Marketing & Kommunikation · Ein Begriff aus dem MediaPedia-Lexikon von mattostudios

Die PESTEL-Analyse ist ein strategisches Werkzeug, mit dem Unternehmen ihr Umfeld systematisch betrachten, bevor sie Marketingentscheidungen treffen oder größere Projekte starten. Besonders im Bereich Erklärvideos, Videoproduktion, Animation, Illustration und Marketing hilft die PESTEL-Analyse dabei, Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und Kampagnen besser zu planen. Statt nur auf Zielgruppen und Kanäle zu schauen, lenkt sie den Blick auf äußere Einflüsse, die ein Projekt stark beeinflussen können, auch wenn man sie selbst nicht direkt steuert.

Grundprinzip und Ziel der PESTEL-Analyse

Die PESTEL-Analyse zerlegt das Umfeld eines Unternehmens in sechs Kategorien: Politische, Ekonomische, Soziale, Technologische, Ekologische und Legale Faktoren. Indem diese Bereiche einzeln betrachtet werden, entsteht ein klares Bild davon, welche äußeren Entwicklungen eine Marketingstrategie oder eine Videoproduktion beeinflussen. Für Marketing-Verantwortliche ist sie besonders hilfreich, wenn neue Angebote entwickelt, neue Märkte erschlossen oder größere Kampagnen geplant werden, etwa eine internationale Erklärvideo-Serie oder ein umfassender Markenrelaunch mit animierten Inhalten.

Die PESTEL-Analyse ist kein kompliziertes Statistikmodell, sondern eher eine strukturierte Checkliste. Sie hilft, die richtigen Fragen zu stellen, bevor Budgets freigegeben, Drehbücher geschrieben oder Illustrationen in Auftrag gegeben werden. Wer sie konsequent nutzt, reduziert Überraschungen im Projektverlauf und kann Auftraggebern oder internen Stakeholdern nachvollziehbar erklären, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden.

Die sechs Dimensionen der PESTEL-Analyse

Politische Faktoren

Politische Faktoren betreffen Entscheidungen von Regierungen, Behörden und öffentlichen Institutionen. Für Agenturen, Produktionsstudios und Marketingabteilungen können sie direkten Einfluss auf Planung, Budget und Inhalte haben. Die PESTEL-Analyse fragt hier: Welche politischen Rahmenbedingungen beeinflussen unser Vorhaben und wie stabil sind sie?

  • Förderprogramme und Subventionen: In manchen Ländern oder Regionen gibt es Fördermittel für digitale Bildung, Medienkompetenz oder Kulturprojekte. Eine PESTEL-Analyse kann aufzeigen, dass sich ein Erklärvideo zur digitalen Bildung leichter finanzieren lässt, wenn entsprechende Programme existieren und genutzt werden.
  • Medien- und Kulturpolitik: Politische Entscheidungen können bestimmen, welche Inhalte gefördert, reguliert oder besonders kritisch beobachtet werden. Wer etwa animierte Erklärvideos zu sensiblen politischen Themen produziert, sollte die aktuelle Debatte in Regierung und Behörden kennen.
  • Stabilität und Planungssicherheit: In politisch instabilen Märkten können Budgets eingefroren oder Kampagnen kurzfristig gestoppt werden. Eine PESTEL-Analyse hilft, solche Risiken früh zu erkennen und Alternativen zu planen, etwa eine stärkere Fokussierung auf sichere Kernmärkte.

Ein praktisches Beispiel: Eine Agentur plant eine Video-Kampagne für einen internationalen Kunden zum Thema erneuerbare Energien. Politische Entscheidungen zur Energiepolitik, Förderungen oder Steuervergünstigungen können den Markt für das beworbene Produkt stärken oder schwächen. Die PESTEL-Analyse macht diese Einflüsse sichtbar, bevor hohe Produktionskosten anfallen.

Ökonomische Faktoren

Ökonomische Faktoren beschreiben die wirtschaftliche Lage, in der sich Zielgruppen, Kunden und Anbieter bewegen. Für die Videoproduktion und das Marketing sind sie besonders wichtig, weil sie Budgets, Zahlungsbereitschaft und Prioritäten beeinflussen. Die PESTEL-Analyse beleuchtet hier Fragen wie: Wie entwickelt sich die Kaufkraft der Zielgruppe und wie wirkt sich die Wirtschaftslage auf Marketingausgaben aus?

