielgruppen

Wenn nicht klar ist, für wen das Video gedacht ist, wird das Seeding schnell unpräzise. Die Folge sind Streuverluste und enttäuschende Ergebnisse. Eine einfache Lösung ist, vorab zentrale Fragen zu klären: Wer soll das Video sehen, in welcher Situation und mit welchem Ziel.

Zu wenige Formate

Ein einziges Video in einer Länge und einem Format passt selten zu allen Kanälen. Für ein effektives Seeding lohnt es sich, Varianten zu erstellen.

  • Kurzversionen für Social Media Feeds.
  • Längere Versionen für Website und Präsentationen.
  • Hochformat oder quadratisch für mobile Nutzung.

So können Sie denselben Inhalt mehrfach nutzen und für jeden Kanal optimieren.

Fehlende interne Abstimmung

Oft wissen Vertrieb, Support oder Personalabteilung gar nicht, dass ein neues Erklärvideo existiert. Dadurch bleibt das Potenzial des Seeding ungenutzt. Eine interne Information an alle relevanten Bereiche, inklusive kurzer Anleitung zur Nutzung, kann hier viel bewirken.

Erfolgsmessung von Seeding Maßnahmen

Um den Erfolg von Seeding zu bewerten, sollten Sie einige grundlegende Kennzahlen beobachten. Diese müssen nicht kompliziert sein, sollten aber zur Zielsetzung passen.

  • Aufrufe und Wiedergabedauer Wie viele Menschen sehen das Video und wie lange schauen sie es an.
  • Klicks und Weiterleitungen Wie viele Nutzer wechseln von der Video Plattform auf Ihre Website oder Landingpage.
  • Interaktionen Kommentare, Likes oder geteilte Inhalte zeigen, ob das Video ankommt.
  • Konversionen Zum Beispiel Anfragen, Downloads oder Bewerbungen, die in Verbindung mit dem Video stehen.

Wichtiger als einzelne Zahlen ist der Vergleich mit den eigenen Zielen. Wenn ein Erklärvideo vor allem Verständnis schaffen soll, ist die Wiedergabedauer wichtiger als die reine Anzahl der Aufrufe. Wenn das Video Leads generieren soll, sind die daraus entstehenden Kontakte entscheidend. Seeding lässt sich so Schritt für Schritt verbessern, indem erfolgreiche Kanäle stärker genutzt und weniger wirksame Maßnahmen angepasst werden.

Zusammenspiel von Inhalt und Seeding

Auch das beste Seeding kann ein inhaltlich schwaches Video nicht retten. Umgekehrt bleibt ein hervorragendes Erklärvideo ohne Verbreitung wirkungslos. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Inhalt und Verbreitung.

Ein gutes Video ohne Seeding ist unsichtbar. Gutes Seeding ohne gutes Video ist wirkungslos.

Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das, bereits in der Planungsphase von Erklärvideos an die spätere Nutzung zu denken. Fragen wie Wo wird das Video gezeigt, welche Zielgruppen sollen es sehen und welche Handlungen sollen daraus entstehen helfen, Inhalt und Seeding optimal aufeinander abzustimmen. So wird aus einer Videoproduktion ein wirksames Marketinginstrument, das nachhaltig zur Erreichung Ihrer Ziele beiträgt.

Häufige Fragen zu „Seeding"

Seeding bezeichnet die gezielte Verbreitung eines Erklärvideos über passende Kanäle und Plattformen. Ziel ist es, das Video dorthin zu bringen, wo Ihre Zielgruppe unterwegs ist, um Reichweite und Wirkung zu erhöhen.

Ohne Seeding wird ein Erklärvideo oft nur von wenigen Menschen gesehen, selbst wenn es inhaltlich sehr gut ist. Durch eine geplante Verteilung steigern Sie Sichtbarkeit, Klickzahlen und letztlich auch Anfragen oder Verkäufe.

Seeding kann über soziale Netzwerke, Videoportale, Newsletter, Blogs, Fachmedien und bezahlte Anzeigen erfolgen. Welche Kanäle sinnvoll sind, hängt von Ihrer Zielgruppe und Ihrem Marketingziel ab.

Beim normalen Posting laden Sie Ihr Video einfach auf Ihren eigenen Kanälen hoch und hoffen auf Reichweite. Seeding folgt einer klaren Strategie mit ausgewählten Plattformen, Multiplikatoren und oft auch Budget, um das Video aktiv zu verbreiten.

Mehr als Theorie: Wir produzieren Ihr Erklärvideo

Seit über 25 Jahren produziert mattostudios Erklärvideos, Animationen und Illustrationen für Wirtschaft und Politik – aus Stuttgart, München und Villingen-Schwenningen.

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