  • Konjunktur und Budgetlage: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kürzen Unternehmen häufig Marketingbudgets oder verschieben große Videoprojekte. Wer eine PESTEL-Analyse durchführt, kann frühzeitig erkennen, dass eine einfachere, kosteneffiziente Erklärvideo-Variante sinnvoller ist als eine aufwendige 3D-Animation.
  • Preisniveau und Kostenstruktur: Steigende Produktionskosten, etwa durch höhere Löhne oder teurere Softwarelizenzen, beeinflussen die Kalkulation von Videoprojekten. Die PESTEL-Analyse hilft, diese Entwicklungen im Blick zu behalten und Preisstrategien anzupassen.
  • Zahlungsverhalten von Kunden: In manchen Märkten sind längere Zahlungsziele üblich, was die Liquidität von Agenturen belastet. Ein bewusster Umgang damit kann bereits in der Angebotsphase berücksichtigt werden, etwa mit klaren Zahlungsplänen oder Teilabrechnungen.

Ein konkreter Fall: Ein Unternehmen plant eine Serie von Erklärvideos für ein neues SaaS-Produkt. Die PESTEL-Analyse zeigt, dass sich die Zielbranche in einer wirtschaftlichen Unsicherheitsphase befindet. Daraus kann abgeleitet werden, dass kurze, stark nutzenorientierte Videos mit klarem Return on Investment besonders wichtig sind, um Entscheider trotz knapper Budgets zu überzeugen.

Soziale Faktoren

Soziale Faktoren beschreiben gesellschaftliche Entwicklungen, Werte, Erwartungen und Lebensstile. Für Marketing und Kommunikation sind sie oft entscheidend, weil sie direkt bestimmen, welche Inhalte als relevant, glaubwürdig oder ansprechend wahrgenommen werden. In der PESTEL-Analyse geht es hier um Fragen wie: Wie verändern sich Zielgruppen, welche Themen sind sensibel und welche Trends prägen das Medienverhalten?

  • Demografische Entwicklungen: Alter, Bildung und kultureller Hintergrund der Zielgruppe beeinflussen, wie ein Erklärvideo gestaltet sein sollte. Ein Video für Auszubildende im Handwerk braucht eine andere Bildsprache als ein Video für Vorstände eines Konzerns.
  • Werte und Sensibilitäten: Themen wie Diversität, Inklusion oder Nachhaltigkeit spielen in vielen Gesellschaften eine immer größere Rolle. Die PESTEL-Analyse hilft, Stolpersteine zu erkennen, etwa stereotype Darstellungen in Illustrationen oder unpassende Witze in einem Animationsfilm.
  • Mediennutzungsverhalten: Ob Zielgruppen eher kurze Clips auf Social Media, ausführliche Webinare oder hochwertige Markenfilme bevorzugen, ist eine soziale Frage. Sie hängt mit Gewohnheiten, Alltag und Arbeitswelt zusammen.

Ein Beispiel aus dem Marketing-Alltag: Eine Marke möchte ein animiertes Erklärvideo für eine jüngere Zielgruppe produzieren. Die PESTEL-Analyse zeigt, dass diese Zielgruppe besonders sensibel auf Authentizität und gesellschaftliche Themen reagiert. Das Kreativteam entscheidet sich deshalb für eine inklusive Bildsprache, klare Sprache ohne Fachjargon und eine Story, die die Lebensrealität der Zielgruppe ernst nimmt.

Technologische Faktoren

Technologische Faktoren sind für die Videoproduktion und das digitale Marketing besonders relevant. Sie umfassen Entwicklungen in Hard und Software, Plattformen, Formaten und Produktionsprozessen. Die PESTEL-Analyse fragt hier: Welche Technologien beeinflussen unsere Produktion, Verbreitung und Nutzung von Videos und wie schnell verändern sie sich?

  • Produktionswerkzeuge: Neue Animationssoftware, KI gestützte Tools für Schnitt oder Sprachsynthese und bessere Rendertechniken können Produktionen effizienter machen. Die PESTEL-Analyse hilft, abzuschätzen, wann sich ein Umstieg auf neue Tools lohnt und wie sich das auf Qualität und Kosten auswirkt.
  • Plattformen und Formate: Ob ein Erklärvideo vor allem auf YouTube, LinkedIn, Instagram oder in einer Lernplattform eingesetzt wird, beeinflusst Länge, Format und Stil. Technologische Änderungen wie neue Videoformate oder Autoplay Funktionen bestimmen, wie Inhalte gestaltet werden sollten.
  • Automatisierung und Personalisierung: Marketing Automation und datengetriebene Personalisierung ermöglichen es, verschiedene Varianten eines Videos für unterschiedliche Zielgruppen zu erstellen. Die PESTEL-Analyse macht deutlich, ob Zielmärkte technisch bereit dafür sind, etwa durch ausreichend schnelle Internetverbindungen oder geeignete CRM Systeme.

Ein praktischer Anwendungsfall: Ein Unternehmen plant eine internationale Kampagne mit animierten Produktvideos. Die PESTEL-Analyse zeigt, dass in einigen Zielmärkten die mobile Datennutzung begrenzt ist. Daraufhin werden die Videos kürzer, in der Dateigröße optimiert und mit klaren Kernbotschaften versehen, damit sie auch bei schwächerer Verbindung funktionieren.

Ökologische Faktoren

Ökologische Faktoren betreffen Umwelt, Ressourcen und Nachhaltigkeit. Sie gewinnen auch im Marketing und in der Videoproduktion zunehmend an Bedeutung. Die PESTEL-Analyse berücksichtigt hier Fragen wie: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für unsere Zielgruppe und wie beeinflusst sie unsere Produktionsweise und Botschaften?

  • Nachhaltige Produktion: Auch digitale Produktionen haben einen ökologischen Fußabdruck, etwa durch Stromverbrauch bei Rendering und Hosting. Unternehmen können dies in ihrer Kommunikation berücksichtigen und bewusst effizient produzieren.
  • Umweltbezogene Botschaften: Wenn ein Erklärvideo nachhaltige Produkte oder umweltfreundliche Services bewirbt, muss die Darstellung glaubwürdig und konsistent sein. Die PESTEL-Analyse hilft, Übertreibungen zu vermeiden und echte Maßnahmen hervorzuheben.
  • Erwartungen der Zielgruppe: Viele Kundinnen und Kunden achten zunehmend auf die Umweltwirkung von Marken. Wer im Video Nachhaltigkeit verspricht, sollte auch im eigenen Handeln entsprechende Maßnahmen umsetzen, etwa ressourcenschonende Produktionsprozesse oder klimaneutrale Serverlösungen.

Ein Beispiel: Eine Agentur produziert ein Erklärvideo für ein Unternehmen im Bereich Green Tech. Die PESTEL-Analyse zeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Zielbranche sehr sensibel ist. Das Kreativteam entscheidet sich daher für eine visuelle Sprache, die auf übertriebene Naturromantik verzichtet und stattdessen konkrete, nachvollziehbare Umweltvorteile des Produkts erklärt.

Legale Faktoren

Legale Faktoren umfassen Gesetze, Richtlinien und Normen, die für Marketing, Kommunikation und Medienproduktion gelten. In der PESTEL-Analyse geht es um Fragen wie: Welche rechtlichen Vorgaben beeinflussen unsere Inhalte, unsere Datenverarbeitung und unsere Zusammenarbeit mit Dienstleistern?

  • Urheber und Nutzungsrechte: Bei Videoproduktionen spielen Rechte an Musik, Bildern, Schriften und Charakterdesigns eine zentrale Rolle. Die PESTEL-Analyse erinnert daran, frühzeitig zu klären, wer welche Rechte besitzt und wie lange sie genutzt werden dürfen.
  • Datenschutz: Wenn Videos personalisiert ausgespielt oder mit Tracking versehen werden, greifen Datenschutzgesetze. Marketing-Verantwortliche müssen wissen, welche Daten sie sammeln dürfen und wie sie diese kommunizieren.
  • Werberecht und Kennzeichnungspflichten: In vielen Märkten gibt es klare Regeln, wie Werbung gekennzeichnet werden muss, etwa bei Influencer Kooperationen oder Native Advertising. Ein Erklärvideo, das zugleich Werbung ist, muss je nach Plattform und Markt entsprechend gekennzeichnet werden.

Ein konkretes Beispiel: Eine Marke plant eine Reihe von Erklärvideos mit echten Kundenstimmen. Die PESTEL-Analyse macht deutlich, dass schriftliche Einverständniserklärungen, klare Regelungen zur Nutzung der Aufnahmen und transparente Informationen über die Verbreitung notwendig sind. So werden spätere Konflikte vermieden und die Kampagne bleibt rechtssicher.

Vorgehen bei der PESTEL-Analyse im Marketing-Alltag

Um die PESTEL-Analyse im Arbeitsalltag nutzbar zu machen, empfiehlt sich ein strukturiertes, aber pragmatisches Vorgehen. Ziel ist nicht eine perfekte wissenschaftliche Studie, sondern eine solide Entscheidungsgrundlage für Marketing und Videoproduktion.

Schritt 1: Ziel und Kontext klären

Am Anfang steht die Frage, wofür die PESTEL-Analyse eingesetzt wird. Geht es um eine neue Video Kampagne, um den Markteintritt in ein anderes Land oder um die Einführung eines neuen Produkts mit begleitenden Erklärvideos? Je klarer das Ziel, desto gezielter können Informationen gesammelt werden.

Für eine geplante Serie von Animationsvideos kann das Ziel zum Beispiel lauten: Wir wollen verstehen, welche äußeren Faktoren die Akzeptanz und Wirksamkeit unserer Videos in den nächsten zwei Jahren beeinflussen.

Schritt 2: Informationen sammeln

Im nächsten Schritt werden zu jeder der sechs Kategorien relevante Informationen gesammelt. Dies kann durch interne Gespräche, öffentliche Quellen, Branchenberichte oder Erfahrungen aus früheren Projekten geschehen. Wichtig ist, dass die Informationen knapp und verständlich zusammengefasst werden.

  • Politisch: Gibt es aktuelle Debatten oder Programme, die unser Thema betreffen?
  • Ökonomisch: Wie entwickeln sich Budgets, Preise und Zahlungsbereitschaft in unserer Zielbranche?
  • Sozial: Welche Trends, Werte und Erwartungen prägen unsere Zielgruppe?
  • Technologisch: Welche Tools und Plattformen sind aktuell und welche Veränderungen zeichnen sich ab?
  • Ökologisch: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in unserem Marktsegment?
  • Legal: Welche rechtlichen Vorgaben müssen wir besonders beachten?

Schritt 3: Relevanz bewerten

Nicht jeder Faktor ist für jedes Projekt gleich wichtig. Deshalb sollten die gesammelten Informationen bewertet werden. Die PESTEL-Analyse wird dadurch fokussierter und praktischer. Hilfreich sind einfache Fragen wie: Wie stark kann dieser Faktor unser Projekt beeinflussen? und Wie wahrscheinlich ist es, dass sich dieser Faktor in unserem Projektzeitraum verändert?

Faktoren mit hoher Relevanz und hoher Wahrscheinlichkeit verdienen besondere Aufmerksamkeit, zum Beispiel neue Datenschutzregeln für personalisierte Video Kampagnen oder ein geplanter Plattformwechsel bei einem wichtigen Social Media Kanal.

Schritt 4: Konsequenzen und Maßnahmen ableiten

Der wichtigste Teil der PESTEL-Analyse ist die Übersetzung in konkrete Entscheidungen. Aus den relevanten Faktoren werden Maßnahmen, Anpassungen oder Vorsichtsmaßnahmen abgeleitet. So entsteht ein direkter Nutzen für die Praxis.

  • Anpassung der Inhalte: Soziale und ökologische Faktoren können dazu führen, dass Tonalität, Bildsprache oder Story eines Erklärvideos angepasst werden.
  • Technische Optimierung: Technologische Faktoren beeinflussen Formate, Auflösungen und Plattformwahl.
  • Budgetplanung: Ökonomische und politische Faktoren helfen, Budgets realistisch zu planen und Reserven einzuplanen.
  • Rechtliche Absicherung: Legale Faktoren führen zu klaren Briefings für Rechtsabteilungen oder externe Berater.

Vorteile der PESTEL-Analyse für Erklärvideos und Videoproduktion

Für Marketing-Verantwortliche, die mit Videoproduktion, Animation und Illustration arbeiten, bietet die PESTEL-Analyse mehrere konkrete Vorteile. Sie schafft Klarheit, verbessert die Abstimmung mit Stakeholdern und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit von Kampagnen.

Frühzeitige Risikoerkennung

Viele Probleme in Video Projekten entstehen, weil äußere Rahmenbedingungen unterschätzt werden. Ein geplanter Dreh kann an neuen Reisebeschränkungen scheitern, eine Kampagne kann durch geänderte Plattformregeln an Reichweite verlieren oder eine kreative Idee kann an rechtlichen Vorgaben scheitern. Die PESTEL-Analyse hilft, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und Alternativen zu planen.

Bessere Argumente gegenüber Stakeholdern

Wenn Budgets freigegeben oder kreative Entscheidungen erklärt werden müssen, bietet die PESTEL-Analyse eine klare Struktur. Marketing-Verantwortliche können zeigen, dass sie politische, ökonomische, soziale, technologische, ökologische und legale Faktoren berücksichtigt haben. Das stärkt das Vertrauen von Geschäftsführung, Kundschaft und Projektpartnern.

Hinweis: Die PESTEL-Analyse ersetzt keine Kreativität, sondern ergänzt sie. Sie schafft einen Rahmen, in dem kreative Ideen sicherer umgesetzt werden können.

Strategische Ausrichtung statt Einzelmaßnahmen

Statt nur einzelne Videos oder Kampagnen isoliert zu betrachten, hilft die PESTEL-Analyse dabei, eine langfristige Perspektive zu entwickeln. Wer regelmäßig solche Analysen durchführt, erkennt Muster und Trends. So können etwa wiederkehrende technologische Veränderungen oder soziale Trends frühzeitig in die Content Strategie einfließen.

Praxisnahes Beispiel einer PESTEL-Analyse für eine Video-Kampagne

Um die Anwendung greifbar zu machen, folgt ein vereinfachtes Praxisbeispiel. Angenommen, ein mittelständisches Unternehmen möchte eine neue B2B Video Kampagne mit animierten Erklärvideos starten, um eine Softwarelösung im deutschsprachigen Raum zu vermarkten.

  • Politisch: Es gibt Initiativen zur digitalen Transformation von Unternehmen. Das Thema ist politisch gewollt und wird positiv wahrgenommen. Die Kampagne kann sich darauf beziehen, indem sie zeigt, wie die Software digitale Prozesse unterstützt.
  • Ökonomisch: Die Zielbranche steht unter Kostendruck, gleichzeitig werden Investitionen in Effizienzsteigerung priorisiert. Die Videos sollten den wirtschaftlichen Nutzen der Software klar und konkret darstellen.
  • Sozial: Viele Mitarbeitende in der Zielgruppe sind durch Digitalisierung und neue Tools verunsichert. Die Erklärvideos sollten verständlich, wertschätzend und praxisnah sein, um Ängste abzubauen statt sie zu verstärken.
  • Technologisch: Die Zielgruppe nutzt häufig mobile Endgeräte und schaut Videos vor allem in Pausen oder auf dem Weg zur Arbeit. Die Videos sollten kurz, mobil optimiert und mit Untertiteln versehen sein, damit sie auch ohne Ton verständlich sind.
  • Ökologisch: Nachhaltigkeit ist für das Unternehmen wichtig, aber kein zentrales Kaufargument der Zielgruppe. Dennoch kann im Hintergrund darauf geachtet werden, dass Produktion und Hosting ressourcenschonend erfolgen.
  • Legal: Die Software verarbeitet sensible Unternehmensdaten. Die Videos müssen daher rechtlich korrekte Aussagen zu Datenschutz und Datensicherheit enthalten und dürfen keine falschen Versprechen machen.

Dieses Beispiel zeigt, wie die PESTEL-Analyse in der Praxis hilft, die Inhalte, den Ton und die technische Umsetzung einer Video Kampagne bewusst zu gestalten. Sie zwingt dazu, über den Tellerrand der reinen Kreatividee hinauszublicken und das Umfeld systematisch zu berücksichtigen.

Integration der PESTEL-Analyse in den Arbeitsprozess

Damit die PESTEL-Analyse nicht als einmalige Übung in einer Schublade verschwindet, sollte sie bewusst in den Arbeitsprozess integriert werden. Sinnvoll ist eine Verankerung in der frühen Konzeptphase, zum Beispiel im Rahmen eines Kick off Workshops oder eines Strategiemeetings.

  • Frühzeitige Einbindung: Idealerweise wird die PESTEL-Analyse durchgeführt, bevor Storyboards, Drehbücher oder Illustrationsstile final festgelegt werden.
  • Gemeinsame Erarbeitung: Wenn Marketing, Vertrieb, Produktmanagement und gegebenenfalls externe Agenturen gemeinsam an der Analyse arbeiten, entsteht ein umfassenderes Bild.
  • Regelmäßige Aktualisierung: Bei länger laufenden Kampagnen lohnt es sich, die PESTEL-Analyse in Abständen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen, etwa wenn sich rechtliche Vorgaben oder Plattformregeln ändern.

Die PESTEL-Analyse ist damit nicht nur ein theoretisches Modell, sondern ein praktisches Werkzeug, das direkt in die tägliche Arbeit von Marketing-Verantwortlichen einfließen kann. Sie unterstützt dabei, Erklärvideos, Animationsprojekte und Marketingkampagnen robust, zielgerichtet und zukunftsfähig zu gestalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die PESTEL-Analyse Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen eine klare Struktur bietet, um das Umfeld von Projekten im Bereich Erklärvideos, Videoproduktion, Animation, Illustration und Marketing umfassend zu verstehen. Indem politische, ökonomische, soziale, technologische, ökologische und legale Faktoren systematisch betrachtet werden, entsteht eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Die PESTEL-Analyse hilft, Risiken zu erkennen, Chancen zu nutzen und kreative Ideen so auszurichten, dass sie im realen Umfeld funktionieren. Wer sie regelmäßig einsetzt, stärkt die strategische Qualität seiner Arbeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Videoprojekte nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch ihre kommunikativen Ziele erreichen.

Häufige Fragen zu „PESTEL-Analyse"

Die PESTEL-Analyse ist ein Werkzeug, mit dem Sie das Umfeld Ihres Unternehmens besser verstehen. Sie betrachtet politische, wirtschaftliche, soziale, technologische, ökologische und rechtliche Faktoren. So sehen Sie, welche äußeren Einflüsse Ihre Marketingstrategie und Ihre Videoprojekte beeinflussen. Das hilft, Risiken zu vermeiden und Chancen frühzeitig zu erkennen.

Mit einer PESTEL-Analyse prüfen Sie, ob Ihre Marketingideen und Erklärvideos in die Zeit und in den Markt passen. Sie erkennen zum Beispiel, ob neue Gesetze, Trends oder Technologien Ihre Inhalte unterstützen oder behindern. So können Sie Themen, Tonalität und Kanäle besser auswählen. Das erhöht die Wirkung und Lebensdauer Ihrer Kampagnen und Videos.

Zuerst sammeln Sie Informationen zu den sechs Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie, Umwelt und Recht. Danach bewerten Sie, welche dieser Punkte Ihre Zielgruppe, Ihre Produkte und Ihre geplanten Videos besonders betreffen. Anschließend leiten Sie Chancen und Risiken ab und überlegen, wie Sie Ihre Strategie anpassen. Am Ende priorisieren Sie die wichtigsten Punkte und nutzen sie für Planung und Briefing Ihrer Agentur.

Die PESTEL-Analyse zeigt Ihnen, welche Themen bei Ihrer Zielgruppe gerade relevant und sensibel sind. So können Sie Bildsprache, Beispiele und Botschaften so wählen, dass sie rechtlich sicher, kulturell passend und technologisch zeitgemäß sind. Sie vermeiden Missverständnisse und Shitstorms und nutzen aktuelle Trends gezielt. Das macht Ihre Videoproduktion wirkungsvoller und langfristig erfolgreicher.

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